Die rasanten Entwicklungen in der Industrie – ob evolutionär oder revolutionär – bringen eine Fülle neuer Chancen mit sich. Nach Industrie 4.0 hat sich nun ein weiterer Begriff in den Köpfen festgesetzt – und liefert bereits konkrete Umsetzungsbeispiele. »Das industrielle Internet der Dinge oder Industrial Internet of Things ist dank technologischer Möglichkeiten reif für die optimale Umsetzung«, weiß Bernhard Falkner, der Technische Direktor bei Industrie Informatik.

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Mit mittlerweile etablierten Kommunikationsstandards wie OPC UA wurde bereits eine wichtige Grundlage geschaffen, um Maschinendaten zu erfassen und in einen digitalen Fertigungsprozess einfließen zu lassen. Dafür braucht es leistungsstarke Softwaresysteme wie ein Manufacturing Execution System (MES). Neben dieser Datenerfassung und -aufbereitung, spielt deren standardisierte Weitergabe und Verteilung eine essenzielle Rolle bei der Umsetzung eines IIoT. Webservices stellen hier eine leistungsstarke Möglichkeit zur semantisch korrekten Kommunikation innerhalb der gesamten Systemlandschaft dar – inklusive Cloud-Anwendungen. Auch hier kann ein leistungsstarkes MES als zentrale »Verwaltungsstelle« seine Vorteile voll ausspielen.

Vor allem bei der Konsolidierung von verschiedenen zusammengehörenden Datenpaketen zu validen Informationen können Webservices ihre Stärken ausspielen. Auftrags-, Personen-, Prozessinformationen und aktuelle Produktionsstati an einer Linie können so beispielsweise zu wertvollen Informationen verdichtet werden. So kann etwa mit Cronetwork MES eine homogene Datenbasis geschaffen werden, um eine einfache Anbindung an die Maschinenebene mittels OPC UA zu realisieren. Über eine reine Speicherung der Prozessinformationen hinaus, können diese auch mit BDE-Daten verknüpft, über statistische Funktionen verdichtet und individuell aufbereitet werden. Webservices tun ihr Übriges, um im Sinne einer offenen Kommunikation die neuen Informationen in der gesamten Systemlandschaft bereitzustellen. Ein MES kann also Unternehmen schon heute dabei helfen, die Fertigung im IIoT digital zu vernetzen – und zwar unter Berücksichtigung sämtlicher Fertigungsprozesse.

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Positive Auswirkungen

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Alle Produktionsdaten, zum Beispiel Mess- und Prozessdaten, können mit einem leistungsstarken MES erfasst, zusammengeführt, verknüpft, gespeichert und validiert werden. Damit sorgt das MES mit seinen Digitalisierungsfähigkeiten für Transparenz, höhere Qualität und durchgängige Dokumentation in der Fertigung. In diesem Kontext wirkt es sich auch sehr positiv aus, dass kommunikationsfähige Sensoren immer günstiger und deshalb heute vermehrt standardmäßig in den Maschinen und Anlagen verbaut werden, was wiederum den Zugang zu Daten und Informationen enorm erleichtert. Komplette Produktionsanlagen können sich so mittels Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M) permanent unterhalten, was einen der wichtigsten Erfolgs- faktoren des IIoT darstellt. Wesentlich ist hier, dass Teile der Automatisierungstechnik in das MES wandern. Die Automatisierungswelt muss hier mit den vorhandenen Softwaresystemen zusammenwachsen. Ein übergeordnetes, mit der Automatisierungsebene vernetztes MES wird durch die Einhaltung von Standards, redundanzfreier Stammdatenhaltung und einem möglichst geringen Aufkommen von Schnittstellen zum zentralen Datendreh- und -angelpunkt jeder Fertigung.

Hochgradig flexible Produktion

MES-Lösungen wie Cronetwork sind im laufenden Betrieb gegenüber Individuallösungen auf der Automatisierungsebene wesentlich flexibler, da man im Sinne des IIoT auf datengetriebene, flexible Prozesse setzen kann. Fix programmierte Funktionen gehören damit der Vergangenheit an. Ein MES ermöglicht eine hochgradig flexible Produktion, in der sich Arbeitsplätze beispielsweise anhand der erkannten Seriennummer und an den Anforderungen des einzelnen Produktes ausrichten – vorausgesetzt, die Maschinenumrüstung erfolgt vollständig automatisch. So wird Losgröße eins Realität in der digitalisierten Fertigung.

Die eigentliche Stärke eines MES – auch in der IIoT-Welt – liegt aber in der Verbindung und Verknüpfung der Daten aus dem Shopfloor (BDE und MDE) mit dem stammdatenführenden und kaufmännischen ERP-System. Die neu gewonnenen Informationen können verwendet werden, um kaufmännisch relevante Fakten automatisiert zu erfassen. Auf Basis dieser erfassten Detaildaten erhalten Unternehmen hochvalide Informationen direkt aus der Fertigung und decken neue Optimierungspotenziale entlang der gesamten Wertschöpfungskette auf.

Generell sollte die Zusammenarbeit von MES- mit ERP- oder Cloud- und Automationslösungen in einer IIoT-Umgebung von Standards und der Offenheit der einzelnen Systeme gegenüber der gesamten Systemlandschaft geprägt sein. Der Best-of-Breed-Ansatz ist hier eine empfehlenswerte und absolut zukunftsträchtige Möglichkeit. Das bedeutet, dass sich die Unternehmen von allen Anbietern und Systemen eine optimale, individuell orchestrierte Lösung im »Lego-Prinzip« konfigurieren. Industrie 4.0-, Smart Factory- und IIoT-Initiativen zielen seit Langem auf solche Entwicklungen ab. Die wichtigste Aufgabe eines MES muss dabei aber sein, die gesammelten Daten aus Planung und Fertigung korrekt auszuwerten und so alle Prozesse transparent, effizient und kostengünstig zu halten.

Schwer verständliche Daten zu Informationen vergolden

Datensammlung und -aufbereitung aus der Fertigung ist seit jeher Hoheitsaufgabe des MES. Ein zukunftsträchtiges und effizientes IIoT hat die besten Chancen, wenn ein MES-System seine Flexibilität in Datenerfassung und Informationsaufbereitung voll ausspielen kann und gleichzeitig mit dem kaufmännisch führenden ERP-System harmoniert. Eine wichtige Basis dafür liefern Standards wie OPC UA und Webservices. Auch die umfassende Interaktion mit der Automatisierungsebene wird erfolgsentscheidend sein. Ein MES wie Cronetwork ist für solche Architekturen wie gemacht, da es den semantischen Hintergrund abbildet und aus schwer verständlichen Daten wertvolle Informationen für die Unternehmen macht und somit zum Erfolg des IIoT beiträgt.