MES

Ein Plan ist immer gut

Beim digitalen Fertigungsmanagement – und nicht nur dort – sollten Planung und Produktion Hand in Hand gehen. Eine gut gewählte Software liefert einen exakten Überblick über die Fertigung, um flexibler zu planen und effizienter zu fertigen. Proleis-Starterpakete von Tebis erleichtern KMU den Einstieg in das digitale Fertigungsmanagement.

05. November 2018
Bild: Tebis AG
Bild 1: Ein Plan ist immer gut (Bild: Tebis AG )

Digitalisierung, so prognostizieren Institutionen wie der Branchenverband Bitkom und die Fraunhofer Gesellschaft, soll in den nächsten Jahren Produktivitätssteigerungen von rund 25 Prozent durch eine bessere Auftragsplanung und transparentere Fertigung erlauben. Aber gerade Branchen wie der Werkzeug- und Formenbau sind traditionell handwerklich geprägt. 

Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) sehen sich mit Herausforderungen konfrontiert: mehr Automatisierung und Effizienz bei gleichzeitig höchster Qualität und Präzision. Keine leichte Aufgabe, denn der Herstellprozess bindet viele Spezialisten ein, die koordiniert zusammenarbeiten müssen, um den Kostenrahmen einzuhalten und Qualität zu garantieren.

Das erfordert eine präzise Auftragsplanung und -steuerung. Dafür ist die MES-Software Proleis (MES: Manufacturing Execution System) von Tebis ausgelegt. »Wer effizient fertigen will, braucht schnellen Zugriff auf alle relevanten Daten«, sagt Robert Aulbur, zuständig für den Geschäftsbereich MES bei Tebis. Die Starterpakte erleichtern Unternehmen den Einstieg in das digitale Fertigungsmanagement. Proleis steht dabei für Prozess-, Leit- und Steuerungssystem. Mit einem solchen Tool lassen sich Termindruck und zunehmende Werkzeugkomplexität meistern, so der Anbieter. 

Schnell Erfolge sichtbar

Grundidee der MES-Software ist es, Ressourcen, Zustände, Fehlerursachen und Informationen aus allen Fertigungsbereichen aktuell und übergreifend sichtbar zu machen. Das MES ermöglicht eine automatische, auf Stücklistenpositionen basierte Fertigungsplanung. Die Software sammelt Daten aus allen Bereichen, von Softwaresystemen, Ablaufstationen und Personen auf einem Server. Sie vernetzt zudem Abteilungen wie etwa die Fertigung mit der Fertigungsplanung oder dem Projektmanagement. Der Vorteil: mehr Transparenz.

Der exakte Überblick über alle Fertigungsprojekte ist der Schlüssel zu einer vereinfachten Projektplanung und mehr Effizienz. Mit ProleiS können Nutzer laut dem Anbieter alle Fertigungsaufträge von der ersten Anfrage bis zum fertigen Produkt bestmöglich planen, steuern und überwachen.Keine Frage: Wer wettbewerbsfähig bleiben will, muss den Schritt in die digitalisierte Fertigung wagen. »Die Unternehmen wissen das. Viele schrecken bislang jedoch vor dem damit vermeintlich verbundenen Aufwand zurück«, weiß Aulbur.

Seiner Erfahrung nach ist es sinnvoll, klein anzufangen und später aufzustocken. »Aus zahlreichen Projekten mit Unternehmenskunden ganz unterschiedlicher Aufstellung und Positionierung wissen wir, dass der Weg in die digitale Auftragssteuerung leichter von der Hand geht, wenn sich schnell erste Erfolge einstellen.« Daher hat Tebis seine MES-Software mit Starterpaketen wie »Fertigungsdatenmanagement« (FDM) und »Maschinendatenerfassung« (MDE) so konfiguriert, dass ein Einstieg schrittweise möglich ist.

Die Praxis hat gezeigt, dass FDM und MDE dafür gut geeignet sind, da dort rasch Ergebnisse sichtbar werden. Doch auch individuelle Einstiegsszenarien sind möglich, beispielsweise über die Grob- und Feinplanung mit Anschluss an ein bestehendes ERP-System. Das Starterpaket bringt Ordnung in das Dateimanagement. Der Grund: Alle Fertigungsdaten, von der ersten Stückliste bis zum letzten Begleitdokument, werden zentral auf einem Server verwaltet. Langes Suchen nach CAD-Daten und anderen Projektdokumenten entfällt damit ebenso wie das permanente Prüfen der Daten auf Aktualität. Eine Datei kann nicht von mehreren Mitarbeitern gleichzeitig geöffnet und geändert werden. Das Verwenden falscher NC-Programme in der Fertigung gehört der Vergangenheit an. 

Geregelte Zugriffsrechte

Geregelte Zugriffsrechte erleichtern außerdem die Arbeit, denn über rollenspezifische Zugänge erhalten Mitarbeiter die ihnen zugewiesenen Teilaufgaben mit nur den Dateien, die sie betreffen. Diese werden in der vorgegebenen Reihenfolge abgearbeitet. Ist eine Aufgabe abgeschlossen, gibt der Anwender das Bauteil für den nächsten Arbeitsschritt frei. Änderungen sind für jeden sichtbar in der Historie dokumentiert, auch nachträgliche Änderungen von Kunden.

Proleis spart da Zeit und Nerven: Der Tebis-Zerleger splittet CAD-Zusammenbaudateien per Mausklick in einzelne Tebis-CAD-Fertigungsdateien. Ein automatischer Vergleich der alten und neuen Versionen zeigt direkt die geänderten Stellen an. Insgesamt beschleunigen Unternehmen mit dem Starterpaket ihre Fertigungsprozesse und minimieren Fehler, so der Anbieter. Das zweite Starterpaket MDE setzt bei den Maschinen an. Unternehmen erhalten eine verbesserte Sichtbarkeit auf ihre tatsächliche Maschinennutzung sowie auf die Historie. Grundlegende Bestandteile sind ein virtueller Hallenplan der Fertigung und die Anbindung verschiedener Maschinensteuerungen.

Ein Ampelsystem zeigt am Bildschirm ebenso wie auf mobilen Geräten den Betriebszustand der Maschinen in Echtzeit an. Dazu kommt ein übersichtlicher Zugriff auf alle wichtigen Kennzahlen, etwa den aktuellen Maschinenstatus auf Maschinenstatistiken, Laufzeiten, Aufspannzeiten oder Störungen. Über eine Analyse können häufige Fehlerursachen identifiziert und rechtzeitig behoben werden. Das Starterpaket MDE macht die Fertigung damit verlässlicher. Unternehmen erhalten mehr Flexibilität und erhöhen ihre Maschinenauslastung. 

Doch die MES-Software kann noch mehr. Unternehmen haben die Option, Proleis nach und nach auszubauen – bis hin zum vollumfänglichen MES für die Fertigungsplanung und -steuerung. »Auch die rechtzeitige Bereitstellung von Materialien und Werkzeugen oder die Anbindung von Fremdfirmen enthalten enormes Potenzial und unterstützen Unternehmen dabei, ihre Rentabilität zu steigern«, erklärt Aulbur. Sind alle Maschinen angeschlossen und das Datenmanagement läuft rund, werden häufig erste Erfolge verbucht. »Sobald unsere Unternehmenskunden sehen, wie unkompliziert und effektiv der erste Schritt hin zur digitalen Auftragsfertigung ist, gehen sie oft direkt den Folgeschritt an«, sagt Aulbur.

Meist rückt als Nächstes die Fertigungsplanung in den Vordergrund. Indem MES-System verwaltet der Projektleiter alle Planungsaufgaben. Zu Anfang erstellt der Nutzer anhand kundenspezifischer Planungsvorlagen eine Grobplanung und erkennt, ob ausreichend Ressourcen für die Auftragsannahme zur Verfügung stehen. Im Detail beginnt die Feinplanung mit Übernahme der Stückliste, die zum Beispiel aus Excel eingelesen wird oder aus einem CAD-System importiert werden kann. 

Der Fertigungsplaner legt für ein Projekt zunächst terminliche Meilensteine fest. Aus ihnen geht hervor, bis wann welche Teile gefertigt sein müssen, um rechtzeitig die Montage und Einarbeitung eines Gesamtwerkzeugs zu beginnen. Anschließend legt er fest, nach welchen standardisierten CAD/CAM/NC-Vorgängen die Teile hergestellt werden und welche Mitarbeiter und Maschinen dafür vorgesehen sind. Auch hier erleichtern Vorlagen, etwa für die Einzelteilefertigung, in den folgenden Fertigungsschritten die Arbeit. 

Exakt planen, rechtzeitig liefern

Unternehmensinhaber sowie Projekt- und Fertigungsleiter besitzen mit MES Proleis den Überblick über alle Vorgänge, so der Anbieter. So erkennen sie drohende Störungen frühzeitig und können schnell auf unterschiedlichen Ebenen reagieren. Um Fertigungsprozesse zu optimieren und automatisieren, ist eine digitalisierte Fertigung mit zuverlässigen Auswertungen kombiniert mit vernetzten Abteilungen ein unverzichtbares Mittel. Proleis stellt hierfür eine softwaretechnische Plattform dar und unterstützt die Fertigung. Damit meistern auch KMU eine komplexer werdende Fertigungswelt und sichern sich ein Stück der prognostizierten Produktivitätssteigerungen. 

Erschienen in Ausgabe: 07/2018