Turm im Blick

Materialfluss - Wendelförderer bewegen Güter über Ebenen und fungieren als Puffer in der Produktion. Mit dem WF 3000 von MiniTec kann der Materialfluss aufwärts, abwärts, reversibel oder getaktet erfolgen, was zahlreiche Einsatzmöglichkeiten eröffnet.

02. Mai 2019
Turm im Blick
Der WF 3000 überwindet mehr als 50 Meter Förderstrecke. (Bild: MiniTec)

Förderanlagen transportieren die unterschiedlichsten Güter in der Industrie über weite Strecken, Ebenen und verschiedene Klimazonen hinweg. Die Materialflusslösungen haben sich hierbei nicht nur dem Fördergut, sondern auch den räumlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Unternehmen anzupassen. MiniTec bietet für solche Herausforderungen als Ergänzung seiner vorhandenen Materialflusslösungen den leistungsstarken und gleichzeitig kompakten Wendelförderer WF 3000 an. Er basiert auf dem MiniTec-Baukastenprinzip. Mehr als 50 Meter Förderstrecke auf einer Grundfläche von weniger als drei Quadratmetern sind mit dem Wendelförderer realisierbar. Dieser ermöglicht die Pufferung von zahlreichen Transportgütern in der Produktion sowie die Überwindung von Höhenunterschieden bis zu drei Meter in Hallen oder Produktionsanlagen. Der Wendelförderer WF 3000 von MiniTec wurde unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit für den Einsatz auf kleinsten Flächen konzipiert.

Vielseitige Einsatzmöglichkeiten

Mit der Weiterentwicklung des Wendelförderers für den Reversierbetrieb sind nun ganz neue Einsatzmöglichkeiten erschlossen worden. So kann der Materialfluss in der neuesten Ausführung des Wendelförderers aufwärts oder abwärts, reversibel oder getaktet erfolgen — mit einer regelbaren Geschwindigkeit von fünf bis 50 Meter pro Minute. Der Turm ist ausgelegt für eine Last bis 20 Kilogramm pro Meter Förderstrecke und eine Gesamtbelastung von 300 Kilogramm.

Bei einem MiniTec-Kunden in der Nahrungsmittelproduktion wird der Förderer eingesetzt, um die Produkte nach der Verpackungsstation bis unter die Hallendecke zu fördern. Dort übernimmt ein Gliederkettenförderer die Produkte, um sie zur 700 Meter entfernten Lkw-Ladestation zu bringen. Der dort eingesetzte WF 3000 fährt die Pakete wieder auf Hallenboden-Niveau, wo sie von einem Roboter auf Paletten gesetzt werden. So bleibt die gesamte Hallenfläche für den ungestörten Staplerverkehr frei.

Ein weiteres Beispiel ist der Einsatz in einer Produktionsanlage für Automobilkomponenten. Bei diesem Kunden wird der Turm mit Stahlteilen manuell geladen. Die Kapazität des Turms reicht aus, um eine angeschlossene Fertigungsmaschine für 90 Minuten vollkommen autark zu beschicken. Die Entnahme der gefertigten Teile übernimmt ein Portalroboter, der dann die anschließenden Prozessmodule versorgt. Dieser Turm verfügt bei einer Gesamthöhe von zwei Meter über eine Förderstrecke von 40 Meter und eine regelbare Fördergeschwindigkeit von fünf bis elf Meter pro Minute. Dabei kann der Fördervorgang variabel getaktet werden.

Bei einem Kunden der Kosmetikindustrie wird der Förderer mit der neuen Möglichkeit zum Reversierbetrieb als Produktionsspeicher und gleichzeitig als Kühlturm eingesetzt. Mehr als 4.000 Produkte werden hier innerhalb von einer Stunde von 65 auf weniger als 30 Grad Celsius gekühlt. Bei einer konstanten Fördergeschwindigkeit von fünf Meter pro Minute wird für den Abkühlvorgang eine Durchlaufzeit von acht Minuten erreicht. Der gesamte Turm ist gekapselt und auf fünf Grad Celsius mit einem Kühlaggregat gekühlt. Der Turm hat ein Volumen von fünf Kubikmeter und kühlt 300 Kilogramm der Produkte in einem Durchlauf.

Wirtschaftlich fördern

Eine weitere Aufgabe löst der Wendelförderer für einen Kunden in der Nahrungsmittelindustrie. Um auf unterschiedliche Geschwindigkeiten der vor- und nachgelagerten Prozesse reagieren zu können, muss der Turm hoch dynamisch von fünf bis 50 Meter pro Minute Fördergeschwindigkeit geregelt werden. Das Stückgewicht der Pakete beträgt ein Kilogramm und die Förderhöhe 3,5 Meter.

Alle Wendelförderer sind unter dem Aspekt möglichst großer Wirtschaftlichkeit konzipiert. Für den Betrieb der Anlagen sind lediglich zwei Elektromotoren erforderlich, was sich bei den Energiekosten positiv bemerkbar macht. Für die Synchronisierung der Antriebe kommt moderne Regelungstechnik zum Einsatz, die auch geschwindigkeitsdynamische Anwendungen ermöglicht. Zur Einsparung von Energie kann die Anlage optional mit einer automatischen Abschaltung bei Leerlauf ausgeführt werden. Der Abstand zwischen den Förderebenen lässt sich variabel entsprechend den Abmessungen des Fördergutes ausführen. Optimierte Gleitleisten garantieren minimale Geräuschentwicklung. Durch die Verwendung ausschließlich hochwertiger Komponenten ist die Anlage nahezu wartungsfrei. In der neuesten Ausführung sind nun auch Schnittstellen zur Fernwartung und Anzeige der Service-Intervalle verfügbar, wie der Hersteller mitteilt.

Für den optimalen Einsatz als Produktionspuffer, Kühlturm oder Logistiker stehen eine Reihe von Optionen entsprechend der Aufgabenstellung zur Verfügung. Bei Verwendung zur Beschickung von Fertigungsanlagen kann eine Teileidentifikation mit Bildverarbeitung vorgeschaltet sowie eine Füllstandskontrolle und -anzeige angeboten werden. Bei häufigem Produktwechsel ist die kontrollierte Leerfahrt eine Option.

Erschienen in Ausgabe: 03/2019
Seite: 20 bis 21