Freiheit, Freiheit

Fertigungsautomation

Software - Bisher hat die Zimmer Group, begleitend zu ihren mechatronischen Produkten, Software-Funktionsblöcke und integrierte Lösungen für einige Roboterhersteller angeboten. Dies wurde nun entscheidend erweitert, wie der vorliegende Fachbeitrag verdeutlicht.

05. Dezember 2018
Bild: Zimmer
Bild 1: Freiheit, Freiheit (Bild: Zimmer)

Von der Digitalisierung, dem Internet der Dinge und den neuen unbegrenzten Möglichkeiten spricht heute die ganze Welt. Mehr Daten, mehr Transparenz, mehr Effizienz, mehr Produktivität – und vor allem mehr Wachstumspotenziale – weisen den Weg in die Zukunft.

Jedoch sind noch zahlreiche Unternehmen skeptisch und zögern, den Schritt in die Digitalisierung zu gehen. Die Zimmer Group als Branchenpionier im Bereich der Industrie-4.0-Greifer und Echtzeitsimulation will nun letzte Zweifel und Vorbehalte ausräumen: Statt wie bisher einzelne, bietet das Unternehmen seit diesem Herbst integrierte Lösungen an, die auf die Softwareplattform seiner Kunden eingehen.

Schon auf der Motek 2017 hat die Zimmer Group in Zusammenarbeit mit einem Maschinenhersteller ihre Simulationslösung VirtualZ mit den Möglichkeiten der Echtzeitsimulation vorgestellt. Diese Lösung hat laut dem Unternehmen im vergangenen Jahr zahlreichen Kunden aus den Bereichen System- und Maschinentechnik in kurzer Zeit eine genaue Planung und Kostenschätzung von der konstruktiven Integration bis zur Projektumsetzung ermöglicht.

Mit dem System kann auch bei extrem eng gesteckten Zeitfenstern gearbeitet werden, da sämtliche Projektphasen im Vorfeld mehrmals realitätsnah simuliert und optimiert werden können. Dabei enden die Einsatzmöglichkeiten nicht mit der Inbetriebnahme, sondern der virtuelle Zwilling kann parallel beziehungsweise zeitversetzt zur physischen Maschine/Anlage im virtuellen Raum produzieren und bietet Funktionen, die bis vor einigen Jahren undenkbar gewesen wären.

Die virtuelle Maschine kann Optimierungen vorausnehmen und über Testläufe in der virtuellen Welt validieren, sie kann Verschleiß bestätigen oder Hinweise für dessen Ursachen durch Vergleichsdaten aufzeigen. Sie ermöglicht es, Upgrades unter realen Bedingungen mit belastbaren Daten darzustellen und schafft somit die Grundlagen, um Umbauplanungen realistisch einzuschätzen.

Ab in die Cloud

Neu für VirtualZ 2018 ist laut dem Unternehmen die Flexibilität der Softwareplattformen und somit auch die der Schnittstellen. Nun sei der nächste Schritt, die Technik auf Automatisierungskomponenten zu übertragen und über den gewohnten Weg des Downloads von geometrischem und kinematischem Modell eine Echtzeitsimulation mit der Software der marktführenden Hersteller abzubilden. Die unterschiedlichen Softwareplattformen ermöglichen Flexibilität bei der Auswahl des Simulationsumfeldes und der Weiterverarbeitung von Daten. Außerdem präsentierte die Zimmer Group auf der diesjährigen Motek eine Full-Service-Lösung im Bereich Cloud – die CloudZ. Sie basiert auf einer serienmäßigen IO-Link-Komponente in Verbindung mit einem OPC-UA-Server, der als Dienstprogramm auf einer SPS läuft.

Mit mehreren führenden Cloudanbietern ist die vertikale Kommunikation von der Komponente in die Cloud und von der Cloud in die Komponente möglich. Die Vorteile einer Verbindung mit der Lösung aus der Wolke sind vielseitig. Angefangen vom bequemen und übersichtlichen Auslesen von Produktkennungen und Seriennummern über die Echtzeitvisualisierung von Zustands- und Prozessparametern in einer zentralen Leitstelle bis hin zum Optimieren der Komponente in der individuellen Applikation.

Die Bandbreite reicht vom Bereitstellen von Zustands- und Prozessparametern für eine Auswertung bis zum Erstellen von Statistiken, egal ob vor Ort oder Tausende Kilometer entfernt. Die Vorteile für den Nutzer gehen laut dem Anbieter weit über die klassischen Digital Services hinaus. Sie unterstützen den Nutzer intuitiv bei der flexiblen Integration der Komponenten in die Applikation sowie der Optimierung durch eine dezidierte Nutzerführung und konkrete Vorschläge für Verbesserungen. Die Bedienoberfläche visualisiert dabei jeden Schritt. Sie ist für eine schnelle, sichere und komfortable Bedienung entwickelt worden und laut Anbieter mit jedem internetfähigen Computer, Tablet und Smartphone kompatibel.

Steuerung für jeden Roboter

Bisher hat die Zimmer Group zudem begleitend zu ihren mechatronischen Produkten Software-Funktionsblöcke und integrierte Lösungen für einige Roboterhersteller angeboten. Diese erweiterte sie nun und vereint sie zu ControlZ.

Unabhängig vom jeweils genutzten Roboterfabrikat kann die Roboterapplikation inklusive der End-of-Arm-Tools mit neutralen Programmiertools wie Drag&Bot erstellt und in Betrieb genommen werden. Auch hier unterstützt das Unternehmen mit den entsprechenden Software-Integrationen für seine intelligenten Automatisierungskomponenten. Der Vorteil einer solchen Lösung ist die plattformunabhängige Art des Programmierens, so der Anbieter. Dies bietet somit immer mit der gleichen Entwicklungsumgebung und mit den gleichen bewährten Schnittstellen für die Komponenten eine neutrale Software zur Steuerung von Robotern und Anlagen.

Um eine Installation mechatronischer Komponenten und Zellen in die Robotersteuerung oder auch in komplexere Systeme zu vereinfachen, bietet die Lösung VisualZ eine eigene spezielle, komfortable und benutzerfreundliche HMI-Bedienoberfläche. Die Bedienung der Roboterkomponenten der Zimmer Group ist eigenen Angaben zufolge genauso einfach und flexibel wie die Installation.

Vorbeugende Wartung im Blick

Das HMI gibt mit seiner schnellen Oberfläche den Nutzern hohe Flexibilität beim Erstellen, Speichern und Wiederherstellen von Geräteparametern und unterstützt sie auch bei der Diagnose und der vorbeugenden Wartung. Es verleiht dem Nutzer laut Anbieter Sicherheit durch eine nullprozentige Fehlerrate bei der Bedienung. Zudem erlaubt es ihm eine hohe Variabilität beim Erstellen und Verwalten der Anwendungsprofile für die verschiedenen Greif- und Handhabungskomponenten.

Immer und überall

Der Servicegedanke war schon immer einer der zentralen Ansatzpunkte der Zimmer Group. In SupportZ sind diese Dienste nun zusammengefasst. Damit ist es problemlos möglich, jedem Kunden weltweit Servicebausteine für eine schnelle Implementierung und Inbetriebnahme zur Verfügung zu stellen, so das Unternehmen. Diese Bausteine funktionieren in nahezu allen gängigen SPS-Systemen. Auch Kundenprojekte/Applikationen lassen sich so mit Rat und Tat unterstützen. Das Konzept basiert auf einer tieferen Implementierung der Software und einer globalen Vernetzung der Komponenten.

Erschienen in Ausgabe: 08/2018