Lang lebe der Kontakt

Elektroautomation

Schleifringe - Bei vielen Anwendungen in der Industrieautomation, so auch in der Verpackungsmaschinenindustrie, werden Leistung und Daten zwischen rotierenden und fest stehenden Systemen übertragen. Feste Verbindungen über Kabel kommen nur bei Systemen mit geringem Drehwinkel zur Anwendung. Werden aber kontinuierliche Drehbewegungen verlangt, sind Schleifringe die passende Lösung.

09. Februar 2015

Neben schleifenden Kontakten für die Übertragung überschaubarer Datenmengen sind kontaktlose Drehverbindungen, über induktive Kopplung, immer gefragter, um eine absolute Verschleißfreiheit zu erreichen. Mit ihrem modularen Aufbau, ihrer Materialvielfalt und einer innovativen Kontakttechnologie liefert die Schleifring-Familie von Kübler für viele unterschiedliche Einsätze an Getränkeabfüllanlagen die jeweils optimalen Voraussetzungen.

Kontaktlos und wartungsfrei etwa lauten die Anforderungen beim Einsatz im Nassbereich einer Abfüllanlage. Hier, bei der Abfüllung und Reinigung, stellt der Einsatz von Druckwasser und Chemikalien besondere Ansprüche an die eingesetzten Übertragungskomponenten. Kübler bietet für dieses Umfeld voll gekapselte Schleifringe im Edelstahlgehäuse. Doch auch die kostengünstigere, glasfaserverstärkte Gehäusevariante aus robustem Polycarbonat gibt eindringender Nässe in Feuchtbereichen keine Chance. Die kontaktlose Übertragungstechnologie garantiert darüber hinaus ein reibungsloses und störungsfreies Funktionieren der Anlage. Innovative Kontaktmaterialien kommen hier ganz ohne Öl aus.

Glatte und absolut gerade Oberflächen ermöglichen darüber hinaus eine besonders einfache Reinigung. Deutlich lebensverlängernd verhindert der kontaktlose Aufbau zudem Abriebstaub und Verunreinigungen. Bis zu 500 Millionen Umdrehungen sollen Kübler- Schleifringe problemlos aushalten. Das sind viele wartungsfreie Jahre im zuverlässigen Dauereinsatz. Umrüsten wird da zum alltäglichen Kinderspiel.

Flexibel und kosteneffizient spielen Kübler-Schleifringe auch im Trockenbereich, zum Beispiel bei der Etikettierung innerhalb der Abfüllanlage, ihre Stärken aus. Nach dem Baukastenprinzip entwickelt, lassen sie sich entsprechend der jeweiligen Vorgaben und Einsatzgebiete optimal konfigurieren. Der Fokus im Trockenbereich liegt auf einer flexiblen mechanischen Ausführung und auf der Optionsvielfalt bei der mechanischen Integration: Vom Spezialflansch über besondere Mediendurchführungen mit bis zu 20 verschiedenen Übertragungswegen bis hin zur besonderen Robustheit dank ihres neuartigen Safety-Trans-Designs.

Mehr Individualität, mehr Parameter

Getränke sind besondere Konsumgüter. Selbst das omnipräsente Facebook offenbart uns unter den Top Five seiner beliebtesten Marken gleich drei Getränkehersteller. In Deutschland werden, nach einem epischen, verwirrenden Handlungsgeflecht rund um das Dosenpfand, seit 2011 wieder zunehmend Getränkedosen verkauft. Und mehr noch, wir befreunden uns auf Internetplattformen sogar mit ihnen: Seien es die speziell zur Fußball-Weltmeisterschaft gestalteten Fan-Varianten oder die schwarz-rot-goldenen Halbliter-Dosen. Doch der Kult um die Verpackung macht keinesfalls bei den Büchsen halt.

Die gesamte Industrie im Bereich Lebensmittel schreibt beeindruckende Wachstumszahlen. Dafür verantwortlich zeichnet ein Trend, der viele Bereiche der Gesellschaft betrifft, der aber in der Getränkebranche besondere Spuren hinterlässt: Die Individualisierung. Für Getränkeverpackungen, für Dosen, für Flaschen, sei es aus Glas oder PET, gilt: Nur ein Getränk mit »Gesicht«, also mit Image, ist ein begehrtes Getränk. Das heißt, wer sein Produkt verkaufen will, muss es in Szene setzen. Je individueller die Flaschenform, desto größer die Chance, im Wettbewerb gesehen zu werden.

Für die Hersteller von Verpackungen bedeuten häufige Sortenwechsel heute in aller Regel, dass trotz steigender Gesamtproduktion immer weniger gleiche Produkte entstehen. Die Maschinen, die diese Verpackungen herstellen, reinigen, befüllen oder konfektionieren, müssen demnach immer flexibler sein und ihre Aufgaben mit der gleichen Individualität erledigen, wie sie die Endprodukte aufweisen, die sie erzeugen.

Schleifringe und ihre individuellen Aufgaben

Der Alltag an Getränkemaschinen lebt heute mehr denn je von genauen Berechnungen für jede einzelne Durchlaufeinstellung. Dabei sind alle beteiligten Komponenten an der Prozessoptimierung beteiligt. Sämtliche Sensoren, Aktoren und Antriebe der Anlage schaffen dank direkter Anbindung an das Steuerungssystem jederzeit transparente Informationen über die Prozesse.

Schleifringe, die in dieser Umgebung eingesetzt werden, übertragen große Datenmengen störungsfrei und schnell, auch in Echtzeit. Darüber hinaus müssen sie wartungsarm und bei immer kürzeren Umrüstzeiten zuverlässig verfügbar sein. In Bestzeiten muss etwa die Kommunikation von Blasmaschine und Füller ablaufen, Einstellungen im Handumdrehen zwischen einer Vielzahl an Behälter-formen, -arten und -größen hin- und herspringen.

Wo immer besondere Hygienevorschriften greifen und daher Verschleiß, Wartung und Reinigung eine besondere Rolle spielen, wird nach kabellosen Alternativen gesucht. Große Wireless- oder RFID-Lösungen sind jedoch mit Störanfälligkeit oder Inflexibilität verbunden. Speziell für den Bereich Lebensmittelverpackung sind die Schleifringe in puncto Sicherheit und Langlebigkeit daher alternativlos.

Wartungsfreie und hygienegerechte Schleifringe unterstützen heute eine ganz neue Generation von Anlagen. Sie punkten mit resistenten Materialien in der Antriebseinheit, mit glatten geraden Oberflächen, mit neuen Kontaktstoffen für alle Schnittstellen, Verbindungen und Dichtungen. Ganz kontaktölfreie Komponenten, wie Kübler-Schleifringe, bieten eine besondere Resistenz gegen Schmutz oder Staubablagerungen. Und sie liefern in puncto Flexibilität und einfache Montage mit Erweiterungsmöglichkeiten gute Argumente für ihre jeweiligen Einsatzbereiche. Wahlweise lassen sich Last-, Signal- und Datenkanäle kombinieren und belegen; auch die Luftdurchführung ist möglich. Anschlussschrauben und eloxierte Aluminium-Teile helfen, die Montagezeit auf ein Minimum zu reduzieren.

Mit Spitzentechnologie für Materialbeständigkeit

Kübler-Schleifringe zeichnen sich laut Angaben des Herstellers durch Safety-Trans aus und verbinden eine lange Lebensdauer mit deutlich verlängerten Wartungszyklen. Ein spezielles Zweikammersystem trennt die Lastübertragung von der Signal- und Datenübertragung. Dabei kombiniert eine integrierte Labyrinthdichtung internen Staubschutz mit elektrischer Isolierung zwischen den Last- und Signalkanälen. Indem sie die Luft- und Kriechstrecke zur elektrischen Isolation erhöht, werden die Signalkontakte zuverlässig vor Abriebstaub geschützt. Die am Gehäuse-ring montierte Kontaktbürste und die hochwertige Edelmetall-Legierung der Kontaktringe sorgen für eine zuverlässige Datenübertragung.

Minimierte Wartung dank Kundenschnittstelle

Der Verzicht auf Schmierstoffe oder mögliche Fugen, perfekte Oberflächen und korrosionsbeständige Materialien gehören zu den Grundanforderungen der Lebensmittelbranche. Das vollgekapselte System von Kübler bietet in diesem Umfeld den perfekten Anlagenschutz und erfüllt alle Zulassungsvoraussetzungen. Im Gegensatz zu den am Markt gängigen offenen Kit-Schleifringen setzt Kübler bei seiner gesamte Schleifringfamilie auf diesen Komplettschutz.

Viele der innovativen Technologien und Materialien finden ihren Ursprung im direkten Praxis-Einsatz und im intensiven Austausch mit den Kunden. Dabei sind Problemlösungen vor Ort oft nicht so einfach, wie sie in der theoretischen Konzeption zunächst scheinen. Chemische Verträglichkeit etwa bedeutet nicht automatisch auch hoher IP-Schutz. Denn nicht allein die chemische Belastbarkeit ihrer Materialien sorgt für ihre hohe Verfügbarkeit und Lebensdauer. Selbst wenn eine Gehäusedichtung desinfizierenden Säuren mühelos standhält, widersteht sie nicht selbstverständlich auch dem Strahl eines Hochdruckreinigers.

Mehr Verpackung, zero Inhalt

Kübler-Schleifringe setzen auf die Verbindung möglichst aller relevanten Schutzfaktoren. Ein hoher IP-Schutz und Materialbeständigkeit und Schutz vor Abnutzung greifen eng ineinander.

Während bei Getränken selbst die Devise nach wie vor »weniger ist mehr« heißt und der Inhalt von Flaschen, Dosen oder Kartons kaum noch Zusatzstoffe und zero Kalorien aufweist, sorgt bei ihrer Verpackung der gegenteilige Trend für immer mehr Aufmerksamkeit. Die Zeiten, in denen Sprudel und Schnaps aus der Normflasche stammten, scheinen endgültig vorbei. Dank der perfekten Kombination hochwertiger Materialien, guter IP-Eigenschaften und passendem Preis-Leistungs-Verhältnis leisten Schleifringe einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheit und hohen Verfügbarkeit in anspruchsvollen und komplexen Anwendungen an Abfüllanlagen.

Vielfalt an Varianten

In unzähligen Bereichen des Anlagenbaus, in Textilmaschinen, Kränen, Abfüllanlagen oder Rundtakttischen, werden Schleifringe zur rotierenden Übertragung elektrischer Ströme, Signale und Daten zwischen drehenden und stehenden Komponenten eingesetzt. Die Vielfalt an Varianten, hochwertige Materialien und Legierungen, umfangreichen Kombinationsmöglichkeiten und ihre besondere Robustheit machen Kübler-Schleif-ringe zu Spezialisten für viele Branchen.

Erschienen in Ausgabe: 01/2015