22. JANUAR 2019

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Schritt für Schritt


Fertigungsautomation

Claude Eisenmann - Der Head of Digitalization and Software Engineering bei PIA Automation, Bad Neustadt, erklärt im exklusiven Interview, wie der Automatisierungsspezialist die Aufgaben des Digitalen Wandels angeht und ob die Lösung für Industrie 4.0 und die Digitalisierung im Baukastenprinzip liegen kann.
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Herr Eisenmann, welche Strategie verfolgt PIA Automation in Sachen Digitalisierung?

Es geht primär um die Integration kompletter Systeme auf der OT- und IT-Ebene. Um solche integrierte Anlagen bauen zu können, werden die internen Engineering-Prozesse kontinuierlich angepasst und mit neuen Tools sowie Schnittstellen schrittweise digitalisiert. Also fokussiert sich die Strategie in Sachen Digitalisierung in diesem Geschäftsjahr auf zwei Themengebiete: die modulare Architektur für unsere Intelligent Assembly Solutions, kurz IAS, und die Erweiterung unseres Abwicklungsprozesses in Richtung Engineering 4.0 oder Smart Engineering mit Lean-Ansätzen.

Gibt es bei der Umsetzung von Digitalisierungsprojekten überhaupt gemeinsame Nenner über die Vielzahl von Anwendungen und Branchen hinweg?


Angestrebt wird Anlagenverfügbarkeit und Flexibilität – das ist allen Projekten gemeinsam. Die Verfügbarkeit der Anlage wird grundsätzlich durch unsere intelligenten Analysetools wie piaOptimum oder piaDynamics gewährleistet. Was die Flexibilität angeht, wird sie durch unseren dedizierten Linienrechner, als auch durch die nahtlose Integration von Partnerlösungen ermöglicht. Alle Anlagen werden außerdem mit Fernzugriff ausgeliefert, gegebenenfalls auch mit Augmented-Reality-Anwendungen, und – je nach Kundenwunsch – an eine vorhandene oder neue IIoT-Plattform gekoppelt. Letzteres er-weitert unsere digitalen Dienstleistungen für alle adressierten Branchen um Predictive Maintenance, Energy Management und weitere KI-basierenden Auswertungen.

Wo befinden wir uns Ihrer Meinung nach auf dem Weg zur digitalen Transformation?


Für den Maschinenbauer selbst werden sich langfristig neue Geschäftsfelder sowie Geschäftsmodelle ergeben. Auch wenn das Angebot an Tools, Instrumenten, Plattformen und Software sehr vielfältig ist, befinden wir uns zurzeit noch in der Adaptionsphase. Die flexible Struktur der PIA Automation ermöglicht es, ein stabiles, effizientes und erfolgreiches operatives Geschäft zu führen, auch wenn parallel dazu gewisse Tätigkeiten für die technische Innovation in einem agilen Umfeld durchgeführt werden. Das heißt, dass der digitale Wandel nicht nur ein Meilenstein ist, sondern auch ein Teil unserer Strategie. An-hand eines konkreten Anwendungsfalls, zum Beispiel der Taktzeitanalyse für eine bestimmte Montagelinie, wird gemeinsam mit unseren Partnern ein Proof of Concept entwickelt und Zwischenergebnisse daraufhin phasenweise kurz dargestellt und dementsprechend neue Features bis zum optimalen Ergebnis und zur Zielerfüllung weiterentwickelt. Für den Markt wäre eine gleiche Vorgehensweise denkbar. Einzelne Unternehmen sollten einen reifen Change-Management-Prozess etablieren. Die Geschwindigkeit der Adaption der digitalen Tools oder Prozesse würde sich so leichter steuern und messen lassen.


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Ausgabe:
AUT AM 01/2018
Unternehmen:
Bilder:
Bild: PIA Automation

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