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Na, Servus!

Na, Servus!

Transfereinheiten - Servus ist Latein und heißt „Diener“. Der Transportroboter mit gleichem Namen ist genau dies - ein flexibler und intelligenter Diener. Er bewegt sich mit eigener Steuerung und hat dabei stets Manhattan im Kopf.

07. November 2005

Acht Jahre arbeitete das österreichische Unternehmen Heron Robotunits aus Lustenau am Servus-Konzept. Das System besteht aus beliebig vielen Transportrobotern, die eigentlich Werkstückträger für Stück- und Schüttgut mit einem Gewicht von maximal zwölf Kilo sind, und sich auf einem Schienensystem selbstständig bewegen und orientieren.

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Eine zentrale Steuerung gibt es nicht, die Transportroboter erhalten die Freiheit, Entscheidungen selbst zu treffen. Dabei haben sich die Entwickler Anleihen in Manhattan geholt: Das dortige, eindeutige Straßenmuster wurde mit dem Prinzip des Kreisverkehrs verknüpft. Auf dieser Basis findet Servus immer den richtigen Weg. Transportroboter können wie auf den Straßen New Yorks Fließverkehr erzeugen und Wartezeiten vermeiden. Servus fährt die Arbeitsstationen des jeweiligen Produkts selbständig an und sucht immer den schnellsten Weg. Durch den besseren Materialfluss reduzieren sich Umlaufbestände und somit unnötig gebundenes Kapital.

Leichte Skalierung

In den einzelnen Einheiten ist jeweils eine unabhängige Steuerung untergebracht - sie besitzen quasi ihre eigene Intelligenz. Alle Roboter kommunizieren permanent mit ihren Assistenten, direkt untereinander und mit den von ihnen bedienten Arbeitsstationen. Sie reagieren laufend auf sich verändernde Arbeitssituationen und auf alles, was im direkten Umfeld in der Produktion abläuft.

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Auf diese Weise entsteht ein Netzwerk. Eine zentrale Steuerung ist deshalb überflüssig und die Installation laut CEO Christian Beer einfacher als bei herkömmlichen Systemen: „Servus ist leicht skalierbar und somit gut an die Erfordernisse der jeweiligen Produktion anzupassen. Der optimale Automatisierungsgrad kann mit Servus einfach, schnell und genau getroffen werden, daraus ergibt sich ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.“

Servus transportiert und begleitet Bauteile durch den gesamten Fertigungsprozess - vom Wareneingang durch die Produktion bis zum Warenausgang. Das Streckensystem, auf dem Servus arbeitet, wird für jeden Kunden speziell gefertigt. Die Strecke kann am Boden, an der Decke, an der Wand oder auf ergonomischer Arbeitshöhe verlaufen.

Plug-and-Play

Nachdem die Anlage an Strom und Pressluft angesteckt ist, wird die notwendige Anzahl an Transportrobotern eingesetzt. Das System ist jetzt betriebsbereit. Im Vorfeld schon legt ein Programmierer die Reihenfolge der Operationen auf dem so genannten Orderboard fest. Dabei kann er dem System mehr oder weniger Freiheiten einräumen. Automaten und Industrieroboter können sehr leicht integriert und damit der Automatisierungsgrad erhöht werden, da Servus direkt mit diesen kommuniziert.

Für individuelle Anforderungen hält Servus diverses Zubehör bereit. Um Höhenunterschiede zu überwinden, steht ein Lift zur Verfügung, es gibt verschiedene Positioniereinheiten und spezielle Streckenmodule, wie Weichen oder Einmündungen.

Auf dem Transportroboter findet eine Vielfalt an Zusatzgeräten Platz; auch diese können mit eigener »Intelligenz« versehen und von Servus gesteuert werden. In der Logistikverteilung bringt Servus beispielsweise Material-Boxen oder Schüttgut zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Ort.

Material plus Daten

Servus transportiert Werkstücke und Materialien vom Wareneingang durch die Produktion bis zum Warenausgang. Die Transportroboter bedienen sowohl Handarbeitsplätze als auch Automaten und Roboter mit Werkstücken und Materialien. Variabel sind dabei Form und Größe des Förderguts: Von der Schraube über Handyschalen bis hin zu kompletten Kleinmaschinen ist alles denkbar. Aufgrund ihrer unabhängigen Steuerung bringt jede Einheit die für den Arbeitsablauf nötigen Daten und Operationshinweise selbst mit. Aktualisierte Qualitätsdaten werden nach den Arbeitsschritten gleich zur nächsten Station mitgenommen. Losgröße Eins wird damit realisierbar und rentabel.

Gegen die Verschwendung

Nach Aussage des Wirtschaftswissenschaftlers Joseph M. Juran ist Verschwendung alles, was in den Augen des Kunden nicht zum Wert des Produktes beiträgt. Das kann Christian Beer bestätigen: „Wir haben selbst die Erfahrung gemacht, dass Verschwendung oft automatisiert und in Prozesse integriert wird. Wenn wir im globalen Wettbewerb von heute erfolgreich sein wollen, müssen wir es schaffen, ohne Verschwendung von Zeit, Material und Investitionen zu produzieren.“ Das Ziel von Servus sei es, mit dem Transportroboter Servus ein Tool für Produktion und Logistik zur Verfügung zu stellen, das dazu beiträgt, maßgeschneiderte Produkte schneller, einfacher und kostengünstiger herstellen und liefern zu können.

Das ist dem Servus-Team offensichtlich gelungen. Auf der diesjährigen Motek war das Interesse der Entscheidungsträger aus der Industrie jedenfalls sehr groß.

Erschienen in Ausgabe: 06/2005