Innovationen überzeugen Botschafter

Kurze Wege, Leidenschaft, gute Ideen und nachhaltiges Handeln: Das zeichnet nach den Worten von Claus Martin einen guten Mittelständler aus.

01. Oktober 2013
Hochrangiges Wirtschaftsgespräch bei MartinMechanic in Nagold (von links): MIT-Vorsitzender Ulrich Kallfass, Chinas Botschafter Shi Mingde, Geschäftsführer Claus Martin, der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel und IHK-Geschäftsführer Markus Wexel.  Foto: klein-wiele
Bild 1: Innovationen überzeugen Botschafter (Hochrangiges Wirtschaftsgespräch bei MartinMechanic in Nagold (von links): MIT-Vorsitzender Ulrich Kallfass, Chinas Botschafter Shi Mingde, Geschäftsführer Claus Martin, der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel und IHK-Geschäftsführer Markus Wexel. Foto: klein-wiele)

Mitten im ländlichen Raum möge der Schwarzwald aus Berliner Weltstadt-Sicht vielleicht etwas provinziell anmuten, schmunzelte der Geschäftsführer, als er Chinas Botschafter Shi Mingde bei MartinMechanic in Nagold begrüßte. Doch die vielen, kleineren Betriebe seien das Markenzeichen des Industrie- und Technologielandes Baden-Württembergs.

Der höchste Repräsentant der Volksrepublik in Deutschland besuchte auf Einladung des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel dessen Wahlkreis, in dem der Sondermaschinenbauer als Vorzeigeunternehmen gilt. Flexibilität, gepaart mit hoher Kompetenz und einfachen Strukturen, mache Unternehmen wie MartinMechanic so erfolgreich, betonte der Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nordschwarzwald, Markus Wexel.

China brauche eine Modernisierung seiner Industrie und sei zugleich ein großer Markt für deutsche Technologien, ist Shi Mingde überzeugt. Deshalb steht für den Botschafter fest: „Beide Länder profitieren von der Zusammenarbeit.“ Allerdings riet der Diplomat zur Vorsicht: „Sie müssen aufpassen, welcher Partner seriös und zuverlässig ist!“ Auch chinesische Firmen würden „ihre Irritationen“ in Deutschland erleben, betonte der Gast. „Wir brauchen mehr gegenseitiges Verständnis.“

Beide Regierungen hätten ein großes Interesse daran, eine gemeinsame Aufklärungsplattform zu schaffen, um die Spreu vom Weizen zu trennen. 8.500 deutsche Firmen seien bereits in China ansässig. China sei ein „wichtiger und unverzichtbarer Handelspartner für Deutschland“, pflichtete Ulrich Kallfass als Vorsitzender der Mittelstandsvereinigung (MIT) dem hohen Gast aus Berlin bei. Allerdings blicke der Mittelstand angesichts der wirtschaftlichen Lage in China momentan eher mit gemischten Gefühlen nach Fernost. Der deutsche Mittelstand zeige immer mehr Präsenz im Reich der Mitte, weil „die Marktchancen riesig sind.“ Der Marktzugang sei jedoch nicht ganz einfach. Er garantiere Mittelständlern Präsenz auf internationalen Bühnen, wodurch das „Erfolgsrezept Deutschland in die Welt hinausgetragen wird.“ MartinMechanic trage dazu nicht nur mit modernen Technologien und seinem Sondermaschinenbau bei, sondern auch durch gut durchdachte Systemlösungen.

Davon konnte sich der Botschafter beim Rundgang schließlich selbst ein Bild machen. Die 70-köpfige Belegschaft ist prinzipiell in der Lage, alle Bestandteile einer Fertigungsanlage selber zu produzieren, wenngleich man häufig auf Zulieferer zurückgreift. Angesichts 3000 Kunden weltweit ist MartinMechanic mittlerweile mit einer Landesvertretung in China präsent. Das Alles-aus-einer-Hand-Prinzip und der Service des Nagolder Familienunternehmens seien natürlich auch im Reich der Mitte gefragt.