Konkrete Lösungen

Fertigungsautomation

Branchentreff - Der neu ins Leben gerufene Marktplatz Industrie 4.0 richtet sich an Anwender, Praktiker und Macher und ergänzt laut Veranstalter Strobl den Automatisierungstreff, der vom 28. bis 30. März 2017 wieder in der Kongresshalle in Böblingen stattfindet, in idealer Weise.

14. Februar 2017
Automatisierungstreff 2017: Die kleine Fachausstellung muss dem Marktplatz Industrie 4.0 weichen.
Bild 1: Konkrete Lösungen (Automatisierungstreff 2017: Die kleine Fachausstellung muss dem Marktplatz Industrie 4.0 weichen.)

Industrie 4.0 und die digitale Transformation sind die Trendthemen unserer Zeit. Inzwischen geht es immer öfter um den praktischen Nutzen und die schnelle Umsetzung entsprechender Projekte in der Produktion. Daher wurde der Marktplatz Industrie 4.0 ins Leben gerufen, der als zentraler Bestandteil des Automatisierungstreffs den Schwerpunkt auf konkrete Use Cases für Industrie 4.0 und IoT legt.

Die Vorteile der Lösungen rund um die Digitalisierung müssen klar dargestellt werden. Der Marktplatz Industrie 4.0 ermöglicht es, den ganzheitlichen Ansatz von Industrie 4.0 und IIoT zu verstehen und den Wert des Ganzen zu erkennen. Nur durch das nahtlose Zusammenspiel von allen Ressourcen einer Fabrik– vom kleinen Sensor in der Produktion bis zur Management-Software in der Geschäftsführung– wird die Grundlage für eine signifikant, höhere Wertschöpfung erreicht.

Applikationsbezogenes Konzept

»Der Marktplatz Industrie 4.0 liefert keine weiteren technischen Präsentationen von Teilbereichen, sondern eine Plattform zur Vorstellung von Ideen und praktischen Lösungen, die aus der Nutzung von Industrie4.0 echten Mehrwert generieren«, betont Sybille Strobl, Geschäftsführerin des Veranstalters Strobl GmbH. »Unser Marktplatz basiert komplett auf einem applikationsbezogenen Konzept.«

Zur Zielgruppe des Marktplatzes Industrie 4.0 gehören technisches und kaufmännisches Management, welches die gewinnbringende Anwendung von Industrie4.0 im Fokus hat, IT-Fachleute, die die Daten der Produktionsebene als Basis zur Entwicklung intelligenter Software-Funktionen benötigen, Technische Leiter und Projektierer, die sich effizientere Verfahren zur Verbesserung der Produktionsabläufe wünschen, Anlagenplaner in der Automotiveindustrie, die große Anlagen effizienter verwalten müssen und mithilfe der IT flexibler machen wollen, sowie Service- und Instandhaltungstechniker, die eine automatische Selbstüberwachung aller Geräte wünschen und mehr Effizienz bei der Wartungsplanung erreichen wollen. Das Ziel: Der Anwender kommt mit einer Aufgabenstellung auf den Marktplatz Industrie 4.0 und entdeckt eine Industrie-4.0-Anwendung, die eine Lösung für seine Aufgabe ist. Oder er findet eine Idee für eine Lösung.

Der neue Marktplatz Industrie 4.0 ist eine Plattform, auf der Anbieter verschiedener Produkte und Disziplinen dem Marktbesucher an einem Ort ihre verfügbaren Use Cases für seine Anforderungen vorstellen. Die Teilnehmer zeigen konkrete Use Cases. Bei übergreifenden Aufgabenstellungen können auch zwei oder mehrere Teilnehmer ihre Anwendungen vorstellen. Jeder Use Case enthält eine konkrete, nachvollziehbare Aufgabenstellung und stellt den Lösungsweg mit I4.0/IIoT-Funktionalität vor.

»Interessierte kommen mit konkreten und klaren Applikationsanfragen zum Marktplatz«, betont Stefan Körte, Bereichsleitung Vertrieb und Produktion bei der Hilscher GmbH und Teilnehmer auf dem Marktplatz Industrie 4.0. »Für uns Aussteller stellt es einen sportlichen Ehrgeiz dar, für die Anfragen der Besucher die bestmögliche Lösung zu finden.« Laut Körte reicht es bei Industrie 4.0 nicht mehr aus, »tolle Kisten zu zeigen, sondern es müssen passende Ansätze präsentiert werden, um solch ein komplexes Thema voranzubringen. Als Aussteller auf einer Messe kann man immer nur ein Element einer Lösung zeigen. Auf dem Marktplatz Industrie 4.0 wird hingegen die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Ausstellern gefördert.« Für ihn ist die Technologie für Industrie 4.0 nun einsatzbereit: »Reale Use Cases sind entwickelt und umgesetzt.« Der Marktplatz Industrie 4.0 wird solche Anwendungsszenarien vorstellen – unter anderem eines aus der Zusammenarbeit von Hilscher und IBM Deutschland. Beide Unternehmen haben zum Beispiel bei John Deere in Mannheim bereits eine Industrie-4.0-Implementierung realisiert.

Unabhängiger Beirat

Um sicher zu stellen, dass die Anwendungsfälle für den Marktplatz Industrie 4.0 den hohen Anforderungen der Besucher gerecht werden und zu der Vision sowie dem Charakter des neuen Forums passen, überprüft ein unabhängiger Beirat die einzelnen Use Cases, die vorher mit einer Kurzbeschreibung eingereicht werden. »Die bisher vorhandene kleine Ausstellung auf dem Automatisierungstreff wird es nicht mehr geben«, erläutert Strobl. »Wir konzentrieren uns neben dem vielfältigen Angebot der praxisorientierten Workshops komplett auf den Marktplatz Industrie 4.0.« Sie ergänzt: »Seit Mitte Februar bieten wir eine Besucher-Koordinierung an. Besucher können sich Gesprächstermine auf dem Marktplatz Industrie 4.0 für die sie interessierenden Use Cases reservieren lassen.« Für Anwender wie Angelo Bindi, CIO bei Aperam, ist der Marktplatz Industrie 4.0 genau der richtige Ansatz, um gute Ideen zu generieren. Ein Dreh- und Angelpunkt stellen für ihn herstellerunabhängige Kommunikationslösungen von der Feldebene bis zur Cloud dar: »Marktplätze sind seit Jahrtausenden bekannt«, betont er. »Der Marktplatz Industrie 4.0 wird helfen, die richtigen Fragen zu stellen, um das Thema Industrie 4.0 transparenter zu gestalten.«

Erschienen in Ausgabe: 01/2017