Weidmüller setzt auf russischen Markt

Unternehmen wächst überdurchschnittlich in Russland

16. April 2013

Region Ural und in Povolie geplant. Wie optimistisch das Unternehmen die langfristige Entwicklung sieht, zeigt auch die Gründung einer eigenen Vertriebsgesellschaft in Russland. Allen Unkenrufen zum Trotz bietet Russland weiterhin jede Menge Potenzial, insbesondere im Bereich der Robotik zählt das Land zu den führenden Nationen weltweit.

Langfristig plant Weidmüller, den Marktanteil insbesondere in allen Anwendungsbereichen der Elektrotechnik in Russland zu erhöhen. „Zu den Erfolgsfaktoren am russischen Markt gehört definitiv eine starke und vertrauenswürde Marke sowie die enge Abstimmung zwischen unseren Industriemanagern der verschiedenen Branchen“, sagt Natalia Mitrofanova, Managing Direktor Weidmüller Russland. „Schließlich müssen die Komponenten den Anforderungen in allen Branchen standhalten.“

Zu den wichtigsten Branchen des Unternehmens in Russland zählen die Energiebranche (insbesondere die technische Einrichtung entlang der großen Gas-Pipelines), sämtliche Prozessindustrien und die Transportbranche. Derzeit kooperiert Weidmüller hier etwa mit Siemens im Rahmen eines Großprojekts für die olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi, wo neue Triebzüge die Standorte schneller miteinander verbinden werden. Wichtigste Partner für Weidmüller in Russland sind neben Siemens auch ABB, Schneider Electric, General Electric und Alstom.

Konkret wurde zuletzt das Produkt POCON als applikationsspezifische Lösung eigens für den russischen Markt entwickelt und anschließend in Weidmüllers Gesamtportfolio aufgenommen. Aktuell vergibt die Deutsch-Russische Außenhandelskammer den Innovationspreis 2013. Weidmüller hat sich mit seinem innovativen Produkt POCON für diese Ausschreibung beworben. Informationen zu dem Wettbewerb der Deutsch- Russischen Außenhandelskammer finden Sie hier.

„Die Besonderheit des russischen Marktes sind die extremen klimatischen Bedingungen, denen unsere Komponenten hier Stand halten müssen“, sagt Natalia Mitrofanova. „Die Signale und Daten der Züge müssen beispielsweise auch bei minus 60 Grad im russischen Winter weitergeleitet werden.“

Im Vergleich zu den europäischen Standards sind die Zertifizierungen in Russland von Grund auf verschieden. So müssen deutsche Produkte jeweils umfangreich an die Anforderungen des russischen Marktes angepasst werden, die völlig eigenen Regeln folgen. Langfristig wäre daher die Übernahme europäischer Standards durch Russland sehr wünschenswert. „Zudem stellen Projekte in Russland häufig aufgrund der für europäische Verhältnisse kaum fassbaren Größe des Landes große logistische Herausforderungen dar“, so Natalia Mitrofanova.

Trotz dieser Herausforderungen sind aber aufgrund des großen Marktpotenzials dennoch alle großen europäischen Industriekonzerne im Land, um sich ein Stück vom Kuchen abzuschneiden – entsprechend groß ist auch die Konkurrenz bei den Projektvergaben.

Das Land leidet derzeit unter einem Mangel an gut ausgebildeten Ingenieuren. Dennoch sollen die heimischen Märkte aber vor allem mit inländischem Know-how wachsen. Um dieses Ziel zumindest zum Teil zu erreichen, setzt das Land auf Kooperationen mit ausländischen High-Tech-Spezialisten. So werden talentierte ausländische Ingenieure hier stets mit offenen Armen empfangen. Gleichzeitig verlassen gute russische Ingenieure das Land Richtung Europa, da sie hier bessere Verdienstmöglichkeiten erwarten. Entsprechend schwer ist es auch für Weidmüller, russische Ingenieure für die hohen Anforderungen deutscher Ingenieurskunst gewinnen zu können. Hinzu kommt die sprachliche Herausforderung: In Russland sprechen die wenigsten Menschen fließendes Englisch – dies ist allerdings absolut notwendig, um sich mit dem deutschen Headquarter abstimmen zu können.