Visionäres in Stuttgart

Messe - Die industrielle Bildverarbeitung ist als klassische Querschnittstechnologie interessant für praktisch alle Branchen. Doch noch längst nicht alle haben sie entdeckt. Das möchte die Fachmesse Vision 2008 ändern.

09. Oktober 2008

Wie in den Jahren zuvor erhebt sie auch heuer wieder mit etwa 290 Ausstellern den Anspruch, für jedes Fertigungsproblem eine Lösung zu haben. Egal, ob es um Farbbilderkennung, Identifikationsaufgaben, die Vollständigkeitskontrolle von Teilen, die Oberflächenkontrolle von Bandmaterial, Identifikationsaufgaben oder Sicherheitschecks geht. Daher sind beim Kunden neben den IBV-Komponenten vor allem auch komplette Systeme gefragt. Die Verteilung der Komponenten- zu den Systemherstellern liegt bei drei Fünftel zu zwei Fünftel. Mit im Ausstellungsportfolio sind zudem Kameras, Frame Grabber, Optik- und Beleuchtungslösungen, Prozessoren, Softwaretools, IBV- und Identifikationssysteme sowie Dienstleistungen.

Innovationen

Zu den Neuheiten auf der Vision 2008 zählen Sensoren, die nicht nur wie bisher viele Aufgaben der klassischen Sensorik erfüllen, sondern auch die einfacher Bildverarbeitungslösungen übernehmen. Dies erklärt auch ihr exorbitantes Marktwachstum. Sie eignen sich für die Regelung, Steuerung und Kontrolle der einzelnen Prozessschritte, die zunehmend mehr Sensoren erfordern, um die immer komplexer werdenden Aufgaben lösen zu können. Dazu zählen beispielweise gleichzeitig unterschiedlichste Objektmerkmale wie die Anwesenheit von Bauteilen, ihre Lage, die Vollständigkeit, Geometrie und Farbe zu erfassen und auszuwerten. Ebenfalls ein Thema für die Vision 2008 ist der Entwicklungsschub bei den Multikern-Prozessoren für PC- und Rechnersysteme. Denn die Mehrprozessortechnologie ermöglicht dem Anwender von Bildverarbeitungssoftware, seine Auswertealgorithmen zu beschleunigen und damit auch höhere Taktraten etwa in der Qualitätskontrolle der Fertigungsprozesse verwirklichen zu können. Ein weiteres Einsatzfeld von Vision Sensoren ist die Kontrolle von Labels, Etiketten, Aufklebern und Verschlusselementen auf Verpackungseinheiten, Blistern, Flaschen, Dosen und Bechern. Zudem können sie die Lage-, Anwesenheits- und Vollständigkeitskontrolle von Kleinteilen in Montage- und Fertigungsprozessen ausführen, etwa bei der Deckelprüfung von Kunststofflaschen. Mit ihrem Ausstellungsportfolio zielt die VISION vor allem auf die drei wichtigsten Abnehmerbranchen von IBV-Komponenten und -Systemen: die Anwender aus der Elektronik-/ Elektrotechnik-Industrie, der Automobil- und Zulieferindustrie sowie der metallbe- und verarbeitenden Industrie.

Industrial Vision Days

Die Industrial Vision Days haben auch auf dem neuen Messegelände einen festen Platz mitten im Geschehen. Im Forum in der Halle 6 erörtern Experten an allen drei Messetagen aktuelle Forschungsergebnisse und stellen Vertreter namhafter Unternehmen in über 40 Vorträgen ihre Fertigungslösungen vor.

Vision Award

Dieser mit 5.000 Euro dotierte Bildverarbeitungs- Oscar wird in diesem Jahr bereits zum 16. Mal vergeben. Ausgezeichnet werden alljährlich Unternehmen, die sich um bahnbrechende Neuheiten in der IBV verdient gemacht haben. Die Jury ist mit namhaften Experten besetzt: Roland Beyer, Daimler AG; Don Braggins, Machine Vision System Consultancy; Holger Hofmann, Isra Vision AG und Martin Wäny, Awaiba Lda. Sie ermittelt den Preisträger unter den eingegangenen Bewerbungen. Die Preisverleihung fi ndet im Rahmen des »Get Together« am ersten Messetag, dem 4. November 2008 statt. Der Gewinner des Vision Award stellt seine Entwicklung zudem in einem eigenen Vortrag im Rahmen der Industrial Vision Days vor.

Vision Academy: der Anwender Workshop

Ein neuer Programmpunkt ist in diesem Jahr die Vision Academy, die erste Hersteller- und produktneutrale Bildungseinrichtung für Machine Vision. Zielgruppe des Anwender Workshops sind insbesondere Maschinen- und Anlagenbauer, die bisher mit Bildverarbeitung noch nichts zu tun hatten und diese Technologie einführen wollen. Das Angebot richtet sich an Entscheider, Projektingenieure und Techniker aus den Bereichen Qualitätssicherung, Wartung und Maschinensteuerung. Dabei spielen die Herkunftsbranchen eine eher untergeordnete Rolle, da die Technologie allgegenwärtig ist. An allen Messetagen stellen hochkarätige Experten fünf Bildverarbeitungsthemen vor, betrachten – ausgehend von den betreffenden Märkten, Branchen und Produkten – typische Aufgabenstellungen und deren Besonderheiten und vermitteln wichtige Grundlagen. Aufbauten und Prinzipien zeigen, wie die Machine Vision arbeitet. Abgerundet werden die Vorträge durch die Darstellung der technischen Umsetzungen anhand praktischer Beispiele.

Erschienen in Ausgabe: 05/2008