Digitalisierung

Maschinenbau 4.0

Strategie - Die digitale Transformation des Maschinenbaus treibt kleine und mittelständische Unternehmen seit geraumer Zeit um. Die umfangreiche Studie »Wie sieht der Maschinenbau der Zukunft aus?« von Item Industrietechnik gibt praktische Antworten auf zahlreiche Fragen.

18. Juni 2019
Maschinenbau 4.0
Mit Online-Konfiguratoren wie etwa dem Item Engineeringtool lassen sich die Aufwände für Zeit und Kosten von Konstruktionsaufgaben deutlich reduzieren. (Ronald Biallas)

Die Digitalisierung birgt für Unternehmen aus dem Maschinenbau außerordentliche Potenziale. Doch gerade kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) können häufig nicht abschätzen, welche konkreten Auswirkungen damit für sie verbunden sind. Was oftmals fehlt, ist eine Digitalisierungsstrategie. In einer aktuellen Studie geht Item, Anbieter von Systembaukästen für industrielle Anwendungen, der Frage nach, welche Herausforderungen und vor allem, welche Chancen die Digitalisierung für KMU bereithält.

Neben der Auswertung von aktuellen Studien und Veröffentlichungen standen hier vor allem Erfahrungen aus der Praxis im Vordergrund. Hierfür wurden zum einen zahlreiche Experten aus den Bereichen Geschäftsführung, Einkauf und Konstruktion befragt. Zum anderen wurden 141 online geführte Interviews ausgewertet. Es zeigt sich, dass die Digitalisierung vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen weniger eine Bedrohung, sondern vielmehr eine erfolgversprechende Möglichkeit zur Effizienzsteigerung darstellt.

Herausforderung annehmen

Herausforderung annehmen

Trends wie Industrie 4.0 haben sich im Maschinenbau bereits fest etabliert. Bezüglich der weiteren Entwicklung der Digitalisierung sind die Befragten ebenfalls einer Meinung: 68,8 Prozent stimmen der Aussage zu, dass in den kommenden fünf Jahren Prozesse und Abläufe im Betriebsmittel- und Maschinenbau zunehmend digitaler werden. Trotz dieses klaren Stimmungsbildes hat der Digitalisierungstrend bis jetzt aber noch nicht zu einheitlichen Industriestandards geführt. Entsprechend fehlt in diesem Bereich eine dringend benötigte Richtschnur für die Branche. Oftmals richten sich Unternehmen im Maschinenbau, die in diesem Bereich bereits aktiv sind, hierbei an Vorgaben ihrer Kunden aus. Gerade in der Konstruktion ist dies besonders häufig der Fall. Hier muss aktuell eine große Herausforderung bewältigt werden.

Die Konstruktion wird aufgrund hoher Auslastung und steigender Kundenerwartungen hinsichtlich kurzer Projektlaufzeiten immer stärker zu einem Zeitfaktor. Outsourcing ist häufig die Folge. Allerdings wird es spezialisierten Dienstleistern für Betriebsmittel und Kundenlösungen nicht gelingen, diese Arbeit mit herkömmlichen Mitteln zu stemmen. Darauf muss der Maschinenbau zweifellos eine Antwort finden. Als Lösung bieten sich neuartige Online-Konfiguratoren an, mit denen die Aufwände für Zeit und Kosten deutlich reduziert werden können. Dadurch werden nicht nur Standardaufgaben schneller abgearbeitet – auch eine aufwendige Einarbeitung entfällt.

Meist ohne Digitalisierungsstrategie

Ein Großteil der Studienteilnehmer sieht die Digitalisierung als grundlegenden Faktor für die Zukunft des Maschinenbaus an. Allerdings sagen nur 9,2 Prozent, dass in ihren Unternehmen eine konkrete Strategie für die Digitalisierung vorhanden ist.

Dies hat vor allem mit der hochgradigen Differenzierung des Maschinenbaus zu tun. Jedes Unternehmen stellt eine so individuelle Kombination aus verschiedenen Faktoren (Branche, Unternehmensgröße, Marktgegebenheiten) dar, dass ein einheitlicher Ansatz für die digitale Transformation nicht greift. Daher kommt es vor allem auf eine interdisziplinäre Perspektive an. Sämtliche Unternehmensbereiche müssen involviert sein, denn die Digitalisierung ist kein Prozess, der nur für Teilbereiche gilt. Falls es Bedenken seitens der Mitarbeiter geben sollte, können diese mit Schulungen oder Workshops gezielt abgebaut werden.

Handlungsempfehlungen

Für Unternehmen, die sich fragen, wo sie aktuell in Sachen Digitalisierung stehen, hat Item die Checkliste »Wie gut ist Ihr Unternehmen auf die Digitalisierung vorbereitet?« entwickelt. Es empfiehlt sich, diese im Anschluss an die Lektüre der Digitalisierungsstudie durchzugehen, da sie direkt auf der Studie aufbaut. Anhand von sechs grundlegenden Fragen und jeweils drei Antwortmöglichkeiten können Unternehmen schnell ermitteln, auf welchem Stand der Digitalisierung sie sich befinden. Sie erhalten eine kompakte Übersicht und zu jeder einzelnen Frage individuelle Handlungsempfehlungen. Selbst wer noch ganz am Anfang steht, hat noch alle Chancen, zu profitieren. Wie die Studie zeigt, lässt sich durch die konkrete Digitalisierung einzelner Prozesse auch ohne umfassende Investitionen der Grundstein zu effizienteren Arbeitsabläufen legen.

Weiterführende Links

Ergänzende Informationen zur Digitalisierungsstudie selbst sind unter wwww.digital-engineering.dezu finden.

Die Checkliste für Unternehmen findet man hier ebenfalls auf dieser Webseite.

Erschienen in Ausgabe: 04/2019