Veronika, der Lenz ist da

Elektroautomation

Touchdisplays - Spargelschälmaschinen für den internationalen Markt müssen einfach zu bedienen sein. Der Global Player Hepro setzt darum für den richtigen Schnitt auf Touchdisplays von Wachendorff Prozesstechnik.

25. April 2017
Schonendes An-legen der Messer bewirkt ein voll-ständiges und rundes Schälergebnis.
Bild 1: Veronika, der Lenz ist da (Schonendes An-legen der Messer bewirkt ein voll-ständiges und rundes Schälergebnis. )

Alle Jahre wieder fiebern die Feinschmecker einem besonderen Termin entgegen: dem ersten Spargelstich. Die Sprossen des Gemüsespargels brauchen besondere Böden und ein spezielles Klima, damit sie gut gedeihen. Aufgrund seiner Beschaffenheit von Hand geerntet, gilt Spargel als kostbare Delikatesse, die möglichst frisch auf den Tisch kommen sollte. Wer schon einmal frischen Spargel zubereitet hat, weiß, wie mühsam das Schälen der dünnen Stiele ist. Die abgetragenen Streifen sollen möglichst dünn sein und auf keinen Fall darf die zarte Spitze abbrechen – ist sie doch das Beste des köstlichen Gemüses.

Um die Mengen, die während der kurzen Ernteperiode anfallen, schnell und wirtschaftlich zu verarbeiten, nutzt man heute spezielle Schälmaschinen. Ein Hersteller solcher Maschinen ist die Firma Hepro, die ihren Sitz in Ostwestfalen hat. Hier, umgeben von Spargelfeldern, hatten Christoph Protte und Siegfried Hennemeier 1992 den Auftrag, eine Maschine zum Spargelschälen zu entwickeln. Hans-Josef Brautmeier, ein Freund der beiden Maschinenbautechniker, war nämlich Spargelbauer und wünschte sich einen Schälautomaten, der das empfindliche Gemüse nach höchsten Qualitätsansprüchen bearbeiten konnte. So machten sich die beiden ans Werk und meldeten 1994 das erste Patent an. Hepro war gegründet und beliefert heute die ganze Welt mit Schälmaschinen für Spargel, aber auch für Karotten, Gurken oder Schwarzwurzeln.

Empfindliche Ware

Nach über 20 erfolgreichen Jahren gibt es vom kleinen Automaten, der während der Saison im Einzelhandel steht, bis hin zu großen Anlagen für die industrielle Fertigung viele unterschiedliche Maschinen im Hepro-Sortiment. In Südamerika etwa, wo Spargel durch besondere klimatische Verhältnisse das ganze Jahr über Saison hat, wird er tonnenweise in großen Fertigungslinien verarbeitet und findet dann den Weg ins Glas, in die Kühltruhe oder in Fertiggerichte wie Hühnerfrikassee.

In den Schälmaschinen von Hepro werden die Stangen durch automatische Greifer vorsichtig gefasst und dann mit der Spitze in sogenannten Tulpen mithilfe von Luftpolstern sanft fixiert. So wird die Spitze geschützt, während versetzt angeordnete Schälerpaare am Spargel entlang gleiten und für den perfekten Schnitt sorgen. Nicht jede Sorte Spargel ist gleich und je nach Witterung und Bodenbeschaffenheit können Stangen dicker oder dünner, länger oder kürzer, härter oder weicher ausfallen.

Der Weg der Schäler kann ebenso unterschiedlich sein wie die benötigte Druckluft, damit die Stangen sicher in der Tulpe bleiben und trotzdem die kostbare Spitze keinen Schaden nimmt. So sind die Maschinen von Hepro besonders flexibel ausgestattet und können vom Bediener entsprechend der aktuell zu schälenden Ware eingestellt werden. Damit dies im laufenden Betrieb schnell und einfach gelingen kann, verwendet Hepro Bediengeräte von Wachendorff.

Franz Mielemeier, der mit seiner Firma Sipro für die Elektronik der Schälmaschinen verantwortlich ist, dazu: »Wir verwenden für unsere Maschinen Codesys-basierte Steuerungen in Kombination mit Web-Panel.« Er hatte damals seinen Betrieb zeitgleich mit Hepro gegründet und gehört zu den Partnern der ersten Stunde.

Gesucht – gefunden

»Wir suchten im vergangenen Jahr nach einer preisgünstigen und gleichzeitig flexiblen Lösung, um unsere Maschinen einfach bedienbar zu machen. Da Hepro weltweit liefert, brauchen wir die Möglichkeit, unterschiedliche Sprachen und auch Schriftzeichen auswählen zu können«, ergänzt der Elektrofachmann. Fündig wurde er nach Internetrecherche, Besuchen bei Händlern und Präsentationen von Herstellern schließlich bei Wachendorff Prozesstechnik. »Hier haben wir ein sehr robustes und brilliantes Web-Panel mit 10-Zoll-Display zu einem sehr attraktiven Preis gefunden, das alles kann, was wir brauchen«, freut sich Mielemeier.

Eine Displayvariante mit ausgefallenen Features wäre für die Aufgaben bei Hepro völlig überdimensioniert – schließlich läuft die Visualisierung über die Steuerung, während das Bediengerät hier wirklich nur die Aufgabe der Mensch-Maschine-Schnittstelle übernimmt. Per Touch kann der Bediener die Maschine ein- und ausschalten, bestimmte Parameter wie die Länge der zu schälenden Stangen oder den Druck, mit dem die Schäler an den Spargel gedrückt werden, einstellen. In einer zweiten Ebene, die passwortgeschützt nur autorisierte Techniker erreichen können, lassen sich weitere Spezialfunktionen abrufen – etwa die Schließzeiten von Messern verändern und Geschwindigkeiten von Motoren oder Ventilen variieren.

Großes Display gewünscht

»Vor allem die vielen Parameter, die man hier ablesen und einstellen kann, lassen das Herz der Techniker höher schlagen«, erklärt Mielemeier. »Darum haben wir uns auch für ein großes Display entschieden, auf dem man viele Werte noch gut lesbar darstellen kann«, ergänzt er. Konkret kommt bei Hepro das 10-Zoll-Web-Panel WWPEC100 von Wachendorff zum Einsatz. Es ist mit nur 32,5 Millimetern Einbautiefe nahezu überall installierbar und wird für Hepro mit eigenem Logo ausgeliefert.

Die Platine des Web-Panels WWPEC ist durch eine spezielle Beschichtung gegen Korrosion und Feuchtigkeit geschützt, was gerade beim Einsatz in der Lebensmittelindustrie besonders wichtig ist. Das lüfterlose System mit 32-Bit-RISC-Prozessor und 600-MHz-Takt besitzt reichlich Rechenpower und überzeugt durch angenehm schnelle Seitenumschaltung.

Erschienen in Ausgabe: 03/2017

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