1. Herr Schall, wie zufrieden sind Sie angesichts der momentanen wirtschaftlichen Lage mit der Ausstellerbeteiligung auf der diesjährigen Motek?

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Kurz und knapp: Mit rund 1.000 Ausstellern und fünf gut gefüllten Hallen sind wir mehr als zufrieden. Zeitweise konnten wir mit solch einem guten Ergebnis nicht rechnen. Jedoch haben die Aussteller die Zeichen der Zeit erkannt und zeigen dem Publikum ihre Leistungsfähigkeit.

2. Wie kann eine Messe auch im Krisenjahr 2009 erfolgreich sein?

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Spätestens in Krisenzeiten setzt sich Qualität durch. Da geht es ans Eingemachte und Ausflüchte oder fadenscheinige Werbesprüche gelten nicht mehr. Mit der Motek begleiten wir die Automationsbranche schon seit den 80er-Jahren durch alle Höhen und Tiefen. Das macht uns bei den Ausstellern wie bei den Fachbesuchern sehr glaubwürdig, und die Branchenteilnehmer vertrauen uns als Anbieter ihrer wichtigsten Informations-, Kommunikations- und Beschaffungs-Plattform auch dann, wenn es einmal nicht so gut läuft.

3. Welche Ausstellungsschwerpunkte sind auf der Motek 2010 zu finden, wo hat sich die Ausstellerbeteiligung verändert?

Einer der Erfolgsfaktoren der Motek ist, dass sie von Komponenten über Baugruppen und Subsysteme bis hin zu kompletten Automatisierungs- und Montagelösungen die ganze Breite abbildet. Parallel dazu greifen wir behutsam immer wieder neue Themen wie die Mechatronik, die Mikrosystemtechnik, die Energieeffizienz auf und bündeln diese erstmalig zur Motek 2009 in sogenannten Themenparks. Der Schwerpunkt liegt diesmal auch auf kostengünstigen Detail- und Teillösungen, denn diese lassen sich schneller umsetzen und bringen Anwendern sofort Effizienz.

4. Welche technischen Trends sehen Sie bei den Exponaten?

Mechatronik und Mikrosystemtechnik auf der einen Seite, Energieeffizienz und Kostenreduktion auf der anderen. Auffallend ist, dass elektrisch betriebene Handling- und Portalmodule immer mehr an Gewicht gewinnen, weil sie nur bedarfsbezogen Energie benötigen, feinfühliger zu steuern sind und vor allen Dingen auch eine lückenlose Prozessüberwachung ermöglichen.

5. Was versprechen Sie sich von der Entscheidung, die Bondexpo in die Motek zu integrieren?

Die Bondexpo steht nach wie vor als eigene Veranstaltung im Raum. Da die industrielle Klebetechnik heute elementarer Bestandteil der Füge- und Montagetechnik ist, haben wir die Komplementär-Fachmesse Bondexpo im Umfeld der Motek angesiedelt. Die Anwender können sich so auf der Bondexpo über Klebetechnologien und die Produkte dafür informieren und auf der Motek über die Handling- und Robotersysteme für Klebstoff-Applikationen. Das verstehen wir unter gelebter Synergie, zumal die Montagetechnik-Prozesskette weiter geschlossen wird.

6. Wie sind Ihre Erwartungen sowohl hinsichtlich der Fachbesucher als auch der Entscheidungsvorbereiter und Investoren?

Qualität setzt sich immer und besonders in schwierigeren Zeiten durch. Produktionsunternehmen, die die vorherrschende Situation als Chance begreifen, werden ihre Fachleute schicken, um weitere Rationalisierungsmöglichkeiten auszuloten und sich noch besser aufzustellen. Folglich rechnen wir mit einem guten Zustrom an Fachbesuchern aus dem In- und Ausland. Das Angebot jedenfalls spricht für sich ob kleine Detaillösungen oder das Investment in eine neue Montagelinie, bei uns ist der Stand der Technik zu sehen und nur der, der permanent in den Stand der Technik investiert, verfügt über genügend Wettbewerbskraft, wenn es wieder aufwärts geht.

Paul E. Schall

Der gelernte Mechaniker und passionierte Oldtimer-Sammler veranstaltet heuer zum 28. Mal seine stärkste Messe, die Motek. Mit 21 Fach- und Publikumsmessen ist Schall Deutschlands erfolgreichster privater Messeveranstalter.