Strategische Entscheidung

Nestlé wählt openSafety als Sicherheitsstandard für Verpackungsmaschinen

03. August 2011
Bild 1: Strategische Entscheidung
Bild 1: Strategische Entscheidung

Einerseits sind Großkonzerne wie Nestlé auf die flexible Auswahl unter Maschinen verschiedener Herstellern angewiesen, anderseits haben sich die meisten Maschinenhersteller auf eine bestimmte Automatisierungsplattform festgelegt, sodass mit verschiedenen Maschinenfabrikaten immer auch unterschiedliche Steuerungssysteme – und damit verschiedene Bussysteme – in eine Linie integriert werden müssen. Zu Nestlés wichtigsten Automatisierungslieferanten zählen Siemens, Rockwell Automation, Schneider Electric und B&R, die bei ihren Steuerungen Profinet, EtherNet/IP, Sercos III bzw. Powerlink einsetzen. Aktuell führt eine spezielle Engineering-Gruppe bei Nestlé in der Schweiz gemeinsam mit den Automatisierungslieferanten die Pilotimplementierung einer Verpackungslinie durch, um herstellerübergreifende Standards für die Integration verschiedener Steuerungen zu entwickeln. Im Mittelpunkt steht dabei die Verwendung offener Kommunikationstechnologien.

Das Projekt hat vordringlich zwei Ziele. Dazu zählt erstens die Erstellung einer Spezifikation für Verpackungsmaschinen auf Grundlage der Packaging-Machine-Language PackML. Bei PackML handelt es sich um eine Richtlinie der Omac User Group (Organization for Machine Automation and Control) für offene, modulare Automatisierungsarchitekturen, deren Status-Modell eine einheitliche Verwaltung sämtlicher Betriebsarten bei Verpackungsmaschinen vorsieht. Auf dieser Basis sollen am Ende des Projekts Standardbibliotheken für die jeweiligen Steuerungssysteme entwickelt und dem Maschinenbau zur Verfügung gestellt werden. Zweitens will Nestlé einen steuerungs- und busunabhängigen Sicherheitsstandard auf der Grundlage von openSafety einführen, mit dem sich ohne Einschränkungen sicherheitsbezogene Informationen zwischen den Maschinen beziehungsweise Steuerungen unterschiedlicher Fabrikate austauschen lassen.