Vorstoß ins Drahtlose

Condition Monitoring - Die Übertragung von -Maschinenzustandsdaten ist unabdingbar. Ein neues Konzept verbindet jetzt erstmals drahtgebundene mit drahtloser Sensorüberwachung.

23. Februar 2006

Industrielle Kommunikations­technologien wie Industrial Ethernet müssen höchsten Sicherheitsstandards genügen. Für eine hohe Verfügbarkeit ist dabei auch intakte und wirkungsvolle Infrastruktur entscheidend. Zu diesem Zweck hat Rittal, Herborn, System­anbieter für Gehäuse- und Schaltschranktechnik, das drahtgebundene, modulare Überwachungssystem Computer Multi Control TopConcept (CMC-TC) entwickelt. Es schützt die Schaltschränke, Schalträume oder abgesetzte Feldgehäuse. Mit diesen Informationen ist der Verantwortliche ständig und rechtzeitig über äußere Zugriffe, erhöhte Temperaturen oder Feuchte im Bilde und kann gegebenenfalls Maßnahmen einleiten. Durch die Modularität lässt sich das System den individuellen Anforderungen der Unternehmen anpassen.

Ethernet und Web-Server

Wenn nötig, lässt sich das CMC-TC nachträglich erweitern oder nachrüsten. Damit bietet es Investitionssicherheit für die IT-Infrastruktur in der Automatisierung. Mit Ethernet über TCP/IP wird das drahtgebundene Condition Monitoring über das Simple Network Management Protocol an Systeme angebunden, die für das Netzwerk-Management verantwortlich sind. Zusätzlich integriert die Rittal-Lösung einen eigenen Web-Server für die Steuerung über einen Internetbrowser, sie unterstützt Standards wie RS232, Telnet, SSH, FTP oder SMTP. Über einen Server mit standardisierter Software-Schnittstelle und SNMP arbeitet das CMC-TC auch in Leitständen in der Industrie- oder Gebäudeautomation.

Mit einem ersten Konzept zur drahtlosen Überwachung von Netzwerkinfrastrukturen möchte Rittal die Entwicklung des Condition Monitoring in eine neue und viel versprechende Richtung lenken. In Zukunft soll ein kabelloses Sensornetzwerk auf Basis eines störunanfälligen und sicheren Übertragungsstandards das vorhandene CMC-TC ergänzen: Ein geeignetes Mittel dafür ist der Einsatz von Wireless-Sensoren. Die bis­herigen Strukturen bleiben bestehen, das Ergebnis wäre eine umfassende Condition-Monitoring-Lösung.

Ausführliche Testreihen

Dazu planen die Ingenieure des Herborner Unternehmens ausführliche Testreihen, auch unter extremen Bedingungen wie etwa in einem Bergwerk oder unter ähnlich rauen Umgebungen. In diesen Tests erprobt Rittal gekapselte Funksensoren mit einem Frequenzbereich von 2,4 GHz (ISM-Band) sowie Übertragungsraten bis 2 Mbps bei Reichweiten von bis zu 900 Metern im Freien und etwa 100 Metern in Gebäuden. Für drahtloses Condition Monitoring wären diese Werte ausreichend.

Die jetzt vorgestellte erste Lösung besitzt zumindest schon mal eine praktische Eigenschaft: Der Stromverbrauch der Sensoren ist laut Rittal so minimal, dass bei normaler Anwendung ein Wartungszyklus von fünf Jahren möglich ist.

Erschienen in Ausgabe: 01/2006