Was wird kommen?

ERP: Welche Bedeutung haben IoT, Künstliche Intelligenz und digitale Disruption für die Geschäftssoftware? Dieser Fachbeitrag gibt Anregungen, worauf vermehrt zu achten ist.

29. März 2018
ERP-Systeme liefern wesentliche Daten, mit denen sich Kundenverhalten vorhersagen und Prozesse in die richtige Richtung steuern lassen.
ERP-Systeme liefern wesentliche Daten, mit denen sich Kundenverhalten vorhersagen und Prozesse in die richtige Richtung steuern lassen.

Wer 2018 auf der Gewinnerseite stehen will, muss sein Geschäftsmodell digitalisieren, bevor das Geschäftsmodell des Wettbewerbs an einem vorbeizieht. Godelef Kühl, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Godesys AG, fasst die wichtigsten ERP-Herausforderungen zusammen: »Themen wie Robotik und Künstliche Intelligenz werden immer wichtiger. Gutes ERP wird in diesem Zusammenhang unsichtbar: Die Prozesse laufen automatisch, und mit dem Internet of Things etabliert sich immer stärker eine Maschine-zu-Maschine-Kommunikation.«

Künstliche Intelligenz (KI) und KI-basierte Anwendungen werden für mittelständische Unternehmen vor allem im Bereich der Warenbeschaffung an Bedeutung gewinnen. »Gefragt sind automatisierte Dispositionsverfahren, die mithilfe von Stochastik-Trends künftige Absätze erkennen und Bestellungen daran ausrichten können«, erläutert Kühl.

Hier liefern ERP-Systeme wesentliche Daten, mit denen sich Kundenverhalten vorhersagen und Prozesse in die richtige Richtung steuern lassen. Das Godesys Open Business Framework ermöglicht es Anwendern beispielsweise, eigenständig Algorithmen zu erstellen, zu verändern und zu nutzen. Setzen Unternehmen auf die richtigen Tools zur Speicherung, Auswertung und Verwaltung großer Datenmengen, auch mittels KI, können sie sich auf dem Markt als digitale Vorreiter behaupten. Die vergangenen Jahre waren den Front-End-Systemen gewidmet. Digitalisierung geht aber weit über Front-End hinaus. Integration und Vernetzung finden vielmehr im Back-End statt. Wer seine Kunden wirklich in den Mittelpunkt stellen will, braucht daher eine kaufmännisch sinnvolle Datenaggregation, um wirkliche Mehrwerte anbieten zu können.

Prozessautomatisierung funktioniert dabei am besten mit dem bekannten ERP. Die Einbindung neuer Funktionen und Eingabemöglichkeiten, beispielsweise Chatbots, ist dabei kein Problem. Aufgrund wachsender Rechenleistung lässt sich immer schneller auf immer umfangreichere Datenbestände zugreifen, was auch intelligente Dialoge mit dem Nutzer ermöglicht.

Digitale Disruption planen

Systeme wie Alexa, Siri, Hello Google oder Watson werden in naher Zukunft echte Kommunikation zwischen Mensch und Maschine etablieren können. »Ist die Zeit reif, wird es schnell gehen. Daher müssen Unternehmen neue Entwicklungen sehr genau beobachten und schnell auf sie reagieren. Mithilfe eines flexiblen ERP ist digitale Disruption planbar«, erläutert Kühl.

Nicht die menschliche Interaktion über Browser oder Smartphone, sondern die Kommunikation zwischen Maschinen und Geräten (MtoM) wird künftig die Mehrzahl des Datenvolumens ausmachen. Für ERP-Anwender, aber auch für die Industrie und gewerbliche Anwendungen eröffnen sich dadurch völlig neue Möglichkeiten. IoT-Dienste interagieren mit Webservern, die jeweils mit den IoT-Objekten über das Internet verbunden sind.

Die Steuerung dieser Dienste erfolgt zumeist über Apps. Die betrieblichen Vorteile dieser digitalen Dienste liegen auf der Hand: Geschäftsmodelle können automatisiert werden, Servicekonzepte und die Sharing-Economy werden weiterwachsen.

Veränderte Märkte

Die Verbraucherbindung aus solchen Anwendungen wird Märkte komplett verändern. Dass Smartphones aus dem Alltag nicht wegzudenken sind, steht außer Frage. Auch selbstfahrende Autos oder schlaue Datenbrillen gehören längst zum Alltag. Digitale Normalität sollte daher zum Mantra im Unternehmen werden.

Der ERP-Experte möchte für ein besseres Verständnis rund um das Trendthema Digitalisierung sorgen. Kühl dazu: »Der Austausch relevanter Informationen wird über die Vernetzung und klare Prozesse gefördert. Egal ob Digitalexperte, Anwender oder Softwareentwickler – alle haben, aus unterschiedlichen Perspektiven, bereits Erfahrungen mit Digitalisierung gemacht und teilen diese Erkenntnisse. Die Digitalisierung betrifft uns alle. Dieses Thema, seine Herausforderungen und Handlungswege werden wir in den kommenden Monaten vermehrt vorantreiben.«

Erschienen in Ausgabe: 02/2018

Schlagworte