Enrico Krog Iversen

Finale - Vier Fragen an ...

Der CEO von OnRobot und ehemalige Universal-Robots-Chef im exklusiven Interview über künftige Anforderungen an Cobots und seine Vision für OnRobot.

05. Dezember 2018
Bild: OnRobot
Enrico Krog Iversen (Bild: OnRobot)

Herr Krog Iversen, OnRobot hat sich vorgenommen, einen One-Stop-Shop für kollaborative Applikationen zu werden. Was steckt hinter dieser Vision?

Mit dem Zusammenschluss von OnRobot, Perception Robotics und OptoForce zu OnRobot haben wir unsere Vision eines One-Stop-Shops für End-of-Arm-Tooling auf den Weg gebracht.

Das Ziel ist, Unternehmen alles anbieten zu können, was sie für die Auto-matisierung ihrer Produktionsprozesse be-nötigen – als Komplettlösung in einem Paket. Das beinhaltet sowohl Greifer als auch Sen-soren und Software. Durch die Zusammenführung zu OnRobot und den jüngsten Zukauf des dänischen Start-ups Purple Robotics können wir unseren Kunden schon heute eine breite Produktpalette an End-of-Arm-Tools bieten.

Sind noch weitere Akquisitionen geplant? Welche Kriterien müsste ein Unternehmen an dieser Stelle erfüllen?

Um unsere Vision des One-Stop-Shops weiter-hin verfolgen zu können, brauchen wir die besten Leute aus dem Bereich der kollaborativen Robotik. Die Antwort ist also in jedem Fall ja: Bringt ein Unternehmen uns in dieser Richtung weiter, können wir uns einen Zukauf gut vorstellen. Diese Zukäufe sind wichtig für unsere weitere Entwicklung, denn wir profitieren von der Zusammenführung von wertvollem Know-how. Nur so können wir noch besser werden.

Sie sind historisch eng mit Universal Robots verbunden. Streben Sie auch weiterhin eine starke Zusammenarbeit an?

Alle unsere Produkte sind zwar kompatibel mit Robotern von Universal Robots, unser Ziel ist es aber Weltmarktführer für End-of-Arm-Tooling zu werden – da müssen unsere Produkte ein Höchstmaß an Flexibilität bieten. In Zukunft wird der Einsatz von Cobots zum Standard in der Fertigung avancieren, der Fokus sich hier auf den Endeffektor verschieben: Denn erst in Kombination mit Greifern, Sensoren und Software wird ein Cobot zu einer funktionsfähigen Applikation. Die Kompatibilität unserer Produkte mit anderen Cobot-Herstellern ist daher Voraussetzung für unseren Erfolg. Verschiedene OnRobot-Modelle sind bereits mit anderen Leichtbaurobotern, zum Beispiel von Kuka oder Kawasaki, nutzbar.

Welche Anforderungen müssen kollaborative Applikationen in Zukunft erfüllen, um auf dem wachsenden Cobot-Markt wettbewerbsfähig zu bleiben?

Enrico Krog Iversen

Der dänische Investor ist seit 2018 CEO bei OnRobot, einem dänischen Hersteller kollaborativer Robotergreifer.

Sie müssen feinfühliger werden, smarter. Erst wenn sie Fingerspitzengefühl beweisen und Bewegungen selbst steuern können, können sie dem Endanwender auch die ganze Bandbreite an Automatisierungsvorteilen bieten. Nur dann kann sich diese Investition auch schnell amortisieren und die Produktivität gesteigert werden. Dies bedeutet, dass sich die Produkte weiter als bisher der menschlichen Sinneswahrnehmung annähern müssen. Wir arbeiten heute schon mit einer Kombination aus Sensorentechnologie und Software, die Applikationen intelligent und sensibel machen. Dadurch lassen sich für Cobots Anwendungsgebiete erschließen, in denen hochpräzises Arbeiten gefordert ist. Beispielsweise können sie Aufgaben wie Leiterplattenbestückung oder Oberflächenpolitur übernehmen. Mit dem RG2-FT-Greifer haben wir ein Produkt, bei dem die Sensortechnologie sogar direkt in die Greif-instrumente integriert ist. Dies ermöglicht der Applikation die Distanz zum Zielobjekt sowie die Griffqualität genau zu beurteilen.

Erschienen in Ausgabe: 08/2018

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