Vollkommen resistent

Elektroautomation

Bediengeräte - Edelstahl-Industrie-PC von Noax unterstützen die Warenwirtschaft und sichern die Rückverfolgung bei einem Zerlegebetrieb. Sie widerstehen dabei täglich zuverlässig harten Bedingungen wie Wasser unter Hochdruck, Laugen und Säuren.

01. Dezember 2016

Hygiene ist oberstes Gebot in der Fleischverarbeitung. Darum hat die Reinigung der Betriebsräume einen zentralen Stellenwert auch bei der Peter Mattfeld und Sohn GmbH. Freitags wird dabei mit Reinigungsmitteln gearbeitet, die ein saures Milieu erzeugen. An den anderen Wochentagen kommen hingegen alkalische Substanzen zum Einsatz. »Das machen wir, damit sich die Mikroorganismen nicht an ein bestimmtes Reinigungsmittel gewöhnen«, erklärt ein Qualitätsmanager. Fünf Stunden dauert die Reinigung insgesamt. Eine eigene Schicht ist allein dafür vorgesehen.

Zunächst werden sämtliche Gegenstände in den Produktionsräumen mit Wasser in Trinkwasserqualität unter Hochdruck abgespritzt. Auf diese Weise entfernen die Mitarbeiter des Reinigungsunternehmens Fett und Fleischrückstände. Nach dem Abspritzen schäumen die Frauen und Männer an den Hochdruckreinigern den Raum und alle Gegenstände mit einem speziellen Reinigungsmittel ein, das einige Zeit einwirkt. Daraufhin entfernen sie das Reinigungsmittel sorgfältig von allen Objekten.

Sämtliche Maßnahmen müssen mit dem sogenannten HACCP-Konzept (Hazard Analysis and Critical Control Points) in Übereinstimmung stehen, denn seit 2006 dürfen in der EU nur noch Lebensmittel in den Handel gebracht werden, die die HACCP-Richtlinien erfüllen: Gründliche Reinigung der Produktions- und Verkaufsräume sowie deren Dokumentation gehören zwingend dazu.

Mattfeld beliefert als Großhändler und Zerlegebetrieb für Rinder, Schweine und Lämmer vor allem Hotels, Gaststätten und Einzelhändler. Die rund 120Mitarbeiter verarbeiten hauptsächlich Tiere aus Norddeutschland, doch es wird auch Fleisch aus den wichtigsten Erzeugerländern, zum Beispiel aus Argentinien, Uruguay oder Neuseeland, importiert. Besonders in der gehobenen Gastronomie verlangen die Gäste nach diesen Produkten.

Das Hamburger Unternehmen schlachtet nicht selbst, sondern erhält Schweinehälften und Rinderviertel der umliegenden Schlachthöfe. Es verarbeitet pro Nacht bis zu 1.200 halbe Schweine und rund 100Rinderviertel. Bestimmte Fleischstücke wie Roastbeef oder Entrecôte reifen in einem streng kontrollierten Verfahren zunächst eine Woche am Knochen und danach mindestens eine weitere Woche in der Verpackung. Das Ziel ist, den Kunden erstklassiges Steakfleisch anzubieten.

Dokumentation ist wesentlich

Doch nicht nur bei ihren Produkten achten die Verantwortlichen von Mattfeld peinlich genau auf Qualität, auch die Prozesse müssen den strengen Anforderungen des Unternehmens gehorchen. Dazu gehören vor allem eine akribische Dokumentation aller Arbeitsschritte und die Rückverfolgbarkeit der Ware bis zum Mäster.

Zur Erfassung der Daten in der Produktion gab es bei Mattfeld zunächst ein System auf DOS-Basis, mit dem die Mitarbeiter aber lediglich die Ein- und Ausgänge registrieren konnten. Dieses System entsprach aber nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik: Jeder Artikel hatte seine eigene Nummer, die die Mitarbeiter bei jeder Verbuchung einzeln eingeben mussten.

Darüber hinaus offenbarte auch die Hardware Schwächen: Die Datenerfassung erfolgte über handelsübliche PC, die in Edelstahlboxen eingebaut waren. Besonders die Reinigung dieser Boxen verlief nicht optimal: Von vorne konnte zwar kein Spritzwasser an den PC kommen, doch nach hinten waren die Boxen zur Belüftung offen. Die PC liefen ständig Gefahr, durch die Luftfeuchtigkeit geschädigt zu werden und auszufallen.

Zwei Möglichkeiten versprachen Erfolg: entweder den PC in einer komplett geschlossenen Box zu installieren oder auf die PC zu verzichten und sie durch Industrie-PC mit einem Gehäuse aus Edelstahl zu ersetzen. Da beide Varianten ähnlich viel gekostet hätten, favorisierten die Verantwortlichen den komplett geschlossenen Industriecomputer. Auf verschiedenen Wegen informierten sie sich, welche Lösungen speziell für die Fleischindustrie angeboten werden.

»Wir wussten, dass Noax die besten IPC baut, allerdings gehören sie nicht zu den preiswertesten«, berichtet der Prokurist von Mattfeld. »Und ich habe mich gefragt: Brauchen wir diese Qualität wirklich? Daher haben wir zunächst ein anderes Produkt ins Auge gefasst.«

Vor allem um zu sehen, ob es mit der Reinigung in der Zerlegehalle zurechtkommt, stellten Mitarbeiter der IT dort ein Testgerät auf, allerdings ohne es in Betrieb zu nehmen. Innerhalb von drei Wochen lief das Display voller Wasser und dies allein nur durch die Luftfeuchtigkeit. Mit Spritzwasser kam es nie in Berührung.

»Danach war für uns klar: Industrie-PC von Noax sind ihren Preis wert«, resümiert der Prokurist. »Schließlich muss man sich darauf verlassen können. Die Mitarbeiter der IT sind nicht um Mitternacht im Haus, um im Notfall einzugreifen.« Mattfeld setzt nur ein Modell ein, nämlich den Noax-IPC Steel S19 mit einem komplett geschlossenen Gehäuse aus Edelstahl und einer Bildschirmgröße von 19 Zoll.

Der Qualitätsmanager erinnert sich: »Als die Frage im Raum stand, ob wir 15-Zoll-IPC oder die 19-Zöller oder beide Größen nehmen, haben wir uns entschieden, ausschließlich das Modell mit 19-Zoll-Bildschirmgröße einzusetzen. Bei verschiedenen Größen hätte man die Software für jede Auflösung eigens anpassen müssen und da macht sich die Homogenität bezahlt. Das 19-Zoll-Display ermöglicht außerdem ein sehr komfortables Arbeiten.«

Nicht nur die einfache und ergonomische Bedienung hat den Qualitätsmanager überzeugt, für ihn war vor allem die komplett geschlossene, absolut wasserdichte Bauweise gemäß Schutzart IP69K entscheidend: »Die können Sie unter Hochdruck abspritzen, mit Reinigungsmitteln einschäumen, ganz gleich ob alkalisch oder sauer, wieder abspritzen– jeden Tag aufs Neue– und sie funktionieren tadellos.«

Außerdem haben die Edelstahl-Industrie-PC von Noax weder Ritzen noch Spalten, wo sich Mikroorganismen ansiedeln könnten. Auch von den Mitarbeitern wurden die neuen Geräte schnell akzeptiert. Der Prokurist berichtet von älteren Kollegen: »Das Gesamtsystem ist von unseren Mitarbeitern sehr gut angenommen worden, auch von Mitarbeitern, die keinen Computer zuhause haben. Uns ist es sehr wichtig, dass die Bedienung einfach und intuitiv erfolgt.«

Schnittstelle zu den Druckern

Die Noax-Edelstahl-IPC dienen nicht nur der Dokumentation, Rückverfolgung oder Warenwirtschaft, sondern auch als Visualisierungs- und Eingabemedium, und sie bilden zudem die Schnittstelle zu den Etikettendruckern. Vor allem in der Warenannahme, der Produktion, der Küche, wo mehrheitlich Convenience-Produkte hergestellt werden, und bei der Kommissionierung kommen die Noax-Industrie-PC zum Einsatz. Um die Rückverfolgung zu gewährleisten, müssen alle Tätigkeiten in einem bestimmten Prozess, zum Beispiel das Zerlegen oder das Portionieren, ein- und wieder ausgebucht werden, und zwar durchgängig in jeder Abteilung. Dadurch kann das Unternehmen genau angeben und dokumentieren, aus welchen Chargen die Produkte entstanden sind.

Das Fazit fällt für alle Beteiligten positiv aus: Seit dem Jahr 2013 unterstützen die Noax-IPC die Prozesse im Zerlegebetrieb Peter Mattfeld, ohne dass es jemals Probleme gegeben hätte, und das trotz Kälte, 100Prozent Luftfeuchtigkeit und täglicher Reinigung.

Anforderungen und Anwendung

Ziele:

? Automatisierung bei der Verwiegung und Klassifizierung des Fleisches

? Exakte Dokumentation für die Rückverfolgbarkeit

? Verbesserung der Produktqualität

? Reduzierung von Kosten

? Schnellere Kommissionierung

IPC-Anforderungen:

? Einsatz bei der Fleischverarbeitung

? Robuste, widerstandsfähige Konstruktion

? Tägliche Reinigung der IPC mit hochkorrosiven Desinfektionsmitteln

? Komplett geschlossene Bauweise gemäß Schutzart IP69K

? Großes, gut lesbares Display mit Touchscreen

? Einfache und intuitive Bedienung

? Sicherheit bei großen Temperaturschwankungen und hoher Luftfeuchtigkeit

? Anbindung von mehreren Barcode-Scannern pro IPC

? Maximale Laufsicherheit und Verfügbarkeit unter extrem belastenden Bedingungen

Erschienen in Ausgabe: 08/2016

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