Virtuelle Königswellen bewegen und steuern im schnell taktenden Lineartransfermodul LTM von Afag den Werkstückträger-Transfer sowie das Teile- oder Tool-Handling. Damit steht ein modular konzipiertes, standardisiertes Montage-Grundsystem zur Verfügung, das den vielfachen Anforderungen einer variantenreichen und stückzahlflexiblen Montage Rechnung trägt. Den aktuellen Entwicklungsstand des Lineartransfermoduls stellt das Unternehmen auf der Motek 2016 vor: »Die Kombination aus dem schnell taktenden Lineartransfermodul LTM und neuen modularen Handlingsystemen – synchronisiert über eine virtuelle Königswelle – steht für höchste Produktivität bei maximaler Flexibilität und minimalen Produktionsflächenbedarf«, heißt es dazu aus dem Unternehmen.

»Schnell und flexibel« ist nun wirklich nicht neu

ANZEIGE

Auch deshalb passt die seit 2013 zu Afag gehörende EPS so gut in die Gruppe, weil sich die Vorstellungen darüber, was Kunden wünschen und der Markt braucht, schon immer deckungsgleich waren. Das 20-jährige Bestehen bietet zur Motek die Chance, die technische Entwicklung Revue passieren zu lassen. Doch was sich technisch ver-ändert hat, folgte ziemlich genau den gleichen Prinzipien: optimal aufeinander abgestimmte Handlingmodule, die auch sehr kurze Taktzeiten schaffen, Lösungsangebote aus einer Hand und kundenorientierte Anlagenmodule fanden und finden eben ihren Markt.

Mehr als eine Preisfrage

20 Jahre EPS sind auch ein Spiegelbild der technischen Entwicklung: Durch den Wandel von eher starren pneumatischen Handlingsystemen mit überwiegend nur zwei Positionierachsen auf flexible elektrische Systeme mit frei programmierbaren Positionierachsen sowie variabler Geschwindigkeit, Beschleunigung und Fügekraft, kamen weitere Anforderungen und Wünsche nach drei oder mehr Freiheitsgraden. Genau in dieser Herausforderung lag und liegt heute ein hohes Wachstumspotenzial für frei konfigurierbare Handlingsysteme, wie sie EPS offeriert.

ANZEIGE

Um gegenüber den Kunden als Systemlieferant für alle Belange der durchgängigen Produktions- und Montage-Automatisierung auftreten zu können, erfolgte im Jahr 2013 der Zusammenschluss der EPS mit der Afag-Gruppe, einem starken und am Markt bestens etablierten Partner für Zuführ- und Handhabungstechnik sowie Werkstück- und Werkstückträger-Transportsysteme. Dies führte erneut zum Wachstumsschub und durch den internationalen Vertrieb sowie die erweiterte Modulpalette konnte EPS den Umsatz wie die Mitarbeiterzahl in nur drei Jahren verdoppeln.

Alle Handlingmodule von EPS wurden 2016 auf den Modulbaukasten und das bewährte Bohrbild von Afag angepasst. Der Standort Hardt, Sitz der EPS GmbH, konzentriert sich nun auf den Bereich Handlingsysteme und kann so auf eine große Auswahl an aufeinander abgestimmten, elektrischen und pneumatischen Handling-Modulen zurückgreifen.

Der Preisverfall bei Industrierobotern bewirkt eine Annäherung der Kosten für Roboter an den von Handlingsystemen, wenn der Kunde bis zu vier Freiheitsgrade benötigt. Dies führt in Einzelfällen zum verstärkten Wettbewerb durch Scara- oder Industrieroboter. Die offene Skalierbarkeit, nämlich die frei wählbare Anzahl der Freiheitsgrade/Positionierachsen, dazu die freie Definition des Arbeitsraums anhand der Aufgabenstellung, und schließlich die daraus resultierende Platz- und Kosteneinsparung, sprechen immer öfter eben für frei konfigurierbare Handlingsysteme. Ein weiterer Aspekt dabei ist, dass für den Einsatz von Robotern fast immer eine Robotersteuerung erforderlich ist. Die logische Folge: verteilte Intelligenz und Schnittstellen zwischen der Anlagen-SPS und der Robotersteuerung. Dadurch steigen im Regelfall die Programmierkosten und auch die Kosten für Steuerung und Schaltschrank, und die damit verbundene Anlagenkomplexität beschert den Anwendern höhere Wartungs- und Instandhaltungskosten. Die Achsregler der skalierbaren Handlingsysteme dagegen können von einer bis X Achsen über alle gängigen Bussysteme an die Anlagen-SPS angebunden werden. Damit stellen ein- bis mehrachsige Handlingsysteme – je nach Anforderung und Auslegung – eine in Technik und Leistung sowie in Flexibilität und Kosten mehr als nur beachtenswerte Alternative zu Scara- und Industrierobotern dar.

Motek: Halle 4, Stand 4212