Reduziert aufs Maximum

BILDVERARBEITUNG - Auf der Turntec erregte die Meß- und Sortiermaschine VisiSort-Txs Aufsehen. Hier lesen Sie, warum.

02. Juni 2005

Als Hersteller von Vision-Systemen gehört die Visicontrol GmbH, Weingarten, zu den Pionieren und den technologischen Schrittmachern der gleichermaßen universellen wie anspruchsvollen Bildverarbeitungstechnologie. Mehr noch: Seit der Erstpräsentation von VisiSort im Jahr 1995 ist Visicontrol zudem als Hersteller von leistungsfähigen Meß- und Sortiermaschinen für die 100prozentige Kontrolle von Massenteilen gut im Geschäft. Mittlerweile umfaßt das Lieferprogramm sowohl Lösungen mit Glasrutsche und Drehteller, als auch die VisiSort-E, die mit ihrem Durchsatz von bis zu 1.200 Teilen pro Minute derzeit die 100prozentige Qualitätssicherung in der Schraubenindustrie revolutioniert.

Geschäftsführer Volker Jauch: »Mit VisiSort bewegen wir uns ganz klar im High-End-Segment. Zum Teil werden in den Maschinen bis zu sechs Kameras eingesetzt. Außerdem passen wir jede VisiSort teilespezifisch und materialflußtechnisch perfekt an die jeweiligen Anforderungen der Kunden an.«

Nun: modular aufgebaut, sind die VisiSort-Basismaschinen zwar hinsichtlich Anwendungsflexibilität und Leistung wahrlich Top, allerdings haben die Qualitäten auch ihren Preis. Nochmals Volker Jauch: »Es gibt zahlreiche Anwendungen, bei denen wir mit unserer bewährten VisiSort-Baureihe quasi mit Kanonen auf Spatzen schießen.« Weniger ist manchmal mehr. Deshalb zeigte Visicontrol als Weltpremiere zur Turntec 2004 die brandneue Visi-Sort-Txs erstmals öffentlich. Augenfälligster Unterschied zu den etablierten VisiSort-Schwestern ist der sehr kleine - mithin kostbare Hallenfläche sparende - footprint von lediglich 1.300 mm x 850 mm sowie die geringe Höhe von nur 1.470 mm. Diese Schrumpfung erklärt sich vor allem dadurch, daß die VisiSort-Txs konsequent für den Einsatz nur einer Prüfstation mit maximal zwei Kameras ausgelegt wurde und ferner mechanische Auf- und Anbauten für optionale Erweiterungen fehlen.

Jauch: »Wir haben die VisiSort-Txs konsequent nach dem Reduce to the Max-Prinzip auf die Kernaufgabe Maßprüfung reduziert und optimiert.« Was aber nicht heißt, daß es sich bei der Txs um eine »Friß-Vogel-oder-stirb-Maschine« handelt.

Selbstverständlich lassen sich Kamera, Optiken und Beleuchtung den jeweiligen Kundenanforderungen anpassen. Und auch hinsichtlich Materialzuführung und Teilefluß gibt es keine Einschränkungen. Ob Bunker, Steilförderer, Abführbänder oder Verpackungseinrichtungen - alles ist möglich.

Die VisiSort -Txs formschön und ergonomisch designed, dabei uneingeschränkt industrietauglich, einfach zu programmieren und schnell auf neue Werkstücke umgerüstet. Jauch: »In der Txs stecken über 15 Jahre Erfahrung mit der Applikation von Bildverarbeitungssystemen.« Dabei setzt Visicontrol, wie bei den großen VisiSort, auf das eigene Visionsystem MVS-40. Der DSP-basierte BV-Rechner integriert die gesamte Betriebs- und Bediensoftware in einem Flash-ROM, übernimmt sämtliche SPS-Funktionalitäten für die Steuerung der Gesamtanlage und ist natürlich auf das ebenfalls Visicontrol-eigene Beleuchtungssystem VisiLum abgestimmt. Außerdem verfügt das MVS-40 über alle gängigen Schnittstellen, um zum Beispiel Meßdaten oder SPC-Auswertungen mit übergeordneten EDV-Systemen auszutauschen. Mit einem Durchsatz von 80 bis 400 Teilen pro Minute und einer Meßgenauigkeit von +/- 3 μm bietet die Glas-Drehtellermaschine überzeugende Leistungsdaten für die Maßkontrolle unterschiedlichster Teile bis 50 Gramm Gewicht, fünf bis 56 Millimeter Kantenlänge und ein bis 40 Millimeter Höhe. Das Aspektverhältnis (Teillänge in Förderrichtung im Vergleich zu seiner Höhe) sollte mindestens 1,5 betragen.

Die Teilezuführung ist direkt auf den Glas-Drehteller möglich. Das Ausschleusen, respektive Sortieren von Prüflingen erledigen Pneumatik-Ventile. Nicht erkannte Teile werden abgestreift und separat abgefangen. Abriebfeste Kunststoffrohre machen das Ausschleusen fast geräuschlos. Mit schallgedämmter Zu- und Abführung kann die Zelle neben Handarbeitsplätzen arbeiten.

Übrigens: Seit Anfang März gehört Visicontrol zur schweizerischen Baumer-Gruppe, Frauenfeld.

Erschienen in Ausgabe: 02/2005