»Nur nicht kapitulieren«

Wie heißt es doch bei Asterix? »Ganz Gallien ist von den Römern besetzt. Ganz Gallien? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf …« Bei pauschalen Behauptungen ist also Vorsicht geboten. Genauso wenig wie ganz Gallien besetzt ist, geht im übertragenen Sinn auch der Mittelstand unter der Last der Energieausgaben in die Knie.

28. Februar 2008

Ein Beispiel aus dem Nordschwarzwald zeigt, dass es sogar ganz anders laufen kann: Die J Schmalz GmbH mit Sitz in Glatten stellt Vakuumtechnik für Handhabungs- und Automatisierungslösungen her. Wir wachsen stark, tun dies aber im Einklang mit Natur und Umwelt. Als Positiv-Energieunternehmen produzieren wir mehr regenerative Energie als wir verbrauchen. Für diese nachhaltige Unternehmensführung ist Schmalz mit dem Europäischen Solarpreis ausgezeichnet worden.

Zwar bezieht Schmalz immer noch den Strom aus dem öffentlichen Netz, distanziert sich aber weitgehend vom Öl: 90 Prozent des einstigen Ölbedarfs von 120.000 Liter werden durch Energie aus einer Hackschnitzelanlage ersetzt. Wir nutzen Wind- und Wasserkraft und betreiben Solar- und Photovoltaikanlagen. Woher kommt unser Antrieb? Wer den Mut hat, den Zuständen der Zukunft wirklich ins Auge zu sehen, muss reagieren oder hat bereits reagiert. Der rasende Verbrauch der natürlichen Ressourcen zerstört nicht nur die Lebensgrundlage der zukünftigen Generationen, sondern bringt auch Unternehmen in wirtschaftliche Bedrängnis und droht, Arbeitsplätze zu vernichten. Die Erdölverknappung wird die Preise weiter steigen, ja explodieren lassen. Die heutige Entwicklung zeigt das ganz deutlich und die aktuellen Diskussionen werden uns in naher Zukunft geradezu als lächerlich erscheinen. Es läuft auf Krieg hinaus! Dabei ist die Lösung zum Greifen nah: Sie scheint uns ins Gesicht, sie pfeift uns um die Ohren, sie liegt vor uns auf dem Boden. Darum nutzen wir sie: die Sonne, den Wind und die Biomasse aus dem heimischen Schwarzwald. Was wir brauchen, ist mehr Ehrlichkeit. Betrachtet man die wirtschaftlichen Gesamtkosten für die Gesellschaft über den heutigen Tag hinaus, werden regenerative Energien plötzlich wirtschaftlich und nicht mehr subventioniert. Außerdem müssen Unternehmen Umweltschutz und nachhaltiges Wirtschaften als Chance begreifen und nicht immer als Belastung. Die deutsche Automobilindustrie zum Beispiel hat jahrelang geschlafen, lebt mit ihren Produkten immer noch im Vorgestern und hat sich jeglicher ökologischen Anpassung ihrer Produkte konsequent verweigert – bis sie jetzt unter dem Druck des Marktes in hektisches Treiben verfällt.

Ein mittelständisches Unternehmen wie Schmalz macht es vor, wie man auf breiter Front aktiv werden kann. Neben der ökologischen Energiegewinnung für den Eigenbedarf konzentrieren wir uns auf die umweltschonende Herstellung der eigenen Produkte. Ein weiterer Fokus zielt darauf, mit innovativen Produkten den Kunden Lösungen zu bieten, die massiv Energie einsparen. Hierfür hat Schmalz Vakuum-Technik entwickelt, die sehr viel Druckluft einspart. Zum zukunftsorientierten unternehmerischen Handeln gehören für Schmalz also nicht nur typische Unternehmeraufgaben.

Erschienen in Ausgabe: 01/2008