Weil einfach einfacher ist

Schweissen - Unabhängig von der Schweißanwendung lassen sich mit der Fastsuite Edition 2 präzise, fehlerfreie Schweißprogramme erstellen, mit denen sich gleichmäßige und qualitativ hochwertige Schweißnähte erzeugen lassen – und das laut Hersteller ganz einfach.

25. März 2019
Weil einfach einfacher ist
(Bild: Cenit)

Lichtbogenschweißen ist nicht nur ein traditionelles, sondern auch ein leistungsfähiges Verfahren der Verbindungstechnik. Dabei unterscheidet man Verfahren mit abschmelzender Elektrode (MIG/MAG) und mit nicht-abschmelzender Elektrode (WIG). Ist der Schweißvorgang mit einem Roboter automatisiert, konkurriert manuelles Teachen mit der Offline-Programmierung.

Noch immer überwiegt im betrieblichen Alltag das manuelle Teachen. Abgesehen davon, dass diese Art des Programmierens viel Prozesswissen voraussetzt, kann währenddessen auf der Anlage nicht produktiv geschweißt werden. Was sich bei einfachen Teilen, die in hohen Stückzahlen gefertigt werden sollen, möglicherweise noch rechnet, ist bei kleinen Losgrößen und hoher Varianz der Werkstücke oft nicht effizient. Hier bietet die Offline-Programmierung mit Fastsuite Edition 2eine wirtschaftliche Alternative.

Mit dieser OLP-Software können alle Aufgaben im Lichtbogenschweißen programmiert werden. Für viele Anwender entscheidend: Die Programme lassen sich hauptzeitparallel erstellen. Die Anlage kann produktiv arbeiten, während schon das nächste Werkstück programmiert wird. Dabei sind die Rollen unter den Schweißverfahren klar verteilt.

Wer sichtbare Schweißnähte hat, mit geringer Wärmeeinbringung arbeiten muss und ohne Nacharbeit auskommen will, setzt normalerweise ein WIG-Verfahren ein. Da die abschmelzende Wolframnadel bei diesem Prozess sehr genau und mit geringem Abstand zum Werkstück eingestellt werden muss, findet man den WIG-Prozess nicht so häufig in automatisierten Anlagen. MIG/MAG-Verfahren sind dagegen sehr gut automatisierbar, sofern in der Vorfertigung genau genug, das heißt präziser als beim manuellen Schweißen, gearbeitet wird. Nicht immer lässt sich Nacharbeit des Programms auf der Anlage vermeiden, aber dann geht es tatsächlich nur noch um Feinheiten. Referenzpunktsysteme und präzise Spannsysteme reduzieren diese Nacharbeiten zusätzlich.

Fertigungsverfahren simulieren

Weil sich mit Fastsuite Edition 2 die unterschiedlichsten Fertigungsverfahren simulieren lassen, ist die Nachbildung kompletter Prozessketten »aus einem Guss« möglich, so Anbieter Cenit. In der Blechbearbeitung könnte das beispielsweise ein vorgelagerter Biegeprozess oder eine nachgelagerte Bearbeitung sein – und das bei individuell gestaltbarer Bedienoberfläche der jeweiligen Steuerung.

Unabhängig von der Schweißanwendung erstellt Fastsuite Edition 2 laut Hersteller präzise, fehlerfreie Schweißprogramme, mit denen sich gleichmäßige und qualitativ hochwertige Schweißnähte erzeugen lassen. Selbst Aufgaben, bei denen zwei oder mehr Roboter gemeinsam an einem Bauteil schweißen, lassen sich mit der Software umsetzen. Dabei finden automatisch Kollisionsbetrachtungen statt, sodass bei sich überschneidenden Arbeitsbereichen zweier Roboter klare Arbeitsräume definiert werden. Solche Aufgaben werden dann in Fastsuite prozesssicher synchronisiert.

Die Software ist skalierbar ausgelegt – das heißt in der Praxis: Die Programme für einfache Aufgaben für Roboter lassen sich ebenso realisieren wie solche für komplexe Schweißzellen mit mehreren Robotern und externen Achsen.

Für die 3D-Simulation stehen umfangreiche Bibliotheken zur Verfügung. Der Anwender findet darin nicht nur seinen Roboter, sondern auch Drehtisch, Spannmittel, Brenner und Schweißstromquelle katalogisiert und direkt abrufbar. Eine elegante Möglichkeit, Fastsuite kundenspezifisch einzusetzen, sind sogenannte »Plugin Paths«. Damit lässt sich die Standardinstallation sauber von kundenspezifischen Anpassungen trennen. In der Praxis ist Fastsuite fast immer auf dem jeweiligen lokalen Rechner installiert, während die Plugin Paths im firmeninternen Netzwerk abgelegt werden. Bei diesen Inhalten handelt es sich beispielsweise um bestimmte Voreinstellungen und für spezielle Aufgaben ermittelte Parameter. Die Trennung von Standardsoftware und Plugin Paths erleichtert die Verwaltung der OLP-Tools.

Eine Ergänzung stellte Cenit im vergangenen Jahr vor: ein additives Fertigungsverfahren, das auf Auftragsschweißen basiert. Der Clou liegt darin, dass Bewegungs- und Bearbeitungsprogramme direkt aus den CAD-Daten des Werkstücks generiert werden.

Fastsuite Edition 2 mit Offline-Programmiersystemen von Roboterherstellern zu vergleichen, wird beiden Arten von Software nicht gerecht. Während beispielsweise Roboguide von Fanuc voraussetzt, dass der Bediener sowohl Roboterexperte ist, als auch den Prozess beherrscht, kommen laut Cenit auch weniger routinierte Bediener mit Fastsuite schnell zurecht.

Erschienen in Ausgabe: 02/2019
Seite: 18