22. JANUAR 2019

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Fertigungsautomation

Robotik - Die intelligente Fabrik der Zukunft arbeitet auftragsbezogen, auch bei kleinsten Losgrößen. Zugleich sorgen personalisierte Produkte für das Entstehen neuer Geschäftschancen – nicht ohne Roboter. Der Sportartikelhersteller Adidas macht’s vor.
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Längst sind die Versprechungen der Digitalisierung keine Zukunftsmusik mehr: Neue Fertigungstechnologien und vernetzte Maschinen ermöglichen es nicht nur, besonders kostengünstig und effizient zu produzieren, sondern auch, Produkte herzustellen, die exakt auf die Bedürfnisse einzelner Kunden zugeschnitten sind. So eröffnen sich vielen Unternehmen völlig neue Absatzchancen. Ein Beispiel für die wirtschaftliche Tragweite dieser Entwicklung ist der international tätige Sportartikelhersteller Adidas.

Im fränkischen Ansbach betreibt Adidas eine Hightech-Fabrik der Zukunft, die sogenannte Speedfactory. Hier produziert das Unternehmen erstmals seit Jahrzehnten wieder Sportschuhe in Deutschland – und zwar nach Produktionsmethoden, die vor wenigen Jahren noch undenkbar schienen. So werden hier neben konventionellen Herstellungsverfahren unter anderem auch additive Fertigungstechnologien sowie das computergesteuerte Stricken oder Laserschneiden angewandt. Anders als in der konventionellen Schuhherstellung entstehen dabei fast alle Komponenten des Produktes, also Sohle, Polsterung, Obermaterial und so weiter, am selben Ort.
In der Speedfactory waren 2017 neben diversen Robotern rund 160 Arbeitskräfte beschäftigt – einige mit der Wartung und Steuerung der Produktionsanlagen, andere mit konventionellen Arbeiten im Rahmen der Herstellung der Schuhe. Eine ähnliche Fabrik betreibt Adidas auch in der US-amerikanischen Stadt Atlanta. Geplant ist es, in Ansbach und Atlanta zunächst eine Produktionskapazität von etwa einer Million Paar Schuhen pro Jahr zu erreichen.

Rasantes Entwicklungs- und Vermarktungstempo

Ein entscheidender Vorteil der Komplettproduktion in unmittelbarer Nähe des Absatzmarktes besteht neben kürzeren Lieferzeiten auch in der Möglichkeit, sehr schnell neue Waren entwickeln und auf den Markt bringen zu können. So dauert die Einführung eines neuen Schuhs im Industriedurchschnitt – von der Idee bis zum finalen Produkt im Handel – derzeit rund 18 Monate, bei Modellen aus der Speedfactory könnte sich dieser Prozess wegen der Nähe zum Verbraucher auf wenige Tage verkürzen. Außerdem können dank der neuen Herstellungsverfahren sehr kleine Losgrößen regional unterschiedlicher Produktvarianten vertrieben werden, etwa Laufschuhe in landesspezifischen Farben oder mit einem speziellen Sohlenaufbau. Und das ist längst keine Zukunftsmusik mehr.


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Ausgabe:
aut 08/2018
Unternehmen:
Bilder:
Bild: Adidas
Bild: Interroll AG

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