Steckverbinder

Oh, neue Gesichter…

Die zunehmende Miniaturisierung führt auch in der Steckverbinder-Branche zu Neuentwicklungen im Power-Segment. Die immer stärker werdende Standardisierung verändert zudem das Portfolio der Hersteller. Das zeigt sich zum Beispiel bei Binder.

05. November 2018
Bilder: Franz Binder GmbH & Co. Elektrische Bauelemente KG
Bild 1: Oh, neue Gesichter… (Bilder: Franz Binder GmbH & Co. Elektrische Bauelemente KG)

Bewährte Steckverbinder, wie der 7/8, der M23 und der Pushpull Power, sollen bedingt durch zunehmende Miniaturisierung und Standardisierung durch den universell einsetzbaren M12 ersetzt werden. Mit der Umstellung der verschiedenen Steckverbinder auf M12 werden nun auch neue »Steckgesichter« benötigt. 

Es war zwar bereits zuvor möglich, eine Energieversorgung, etwa mit einer A-Kodierung, zu realisieren. Nach Norm können damit aber nur Ströme bis zu vier Ampere übertragen werden. Die von Binder bereits angebotenen, ungenormten, A-kodierten Power-Steckverbinder erreichen je nach Polzahl nur einen Strom von acht Ampere bei einer Spannung von 250 Volt. 

Um noch höhere Ströme und Spannungen übertragen zu können, wurden in diesem Zuge unter anderem die neuen Steckgesichter S-, T-, K- und L-kodiert in der Profinet-Organisation (PNO) als Standard verabschiedet und anschließend in die Norm IEC 61067-2-111 eingereicht und als neuer Standard für Power-Steckverbinder festgelegt. Im Gegensatz zu den S- und T-Kodierungen, welche bereits seit mehreren Jahren auf dem Markt eingesetzt werden, kommen auch immer häufiger die K- und L-Kodierungen zum Einsatz. Binder bringt im ersten Schritt die Fünf-Pol-Variante inklusive vorauseilenden PE beziehungsweise FE sowie bei der L-Kodierung, die Vier-Pol- Variante ohne FE auf den Markt. 

Auch über die Farbe unterscheidbar

Mit dieser Markteinführung ist man eigenen Angaben zufolge eines der ersten Unternehmen, das Kodierungen nicht nur mit Anschlussquerschnitten AWG16 oder 1,5 Quadratmillimetern, sondern auch bis maximal AWG14 oder 2,5 Quadratmillimetern anbieten kann. Nur mit der AWG14-Variante ist es möglich, die in der Norm vorgegebenen Eigenschaften (K = 630 V/12 A, L = 63 V/16 A) zu erreichen. Die AWG16- beziehungsweise 1,5-Quadratmillimeter-Varianten, welche bereits auf dem Markt sind, erreichen diese Eigenschaften nicht.

Darüber hinaus können trotz dieser erhöhten Anforderungen an den M12-Steckverbinder, die bereits auf dem Markt als Standard angesehenen Eigenschaften, wie die Schutzart IP67 oder eine Rüttelsicherung, realisiert werden. Zusätzlich zu den unterschiedlichen Steckgesichtern, welche eine »Verstecksicherheit« gewährleisten, ist der Kontaktkörper bei der L-Kodierung mit 4+FE in Grau ausgeführt. So ist ein klarer optischer Unterschied erkennbar. Einsatzgebiete der Kodierung sind unter anderem bei der K-Kodierung Drehstrom-Motoren bis 7,5 Kilowatt sowie bei der L-Kodierung Servomotoren und I/O-Module. 

Der großen Nachfrage, nicht nur bei den jetzt neu auf den Markt gebrachten Produkten, sondern auch an zusätzlichen Varianten und Bauformen, begegnet Binder mit in naher Zukunft auf den Markt kommenden Neuentwicklungen, sowohl im konfektionierbaren als auch konfektionierten Steckverbinder-Bereich. 

SPS IPC Drives: Halle 10.0, Stand 300

Erschienen in Ausgabe: 07/2018