Passen muss es

Steckverbinder - Welcher Rundstecker eignet sich eigentlich für Industrial Ethernet? Neben greifbaren Kriterien wie Bauraum, Leistungsdaten, Kabel- und Litzenquerschnitten oder Verarbeitungskriterien sollte immer auch die Applikation im Zielmarkt bewertet werden.

25. März 2019
Passen muss es
Unterschiedliche Steckverbindergrößen und -serien von Hummel bieten dem Anwender die verschiedensten Möglichkeiten im Industrial Ethernet. (Bild: Hummel)

Das Industrial Ethernet nimmt in der Welt der Automatisierungstechnik einen immer größeren Stellenwert ein. Im Zeitalter von Industrie 4.0 dreht sich alles um Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit der Datenübertragung. Damit die Performance allerdings auch in vollem Umfang bis zum Endgerät kommt, ist die Wahl der passenden Steckverbindung ein entscheidendes Kriterium.

Unterschiedliche Steckverbindergrößen und -serien bieten hierbei dem Anwender die verschiedensten Möglichkeiten: von den klassischen Lösungen mit Signal- und Leistungssteckern bis hin zur innovativen Hybridverbindung. Der klassische Fall ist die Zwei-Stecker-Lösung. Mit körperlich klarer Trennung zwischen Daten und Versorgung bleibt die Komplexität der Verdrahtung vorerst in überschaubarem Rahmen.

Getrennte Stecker, getrennte Gehäuse, getrennte Schirme – solange der Platz dazu ausreicht, ist alles gut. Der Trend geht jedoch zur Einkabellösung.

Die sogenannten Hybridlösungen eröffnen Potenziale zur Kostenreduktion, denn durch ihren Einsatz wird aus zwei Kabeln eins und aus zwei Steckverbindern einer. Genauso lässt sich der Installationsaufwand im Feld reduzieren und der Platzbedarf sinkt.

Verschiedene Kriterien sind zu berücksichtigen

Letztendlich ist es also so, dass zahlreiche Steckverbinder-Serien die physikalischen Eigenschaften mitbringen, um Endgerät oder Aktuator mit schnellem Ethernet anzusteuern und parallel dazu mit Spannung zu versorgen. Doch neben greifbaren Kriterien wie Bauraum, Leistungsdaten, Kabel- und Litzenquerschnitten oder Verarbeitungskriterien sollte immer auch die Applikation im Zielmarkt bewertet werden.

Geschirmte Patchkabel vorkonfektioniert

Umfeld der Endanwendung und Umgang des Anwenders beziehungsweise des Anwendungspersonals mit dem Stecksystem sind wichtige Aspekte. Sie können manchmal auch über den rein technischen Gesichtspunkten stehen.

Die breitbandig etablierte Steckverbindergröße M23 hat auch auf diese Problemstellung eine Antwort. Im Stecksystem M23RJ45 von Hummel zum Beispiel werden dabei entsprechende RJ45-Patchkabel in einem robusten Metallgehäuse gekammert, um dem ursprünglichen »Telefonstecker« ein industrietaugliches, IP67-dichtes Upgrade zu verpassen. Die geschirmten Patchkabel sind entsprechend der Anforderung – wie Cat5 oder Cat5e – vorkonfektioniert und im M23-Stecker integriert.

M23-Stecker: Der Allrounder

Leistungsseitig kommt der klassische M23-Rundstecker zum Einsatz. Mit sechs-, acht- oder neunpoligen Einsätzen und Leistungsdaten von 28 A/630 V ist er laut dem Hersteller in der Lage, das Gros aller Applikationen abzudecken.

Für eine leistungsstarke Datenübertragung bietet sich das M16-Stecksystem des Unternehmens an. Als Steckverbinder zur Signalübertragung kann hier auf die zehnpolige Ausführung zurückgegriffen werden. Entsprechend Cat5e lassen sich die Datenpakete bis 100 Megabit pro Sekunde übertragen.

Um das Endgerät mit ausreichend Power zu versorgen, kann der Anwender zwischen drei-, sieben- oder achtpoligen Ausführungen wählen, die über Leistungsdaten von bis zu 20 Ampere Nennstrom und 630 Volt Nennspannung verfügen. Setzt man Platzbedarf und Leistungsfähigkeit ins Verhältnis, so rangiert diese Steckergröße weit vorne, wie der Hersteller weiter herausstellt.

M12-Stecker: Für Fast Ethernet

Bei der M12-Steckverbinder-Serie hat sich bereits in den vergangenen Jahren die sogenannte D-Kodierung zur Übertragung von Fast Ethernet etabliert. Der vierpolige Stecker von Hummel liefert ebenfalls Bandbreiten von bis zu 100 Megahertz (Cat5e).

Neuer in dieser Baugröße sind die Leistungssteckverbinder M12 Power, die trotz extremer Miniaturisierung aufgrund neuer Materialien und Kontaktsysteme in der Lage sind, bis zu 16 A/630 V zu übertragen. Die EMV-Tauglichkeit ist dank 360-Grad-Schirmauflage bei der Verarbeitung realisiert.

M23-Hybridstecker: Drei in eins

Der M23 Hybrid (4+4+4) des Anbieters ist die kompakte All-in-one-Lösung für die Übertragung von Leistung, Industrial Ethernet (IE) und Signalen. Die Steckerserie vereint die separate, geschirmte Datenübertragung auf vier Kontakten nach Cat5e mit einer hohen Leistungsverarbeitung sowie auf weiteren vier Leistungskontakten bis 28 Ampere und 630 Volt.

Datenübertragungen bis 500 Megabit pro Sekunde sind aufgrund von getrennten Schirmpotenzialen problemlos möglich, wie das Unternehmen betont. Zusätzlich stehen vier weitere Kontakte zur Signalübertragung zur Verfügung. Der Konfektionierungsaufwand bleibt überschaubar, das Ethernet-Element wird nach Bestücken der übrigen Kontakte einfach seitlich in den Kontaktträger eingerastet.

Hannover Messe: Halle 12, Stand E56

Erschienen in Ausgabe: 02/2019
Seite: 66 bis 67