Tür zu - sicher und sanft!

Technik

Dämpfungselemente - Immer öfter stehen in Supermärkten und Bäckereien Brotschneidemaschinen nicht mehr hinter der Verkaufstheke, sondern davor – zur gefälligen Selbstbedienung durch die Kunden. Das macht natürlich eine Reihe von Sicherheitsvorkehrungen nötig.

18. Mai 2011

Möchten Sie es geschnitten oder am Stück?“ Diese Frage hört man in vielen Bäckereien und Supermärkten auf der Welt. Denn dort sind die Brotschneidemaschinen der Daub Bakery Machinery BV immer häufiger für die Kunden frei zugänglich, ohne dass dies auf Kosten ihrer Sicherheit oder der Verkaufszahlen ginge. Im Gegenteil: Die Verlagerung von hinter dem Ladentisch in den Bereich davor verringert die Personalkosten der sie einsetzenden Betriebe. Daher ist über kurz oder lang damit zu rechnen, dass sich Brotschneidemaschinen wie der D-Self Slicer immer weiter durchsetzen werden.

Die Holländer entwickeln und produzieren seit über 100 Jahren Backtechnik, exportieren ihre Produkte sowie Lösungen global und stellen an sich selbst den Anspruch die »Tradition der Zukunft« zu gestalten. Um diesem Credo zu genügen, legen sie bei ihren Produkten und bei denen ihrer Zulieferer großen Wert auf Qualität, Flexibilität und Design. Und die Geräte von Daub sind nicht nur funktional, sondern auch wahre Hingucker.

Bei der Herstellung des D-Self Slicers hat Daub mit der ACE Stoßdämpfer GmbH einen Partner gefunden, dessen Produkte im Dämpfungssektor für eben diese Kriterien bekannt sind.

Perfekt geschult und routiniert im Umgang mit Brotschneidemaschinen ist kein Kunde. Die Sicherheitsbestimmungen in Deutschland wie den Niederlanden stellen deshalb hohe Anforderungen an den Kundenschutz.

Hier gibt es nichts auf die Finger

Bei der Entwickler des D-Self Slicers stand daher im Pflichtenheft, dass jegliche Verletzungsgefahr ausgeschlossen werden muss, die durch die scharfen Messer der selbsttätig arbeitenden Maschine hervorgerufen werden könnte. Deshalb wurde eine herunterklappbare Schutztür konzipiert, die den automatischen Brotschneidevorgang erst starten lässt, wenn die Klappe komplett geschlossen ist. So sind Verletzungen ausgeschlossen.

Die einfache Bedienung und die für jeden Anwender offensichtliche Sicherheit lassen die Hemmschwelle vor der Benutzung der Maschinen sinken und tragen so zur Steigerung der Akzeptanz seitens der Kundschaft bei.

Das sanfte Öffnen und Schließen der Schutztür an den Brotschneidemaschinen ist nicht nur aus Sicherheitsgründen wichtig. Es sorgt zudem bei den Kunden für eine als angenehm empfundene Bedienung. Dass die Schutztür in ihren Endlagen von der Muskelkraft der sie bedienenden Person gebremst werden würde oder sich gar mit lautem Klappern öffnen oder schließen lässt, kam daher nicht in Frage. Es musste eine Dämpfungslösung gefunden werden, die das Konzept abrundet und eine geführte, harmonische Bewegung möglich macht.

Aus diesem Grund entschieden sich die Konstrukteure zu einer Kooperation mit dem Repräsentanten der ACE Stoßdämpfer GmbH in den Benelux-Ländern, Ralf Küppers. Dieser schlug Rotationsbremsen für die Integration in den Haubenmechanismus vor.

Zwei für zwei

Nach ausgiebigen (und erfolgreichen) Tests kommen nun bei den doppelt wirkenden Brotschneidemaschinen Rotationsbremsen vom Typ FDT57 zum Einsatz. In den einseitig wirkenden Varianten arbeiten ähnlich aussehende Bremsen vom Typ FDN57. Letztgenannte öffnen und schließen die Schutztüren noch sanfter als die Bremsen vom Typ FDT57.

Neben der Dämpfungsart unterscheiden sich die wartungsfreien, einbaufertigen Maschinenelementen noch in ihrem Bremsmoment. Dies liegt bei den FDT-Bremsen bei 4,7 Nm und bei den einseitigen Pendants mit 5,5 Nm sogar noch etwas höher. Die Eckdaten sind dabei so gewählt, dass selbst 80 Prozent ihrer maximalen Leistungen noch ausreichen, um die Schutzklappe kontrolliert und harmonisch öffnen wie schließen zu können. Denn in beiden Fällen verfügen die Bremsen auch nach 50.000 Zyklen noch über diese 80 Prozent der maximalen Leistungsfähigkeit.

Gleich ist bei beiden Rotationsbremsen-Typen auch, dass die Kraftübertragung am Schaft oder per Ritzel erfolgt und für das Öffnen und Schließen der Schutzklappe Silikonöl durch eine Drossel oder einen Spalt verdrängt wird. Die Viskosität des Öls sowie der Querschnitt der Drossel bestimmen dabei das Bremsmoment. Soll bei anderen Einsatzfällen das Bremsmoment während des Betriebs veränderbar sein, lässt sich das einfach durch ein Verstellen der Einstellschraube bewerkstelligen.

Robert Timmerberg

Erschienen in Ausgabe: 04/2011