Reaktion auf die neue Lärm- und Vibrationsschutzverordnung

Neuer Maßstab für den Schallschutz an Pressenstraßen: Schallpegelreduzierung um bis zu 22 dB

14. Mai 2012
Schallschutz an einer Pressenstraße
Bild 1: Reaktion auf die neue Lärm- und Vibrationsschutzverordnung (Schallschutz an einer Pressenstraße)

Bisher war bei Großserienpressen und ähnlichen Anlagen eine Lärmreduzierung um 16 dB „state of the art“. Jetzt hat die Faist Anlagenbau GmbH Schallschutzsysteme entwickelt, die den Geräuschpegel um bis zu 22 dB senken. Ziel ist es, auch bei sehr leistungsstarken Pressen den Schallpegel unter 80 dB zu halten.

Hintergrund dieser Entwicklung: Nach der neuen Lärm- und Vibrationsarbeitsschutzverordnung müssen in Lärmbereichen ab 80 dB kostenintensive Maßnahmen für die Mitarbeiter eingeleitet werden. Gemäß den Betriebsvereinbarungen der Automobilhersteller sind diese sogar verpflichtet, ihren Mitarbeitern eine Zulage zahlen, wenn der Geräuschpegel bei mehr als 85 dB liegt.

Faist hat umfassende Erfahrung im Schallschutz von Anlagen der Umformtechnik. Hier ist besonderes Know-how erforderlich, weil das Frequenzspektrum sehr breitbandig ist. Beim Pressvorgang werden sehr tieffrequente, impulshaltige Geräusche freigesetzt. Diese Schwingungen lassen sich mit den herkömmlichen (absorptiven) Mitteln des Schallschutzes nur schwer beherrschen. Das Handling der Blechtafeln und der gepressten Bleche erzeugt höhere Tonlagen, und in nochmals höheren, aber immer noch deutlich vernehmbaren Frequenzen ist die Schrottabfuhr der Blechreste zu hören.

Zu dem von Faist entwickelten Konzept für einen hochwirksamen, breitbandigen Schallschutz gehört die vollständige Körperschallentkopplung der Einhausung, die auch außerhalb des Pressenfundamentes aufgesetzt ist. Die gesamte Einhausung ist freistehend konstruiert und nur über spezielle Entkopplungselemente mit der Presse verbunden. Dabei kommt ein modulares System aus Einzelelementen zum Einsatz, die im Faist-Werk Krumbach gefertigt und vor Ort installiert werden.

Auch für die zwangsläufig offenen Zu- und Abführungen der Pressenstraßen sowie für die Hubtore an den einzelnen Pressenstationen, die für den Wechsel der schweren Werkzeuge vorgesehen sind, hat Faist konstruktive, schallschluckende Lösungen gefunden. Die Praxis zeigt, dass mit diesem Bündel von Maßnahmen eine Schalldämmung von bis zu 22 dB erreicht wird. Damit spart der Betreiber der Pressenstraße langfristig Kosten, weil er auf Zulagen verzichten kann. Zudem wird die Motivation und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter im Umfeld der Pressenstraße erhöht.