Zukunft heute gestalten

Steckverbinder - Die Franz Binder GmbH erbaut ein neues Stammwerk in Neckarsulm, um mehr Platz für Produktion, Logistik und Büros zu schaffen. Der futuristische Neubau soll ein wirtschaftlich sinnvolles Wachstum ermöglichen und weitere Arbeitsplätze schaffen.

18. Juni 2019
 Zukunft heute gestalten
So soll der künftige Unternehmenssitz ausschauen. (Bild: Binder)

Im baden-württembergischen Neckarsulm hat das für seine Rundsteckverbinder bekannte Familienunternehmen Franz Binder Ende März den Grundstein für eine neue Unternehmenszentrale gelegt. Der 125 Meter lange, 68 Meter breite und 26 Meter hohe Komplex steht auf einem 2,2 Hektar großen Grundstück und soll künftig 570 Arbeitsplätze beherbergen.

Das zweigeschossige Produktionsgeschoss wird mit Emporen ausgestattet sein und mit einem Dachgeschoss für Büros, Sozialräume und einer Kantine aufwarten. Die Bruttogeschossfläche soll sich auf knapp 25.000 Quadratmeter belaufen. Hinzu sollen noch einmal 12.000 Quadratmeter Außenanlage mit etwa 180 Parkplätzen kommen.

Gebäudekonzept

Für Konzeption, Planung und Bau des neuen Stammwerkes wurde mit Vollack ein renommierter Spezialist für methodische Gebäudekonzeption gewonnen. Nach der Fertigstellung soll das Gebäude vornehmlich durch Produktionsabwärme über Niedertemperatursysteme wie Fußbodenheizung und Betonkernaktivierung beheizt werden. Spitzenbelastungen sollen durch einen Fernwärmeanschluss abgefangen werden. Die Raum- und Prozesskühlung wird über eine Kompressionskältemaschine sowie einen Kühlturm realisiert.

Mehr als Fassade

Mit dem neuen Firmensitz möchte das Familienunternehmen auch in seine Außendarstellung investieren. Die architektonisch anspruchsvolle Fassade mit transparenter Außenhaut und individuellen Fassadensegeln futurisiert den Familienbetrieb nachhaltig. Statt dezentraler Kantinen wird es für die Mitarbeiter eine neue, modern gestaltete Betriebsküche geben, die bis zu 200 Personen Platz bieten soll. Eine abgeschlossene große Dachterrasse mit Begrünung und Möblierung werden die Mitarbeiter ebenfalls schätzen lernen.

Intralogistik von Aberle

Den Zuschlag für die Erstellung des Materialflusskonzeptes und die Ausstattung der Intralogistik hat die Aberle GmbH in Leingarten erhalten. Im 26 Meter hohen Gebäudekomplex will der Systemintegrator neben einer durchgängigen Paletten- und Behälterfördertechnik ein vollautomatisches Palettenlager sowie ein hochdynamisches Shuttle-Lager für die Kleinteilelagerung einrichten. Beide Lagersysteme werden als Einbaulager realisiert. Die Prozesssteuerung und Anlagenvisualisierung übernehmen entsprechend zugeschnittene Module des Prozess-Management-Systems, die mit Schnittstellen an das kundenseitig installierte Warehouse-Management-System angebunden werden.

Mit der für Sommer 2020 geplanten Fertigstellung der Anlage stehen in dem eingassigen Palettenlager rund 1.500 Palettenstellplätze für doppelt tiefe Lagerung zur Verfügung. Das installierte Regalbediengerät sorgt darin mit seinem Lastaufnahmemittel für etwa 35 Paletten-Ein- und -Auslagerungen pro Stunde.

Die rund 30.000 Behälterstellplätze in dem neuen dreigassigen automatischen Kleinteilelager werden in der ersten Baustufe von insgesamt zwölf Shuttles bedient. Sie bieten einen Durchsatz von insgesamt 450 Ein- und Auslagerungen der Behälter pro Stunde. Für eine künftige Leistungssteigerung lassen sich weitere Shuttles nachrüsten, sodass rund 1.200 Ein- und Auslagerungen erreicht werden.

Attraktiver Arbeitgeber

Mit der Projektrealisierung wird das Familienunternehmen für weiteres Wachstum gerüstet sein und sich mit modernen Arbeitsplätzen im Wettbewerb um Fachkräfte als attraktiver Arbeitgeber positionieren. Für Markus Binder, geschäftsführender Gesellschafter der Binder-Gruppe, ist der Neubau ein Meilenstein und wesentlicher Bestandteil der Zukunftsstrategie des Unternehmens: »Mit dem Neubau sichern wir die Zukunft von Binder nachhaltig und sorgen dafür, dass wir auch künftig den Ansprüchen unserer Kunden und des Marktes gerecht werden. Vor allem aber rücken wir das Wohl unserer Mitarbeiter noch stärker in den Fokus und schaffen zukunftsweisende Strukturen.«+

Erschienen in Ausgabe: 04/2019
Seite: 42 bis 44