27. MAI 2018

zurück

kommentieren drucken  

Druckvoll gegen Wärmenester Fakten


Titelgeschichte

Lüfter Neue Filterlüfter von Rittal arbeiten weltweit erstmals mit Diagonal-Technik – für mehr Luftleistung und bessere Luftzirkulation in Gehäusen und Schränken.

Betrachtungen zur Wirtschaftlichkeit zeigen, dass es bei Filterlüftern große Unterschiede in der Leistungsfähigkeit gibt. Vor allem bei erhöhtem Gegendruck, verursacht zum Beispiel durch hohe Bauteilekonzentration oder Verschmutzung der Filtermatten, zeigen sich oft Stärken und Schwächen. Aber auch in Sachen Montage- und Wartungsfreundlichkeit gibt es Unterschiede. Es besteht Handlungsbedarf. Darum stellt Rittal auf der Hannover Messe 2010 mit den neuen Design-Filterlüftern Toptherm eine komplett neu entwickelte Filterlüfter-Generation vor.

Als gebräuchlichste Technik wurden bei Filterlüftern bisher Axialventilatoren eingesetzt. Bei diesen verläuft der Luftstrom parallel zur Drehachse des Axiallaufrades und liefert relativ große Luftmengen, allerdings bei niedrigem statischen Druck, also freiblasend, wie der Experte sagt. Demgegenüber finden Radialventilatoren überall dort Anwendung, wo es im Vergleich zu Axialventilatoren auf größere Druckstabilität ankommt. Die Luft wird dabei ebenfalls parallel zur Drehachse angezogen, jedoch durch die Rotation des Laufrads um 90 Grad gedreht und in radialer Richtung ausgeblasen. Vorstellen lässt sich dieses Wirkprinzip mit dem Bild eines Turboladers aus dem Motorenbau, der die Frischluft ebenfalls axial anzieht und radial mit hohem Druck wegbläst. Dadurch bleibt selbst bei einer Druckerhöhung im Schrank die geförderte Luftmenge relativ konstant. Nachteilig für die Gehäusekühlung ist bei dieser Lüfterart jedoch die eher sperrige Bauform in der Art eines Gebläses.

Erstmals diagonal

Die neuen Toptherm-Filterlüfter verwenden dagegen weltweit erstmals die Diagonal-Lüfter-Technik, die als Mix zwischen Radial- und Axiallüftern angesehen werden kann und die Vorteile beider Systeme in sich vereint. Von den Axiallüftern kommt dabei vor allem die flache Bauform. Die entscheidenden technischen Vorzüge lassen sich dagegen von den Radiallüftern ableiten. An erster Stelle sind dies die steilere Kennlinie und der höhere Drucksattel. Daraus resultieren eine höhere Druckstabilität und, im eingebauten Zustand unter Betriebsbedingungen, eine konstante hohe Leistung über einen breiten Kennlinienbereich. Ohne einen Leistungsverlust in Kauf nehmen zu müssen, ergeben sich dadurch längere Standzeiten für die Filtermatten.

Bei der neuen Diagonallüfter-Technologie verläuft die Ausblasrichtung nicht wie bisher in Achsrichtung des Lüfters, sondern diagonal nach außen weg. Dies begünstigt eine gleichmäßigere Luftverteilung und damit einen homogenen Temperaturverlauf in Schaltschrank beziehungsweise Gehäuse und vermeidet somit effektiv die Bildung von Wärmenestern.

Ab Ende 2010 wird Rittal eine Eco-Comfort-Baureihe ausliefern können. Indem die Ingenieure dabei Lüfter mit elektronischer Kommutierung verwendet haben, ergibt sich ein besonders hoher Wirkungsgrad, ohne dass sich die mechanischen Dimensionen ändern. Dies ermöglicht eine bedarfsgerechte Kühlung über die Regelung der Lüfterdrehzahl.

Die Montageausbruchmaße der neuen Toptherm-Filterlüfter entsprechen 1:1 den Vorgängerlösungen von Rittal. Die neuen Filterlüfter können somit im laufenden Betrieb einfach ihre Vorgänger ersetzen. Es ist darum auch nicht notwendig, Konstruktionszeichnungen zu ändern. Die optimierte Bauform ist zur Innenseite des Schaltschranks oder Gehäuses mit zehn bis 15 Millimeter hin flacher und verhilft damit in kritischen Fällen zu mehr Einbauraum. Besonders einfach und völlig ohne Werkzeuge erfolgen laut Rittal der Einbau, der Wechsel der Luftförderrichtung, der elektrische Anschluss und die Wartung inklusive Filtermattenwechsel.

Der Einbau in den vorbereiteten Montageausbruch geschieht, beispielsweise bei der Erstinstallation oder beim Austausch eines Geräts, wie bereits bisher durch das bewährte einrastende Montagesystem. Die Änderung der Förderrichtung kann ebenfalls ohne Zuhilfenahme von Werkzeugen erfolgen. Dazu wird lediglich das Bajonettverschluss-System des Diagonallüfters gelöst und – nach Schwenken der Lüftereinheit um 180 Grad – wieder eingerastet. Auch der elektrische Anschluss hat sich vereinfacht: Die bisherigen Schraubklemmen sind durch Federzugklemmen ersetzt, in welche die Drähte oder Aderhülsen kontaktsicher eingeschoben werden.

Da die Kabelführung für den Stromanschluss des Lüfters anwenderspezifisch oft unterschiedlich ist, ist es möglich, den Federklemmenblock an vier über den Umfang des Lüftergehäuses verteilten Positionen um je 90 Grad versetzt mit Hilfe des Bajonettverschluss-Systems einzurasten. Auf diese Weise ist der Anwender besonders flexibel.
Besonders einfach gestaltet sich auch die Wartung mit Filterwechsel. Der neue Entriegelungsmechanismus des Lamellengitters ist in das Rittal-Logo integriert. Nach Fingerdruck kann das Gitter nach vorn geklappt werden und rastet in der Offenposition bei einem Öffnungswinkel von ungefähr 70 Grad ein. Für den Filtermattenwechsel bleiben somit beide Hände frei. Die Servicekraft muss dadurch auch nicht nach einer Ablage für das Lamellengitter suchen. Erst durch Betätigung einer zweiten Rastung kann das Gitter vollständig abgenommen werden – beispielsweise für Reinigung oder Ersatz. Das gleiche Prozedere gilt für den Austrittsfilter.

Sollen zur Steigerung des Kühlluftstroms und damit höherer Wärmeabführung mehrere Filterlüfter nebeneinander gesetzt werden, so spielt das Design von Rittal einen weiteren Vorteil aus: Die Lüfter lassen sich lückenlos anreihen, sodass horizontal eine durchgängige Fläche ohne störende Fugen entsteht. Passende Tür- und Seitenwandstanzungen, auch für solche speziellen Anwendungen, können dafür ab Werk bereitgestellt werden.
Für Anwendungen mit erhöhten Anforderungen an die elektromagnetische Verträglichkeit wird es auch eine EMV-Ausführung von Filterlüfter und Austrittsfilter geben, die deutliche Montagevorteile gegenüber dem bisherigen Programm bietet.

Mehr Leistung, höhere Schutzart

Rittal hat sein Leistungsspektrum nach oben hin erweitert. So stehen die neuen Toptherm-Filterlüfter mit Leistungen von 20 bis 900 Kubikmeter pro Stunde zur Verfügung. Die Vorgängergeräte brachten es lediglich auf 700 Kubikmeter pro Stunde. Als Versorgungsspannung kann der Anwender 24 Volt Gleichstrom sowie 115, 230 und 400 Volt Wechselstrom mit 50/60 Hertz wählen.

Filterlüfter und Austrittsfilter bilden stets ein zusammengehörendes Paar in Schutzart IP54 und sind durch die neu gestaltete Lamellenform ideal geschützt vor Spritzwasser. Neu sind ebenfalls die Strahlwasserhauben zur Erhöhung der Schutzart auf jetzt IP56. Sie sind von außen leicht zu reinigen und verfügen über die gleiche blaue Silikon-Dichtung, die sich im »Hygienic Design«-Programm von Rittal bewährt hat. Damit sind sie gerade auch für hygienekritische Bereiche geeignet. Die Montage und der Filterwechsel erfolgen auch bei den Strahlwasserhauben werkzeuglos.

Reichen Lüfter zur Kühlung nicht aus, so bietet der durchgängige Systemgedanke von Rittal umfangreiche Möglichkeiten der Klimatisierung in einem breiten und skalierbaren Leistungsspektrum. Dies umfasst Wärmetauscher, Kühlgeräte und Flüssigkeitskühlungen ebenso, wie Rückkühlanlagen zur Elektronik- und Prozesskühlung. Darüber hinaus bietet das Unternehmen aus Herborn umfangreiche Hilfen und Services an. Dies beginnt bei der Dimensionierung der kühltechnischen Komponenten über die neue Software-Version Rittal Therm 6.0. Während der Projektierungsphase lassen sich per Wärmefluss-Simulation Komplettsysteme optimieren. Mit Hilfe der Infrarot-Thermografie lassen sich zudem Anlagen überprüfen und verbessern. Für Geräte im Einsatz besteht ein umfangreiches Serviceangebot, welches beispielsweise den Kundendienst vor Ort und die weltweite Versorgung mit Ersatzteilen umfasst.

www.rittal.de



- Komplett neu entwickelte Filterlüfter-Generation.

- Für wirtschaftlichere Abfuhr von Wärme aus Schaltschränken.

- Ansatzpunkte: mehr Luftleistung und bessere Luftzirkulation in Schaltschränken und Gehäusen.

- Die neue Filterlüftergeneration basiert auf der von Rittal entwickelten Diagonal-Lüfter-Technik, die hier erstmals Einsatz findet. Diese ist ein Mix zwischen Radial- und Axiallüftern und vereint die Stärken beider Systeme.

- Von den Axiallüftern kommt vor allem die flache Bauform. Die entscheidenden technischen Vorzüge kommen mit der steileren Kennlinie und dem höheren Drucksattel der Radiallüfter.

- Die diagonale Bauform begünstigt eine gleichmäßigere Luftverteilung und damit einen homogenen Temperaturverlauf in Schaltschrank oder Gehäuse und vermeidet somit effektiv die Bildung von Wärmenestern.
WDie Montagemaße sind identisch zu bestehenden Lüfterreihen, ein Austausch ist auf diese Weise im laufenden Betrieb zu bewerkstelligen.

- Zur Änderung der Förderrichtung wird das Bajonettverschluss-System des Diagonallüfters ohne Werkzeug gelöst und nach Schwenken der Lüftereinheit um 180 Grad wieder eingerastet.
WDie Lüfter lassen sich lückenlos anreihen, so entsteht horizontal eine durchgängige Fläche ohne störende Fugen.

- Rittal hat Toptherm-Filterlüfter mit Leistungen von 20 bis 900 Kubikmeter pro Stunde zur Verfügung im Programm im Gegensatz zu 700 bei den Vorgängergeräten.

- Strahlwasserhauben erhöhen die Schutzart von IP54 auf IP56.

- Rittal setzt die gleiche blaue Silikon-Dichtung ein, die sich bereits im »Hygienic Design«-Programm bewährt hat.

Ausgabe:
aut 02/2010
Unternehmen:
Bilder:

kommentieren drucken  


ANZEIGE

 

 
» Finden Sie weitere Fachartikel in unserem Artikelarchiv

  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Aktuelle Ausgaben