Industrieroboter in der Lebensmittelindustrie

Kaum eine andere Branche unterliegt einem derartigen Preiskampf und hartem Wettbewerb wie die Lebensmittelindustrie. Mit Industrierobotern können Kosten weiter reduziert und Produktionsprozesse effizienter gestaltet werden.

25. März 2014

Produkte werden jeden Tag in teilweise millionenfacher Stückzahl produziert, die Verbraucher verlangen eine immer gleichbleibende Qualität und nebenbei steigen die Rohstoffpreise – alles Faktoren, die einen Produktionsablauf in hohem Maße beeinflussen. Gleichzeitig wollen die Konsumenten immer weniger Geld für Artikel des täglichen Bedarfs ausgeben. Für Unternehmen der Lebensmittelindustrie ergibt sich dadurch der Druck, ihre Kosten weiter reduzieren und ihre Produktionsprozesse effizienter zu machen. Chancen hierfür bietet eine weitere Automatisierung.

„Gerade die Lebensmittelindustrie bietet ein enormes Wachstumspotenzial“, erklärt Björn Gentsch vom Deutschland-Vertrieb bei Denso Robotics. Zutaten, Rohstoffe und Produkte sortieren, portionieren, verarbeiten, packen und stapeln – in der Lebensmittelbrache gibt es eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten für Industrieroboter, gerade weil die Branche überaus vielfältig ist und mit einer erheblichen Bandbreite an festen und flüssigen Stoffen operiert. Zusätzlich gehört sie zu den wichtigsten Industriezweigen Deutschlands. Der Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie (BVE) zufolge umfasste die Branche 2012 alleine in Deutschland rund 5.900 Unternehmen mit mehr als 550.000 Beschäftigten und erzielte dabei einen Jahresumsatz von knapp 170 Milliarden Euro in Deutschland – Tendenz steigend besonders mit Blick auf den immer wichtiger werdenden Exportmarkt.

Obwohl sich bei gesundheitsbewussten Verbrauchern insbesondere in Deutschland eine stärkere Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln und Produkten aus regionaler Herstellung feststellen lässt, verlangt der Weltmarkt nach einer kostengünstigen industriellen Produktion. Die Robotervereinigung IFR (International Federation of Robotics) geht nicht zuletzt deshalb bis zum Jahr 2016 von weiter anziehenden Aufträgen für die Roboterhersteller von Seiten der Lebensmittelindustrie aus, die sich zudem dadurch auszeichnet, dass sie extrem krisenfest ist. „Für Betriebe mit geringen Stückzahlen lohnt sich der Robotereinsatz immer dann, wenn hohe Flexibilität oder Aufgaben gefragt sind, die extreme Genauigkeit erfordern“, so Gentsch.

Ein erhebliches Potenzial in den kommenden Jahren sieht Denso Robotics beispielsweise in derFisch- und Fleischverarbeitung sowie in den Bereichen, in denen eine komplexe Bildverarbeitung notwendig ist. Denso Robotics arbeitet beispielsweise mit einem Unternehmen aus Norwegen zusammen, das sich auf die Fischverarbeitung spezialisiert hat. „Unser Roboter übernimmt das Filettieren des Fisches und bedient das Schneidemesser“, erklärt Gentsch. Der Fisch wird dabei mit Hilfe von Feinsensorik vermessen, so dass analysiert werden kann, an welchen Stellen das Messer genau ansetzen muss oder wo sich beispielsweise Gräten und Haut befinden. Für den Kunden hat der Robotereinsatz den Vorteil, dass Gewicht und Form der Filets nahezu identisch sind, wenn sie in den Verkauf gelangen.