Sicherheitseinrichtungen

Safety, aber nicht nur

Industrieller Sicherheit eilt der zweifelhafte Ruf voraus, ein Hindernis für die Produktivität zu sein. Doch wie wäre es, wenn man das Thema Sicherheit dazu nutzen könnte, die Betriebsabläufe besser zu verstehen, für bessere Abläufe zu sorgen und eine Anlage insgesamt zu optimieren? Rockwell Automation hat dazu neue Ideen.

05. November 2018
Bild: Rockwell Automation
(Bild: Rockwell Automation)

Intelligente Sicherheit kann durchaus dazu beitragen, Produktivität und Verfügbarkeit einer Anlage zu steigern. Angewendet werden hierzu die gleichen Konzepte wie für die intelligente Produktion oder Industrie 4.0 – das heißt lückenlose Konnektivität und Echtzeitanalytik. Dies trägt nicht nur dazu bei, die Sicherheit der Produktionsanlagen besser zu überwachen und zu verwalten, sondern auch die Betriebsabläufe insgesamt zu transformieren. Indem Sicherheitseinrichtungen in Betriebsabläufe eingebunden und die Mitarbeiter in der Anwendung dieser Geräte geschult werden, lassen sich die Produktivität steigern, Maschinenstillstände erkennen/beheben und Produktionsprobleme vorhersagen. Intelligente Sicherheitseinrichtungen ermöglichen den Zugriff auf Sicherheitsdaten, die bisher nicht generiert wurden oder nicht aus ihren Systemen extrahiert werden konnten. Diese Daten liefern Erkenntnisse zu Schlüsselaspekten der Betriebsabläufe, zum Beispiel, wo sicherheitsrelevante Ausfälle auftreten, wenn Mitarbeiter die Standardbetriebsverfahren befolgen und ob Maschinen sich der Ausfallgrenze nähern.

Erfasste Daten sinnvoll nutzen

Von diesen Erkenntnissen lässt sich in vielfacher Hinsicht profitieren, um die Produktion zu verbessern. Von intelligenten Sicherheitseinrichtungen erfasste Sicherheitsdaten legen eine Spur zu größeren Problemen, die die Produktion beeinträchtigen. Zum Beispiel kann ein Produktionsleiter anhand der Daten sehen, dass eine sicherheitsverriegelte Schutztür häufig benutzt wird und die Produktion stört. Eine Befragung der zuständigen Mitarbeiter ergibt möglicherweise, dass die Tür routinemäßig geöffnet wird, um ein schlecht funktionierendes Gerät zu justieren. Daten von Sicherheitseinrichtungen helfen auch, Diskrepanzen zwischen Regelwerken und Betriebsverfahren mit negativen Auswirkungen auf die Verfügbarkeit zu erkennen.

Beispielsweise könnten Sicherheitseinrichtungen von Mitarbeitern manipuliert werden, etwa indem Mitarbeiter auf Not-Halt-Tasten drücken, um die Produktion am Ende eines Arbeitszyklus zu stoppen, was Ausschussquoten erhöht und Maschinenanlaufzeiten verlängert. Doch intelligente Sicherheitseinrichtungen speichern den Zeitpunkt ihrer Betätigung, was dazu beiträgt, Missbrauch zu erkennen und zu verhindern. 

Geringerer Verdrahtungsaufwand

Eine langfristige Erfassung der Daten von Sicherheitseinrichtungen ermöglicht, den Gerätebetrieb über die Zeit zu verfolgen. Im Endeffekt helfen diese Daten dabei, die Nutzungs- oder Lebensdauer eines Geräts vorherzusagen. Das Wartungspersonal kann daraufhin den Austausch von Geräten vor deren Ausfall planen, wodurch gleichzeitig sichergestellt wird, dass die Austauscharbeiten während eines planmäßigen Anlagenstillstands stattfinden. 

Traditionelle Sicherheitseinrichtungen müssen mit Sicherheitseingängen verdrahtet werden. Dadurch steigt die Komplexität des Systems, was es schwieriger macht, von verschiedenen Sicherheitseinrichtungen kommende Daten zu unterscheiden. Intelligente Sicherheitseinrichtungen können mit einem sicherheitsbasierten Kommunikationsprotokoll in Reihe geschaltet werden. So wird das System vereinfacht und der Verdrahtungsaufwand um bis zu 38 Prozent reduziert, gleichzeitig lässt sich individuell auf Gerätedaten zugreifen. 

Bediener oder Techniker können den Status angeschlossener Sicherheitseinrichtungen per Bedienoberfläche oder Mobilgerät einsehen. Tritt ein Problem auf, kann das betroffene Gerät schnell identifiziert, die Diagnose des Problems gestartet und die Reparatur veranlasst werden. Geräteprobleme können protokolliert und Interaktionen verfolgt werden, um die Geräte in der Zukunft noch wirkungsvoller einzusetzen. 

Die Dokumentation und das Berichtswesen für zugelassene Sicherheitssysteme können Herausforderungen mit sich bringen, da sicherheitsbezogene Daten für Inspektionen, Konformitätsprotokolle, Störungsmeldungen, Schulungen und sonstige Prozesse oft manuell eingegeben werden. Intelligente Sicherheitslösungen integrieren Auditfunktionen in Bedienoberflächen und Steuerungen, damit Organisationen den Auditprozess automatisieren und beschleunigen können.

So wird Personal für andere Prioritäten frei, und die Wahrscheinlichkeit von Fehlern verringert sich. Selbstverständlich geht es bei intelligenter Sicherheit vor allem um den Schutz vor Arbeitsunfällen. Durch die Vernetzung von Mensch, Maschine und Arbeitsplatz werden neue Gelegenheiten geschaffen, um sowohl die Mitarbeiter als auch die Umwelt besser zu schützen. 

SPS IPC Drives: Halle 9, Stand 205

Erschienen in Ausgabe: 07/2018

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