Wasserversteher

Durchflussmessung - Wasser spielt als Ausgangs- und Hilfsstoff eine wichtige Rolle. Messtechnisch galten Neben- und Hilfskreisläufe aber lange als weniger relevant. Transparenz- und Optimierungswille steigern den Bedarf nach Messtechnik, vor allem nach Right-Tech-Produkten.

02. Mai 2019
Wasserversteher
Der Picomag misst Durchfluss und Temperatur. (Bild: Endress+Hauser)

messgeräte für die Durchflussmessung müssen genau und langzeitstabil sowie hochkompakt und zuverlässig arbeiten. Typische Messstellen sind Wasserzuführungen und -abführungen an Anlagen und Maschinen, Kühl- und Heizkreisläufe an Behältern und Separatoren sowie die Steuerung von Spül- und Reinigungsflüssigkeiten in sogenannten Prozess-Skids, also Anlagenkomponenten, die für die jeweilige Teilaufgabe konstruiert und optimiert sind.

Durchflussmessungen sind auch für die Prozessführung und Bilanzierung von großer Bedeutung, wie etwa Wassermengen/Retentat nach der Umkehrosmose. Aus technischer und wirtschaftlicher Sicht sind magnetisch-induktive Durchflussmessgeräte wegen der vorhandenen Leitfähigkeit in diesen Nebenkreisläufen besonders für diese Einsatzfälle prädestiniert.

Industrie-4.0-ready

Industrie-4.0-ready

Das Picomag von Endress+Hauser ist ein magnetisch-induktives Durchflussmessgerät und erfasst gleichzeitig sowohl den Durchfluss von elektrisch leitfähigen Medien als auch deren Prozesstemperatur. Der Durchfluss kann bidirektional, also in beide Richtungen erfasst werden. Picomag bietet Anwendern darüber hinaus die Inbetriebnahme via Bluetooth mithilfe der kostenlosen SmartBlue-App.

Mittels IO-Link-Technologie wird eine nahtlose Systemintegration ermöglicht, also die Übertragung von Mess- und Diagnosewerten in übergeordnete Steuerungskomponenten. Damit ist Picomag Industrie-4.0-ready. Alternativ können einfach und flexibel auch konventionelle Signaltechniken wie etwa Stromausgänge (4 – 20 Milliampere), Puls-/Schaltausgang, Spannungsausgang (2…10 Volt) und Schalteingänge genutzt werden.

Die hohe Genauigkeit von ± 0,8 Prozent v. M. und die gute Wiederholbarkeit von ± 0,2 Prozent v. E. bei der Durchflussmessung ermöglichen einerseits den Einsatz in Regelungen und Steuerungen, andererseits aber auch den Einsatz in Verbrauchsmessungen und Monitoring-Anwendungen. Der Einsatzbereich umfasst Durchflüsse bis zu 750 Liter pro Minute, Prozesstemperaturen von –10 bis 70 Grad Celsius und Prozessdrücke bis zu 16 Bar. Für Anwendungen mit CIP-Prozessen kann der Picomag bis zu einer Stunde mit 85 Grad Celsius Reinigungsmedium durchgespült werden. Aufgrund seiner Kompaktheit kann der Picomag auch bei engen Raumverhältnissen in alle Rohrleitungen von DN15 (1/2 Zoll) bis DN50 (2 Zoll) eingebaut werden. Als Prozessanschluss ist standardmäßig ein G-Außengewinde vorhanden. Zusätzlich stehen verschiedene Prozessanschluss-Adapter wie Innengewinde (G), Außengewinde (R, NPT) und Victaulic zur Verfügung. Speziell für die Pharma-Industrie ist auch eine Montage mittels Tri-Clamp möglich.

Klare Handhabung

Auf dem großen Farbdisplay werden Messwerte wie Durchfluss, Temperatur und Summenzähler einfach und im Klartext dargestellt. Während des Messbetriebs auftretende Fehler, eine Teilrohrfüllung oder Temperaturüberschreitung, werden durch Diagnosesymbole gemäß NAMUR-Empfehlung NE 107 sofort angezeigt. Je nach Einbaulage (horizontal, vertikal) dreht sich das Anzeigenfeld zudem automatisch, sodass eine optimale Ablesbarkeit jederzeit gewährleistet ist. Schließlich können durch einfaches Klopfen auf die Gehäuseoberfläche Konfigurationsparameter sofort abgerufen und kontrolliert werden. Sollte der Anwender die Bluetooth-Schnittstelle deaktivieren, beabsichtigt oder unbeabsichtigt, kann über diese Klopfsteuerung Bluetooth bei Bedarf schnell und einfach wieder aktiviert werden – ganz ohne aufwendige Bedientools.

Integration über IO-Link

Das Gerät verfügt über zwei flexible Ein-/Ausgänge, die in unterschiedlichen Kombinationen konfiguriert werden können. Zur Auswahl stehen Stromausgänge (4 – 20 Milliampere), Puls-/Schaltausgang, Spannungsausgang (2…10 Volt), IO-Link und Schalteingänge, für das Rücksetzen des Summenzählers. Die flexible Konfiguration ermöglicht vor allem auch in der Lagerhaltung im Ersatzteilwesen eine einfache Planung und einen hohen Standardisierungsgrad. Somit entfällt die zum Teil aufwendige Lagerung verschiedener Ersatzgeräte mit unterschiedlicher Ausgangskonfiguration.

Die digitale Datenübertragung zu Prozessleitsystemen mittels IO-Link-Technologie ist ein weiteres Highlight des Picomag. Dieser seit zehn Jahren etablierte Kommunikationsstandard ist mit allen gängigen Feldbus-Systemen kombinierbar und bietet somit höchste Flexibilität bei der Installation in bestehende Anlageninfrastrukturen. So kann der Picomag über die I/O-Link-Schnittstelle und einen entsprechenden IO-Link-Master in ein übergeordnetes Profinet-Netzwerk eingebunden werden. Dies erlaubt Anwendern einen umfassenden Datenzugriff – von der Schaltwarte bis auf den Sensor.

Zu den Vorteilen der IO-Link-Technologie gehören auch die automatische Übertragung von Parametern nach einem Gerätetausch sowie der geringe Verkabelungsaufwand gegenüber herkömmlicher Verdrahtung – ein ungeschirmtes dreiadriges Standard- kabel zwischen Sensor und IO-Link-Master reicht aus, selbst bei einer Entfernung von bis zu 20 Metern. Eine Offline-Parametrierung ist möglich, sodass die Inbetriebnahme schnell und einfach erfolgen kann.

Erschienen in Ausgabe: 03/2019
Seite: 60 bis 61