Schunk Expert Days on Service Robotics

Die achten Schunk Expert Days on Service Robotics lieferten jede Menge Anlass zum Staunen, seien es Nanoroboter mit Durchmessern von einem Zehntel Mikrometer oder Reha-Roboter, die Schlaganfallpatienten zum Gehen verhelfen.

30. März 2015

Ein besonderes Highlight war die öffentliche Weltpremiere des Assistenzroboters Care-O-bot 4, der sich aufgrund einer effizienten Modulbauweise in weniger als zehn Minuten komplett montieren lässt. Zwei Tage lang präsentierten 17 internationale Referenten auf dem weltweit führenden Symposium für die angewandte Servicerobotik neue Technologien, Forschungsprojekte und Anwendungen aus der Welt der Servicerobotik.

“Ich bin sprachlos”, so die spontane Reaktion von Dr. Julie Shah, Assistenzprofessorin am Massachusetts Institute of Technology (MIT), am Ende des Vortrags zu Mikro- und Nano-robotern von Prof. Dr. Peer Fischer vom Max Planck Institut für intelligente Systeme in Stuttgart. Ganz bewusst hatte der Kompetenzführer für Spanntechnik und Greifsysteme Schunk die Veranstaltung unter das Motto „Service robotics: Probing new horizons“ gestellt und nach Referenten Ausschau gehalten, die neue Horizonte der Servicerobotik erkunden. Visionäre Komponenten, wie feinfühlige Sensorhäute der TU München, gelenkige Snake-Arm-Robots von OC Robotics aus Großbritannien oder hochadaptive Greifer von RightHand Robotics aus den USA, waren auf den Schunk Expert Days ebenso zu erleben wie innovative Inspektionsroboter für Kraftwerke von Alstom Inspection Robotics, kollaborative Mensch-Roboter-Teams für die Flugzeugmontage vom MIT oder leistungsfähige und dynamische Transportplattformen von Grenzebach Automation. Pioniergeist gezielt fördern will die Bosch Start-up-Plattform, die dazu dient, kreative Servicerobotik-Ideen systematisch in verwertbare Geschäftsmodelle zu verwandeln.

Servicerobotik bietet reichlich Potenzial

Dr. Andreas Goerdeler vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie unterstrich auf dem Symposium die Bedeutung der Robotik für die bundesdeutsche Industrie. So biete der Einsatz von Robotertechnologie unter anderem die Chance, die Produktion von Konsumgütern wieder in Hochlohnländer wie Deutschland zurückzuholen und den Industrieanteil am Bruttosozialprodukt auszubauen. Innerhalb des Förderprogramms „Autonomik für Industrie 4.0“ wurden mittlerweile die vier Cluster „Flexible Automation“, „Industrielle Servicerobotik“, „Home-Automation“ und „3D-Technologien“ gebildet, in denen unter anderem Projekte, wie flexible Reinigungsroboter für die Gebäudereinigung, modulare Montageplattformen, aber auch die automatisierte Herstellung von Sportschuhen gefördert werden. Dass sich das Engagement lohnt unterstrich Henrik A. Schunk, geschäftsführender Gesellschafter des Gastgebers Schunk, bereits zu Beginn der Veranstaltung: „Die Servicerobotik befindet sich heute mitten in der Implementierung und sie hat das Potenzial, die industrielle Revolution massiv mit nach vorne zu bringen.“