Steckverbinder

Heilig’s Blechle

Eine Vielzahl unterschiedlicher Aggregate sorgt beim Tiefbohrtechnik-Spezialisten TBT dafür, dass die Anlagen später beim Kunden prozesssicher zerspanen. Um die Aggregate mit den Maschinen zu verbinden, waren immer wieder kreative Anbaulösungen aus Blech für die Steckersysteme erforderlich. Nun ist dies nicht mehr nötig.

05. November 2018
Bild: LQ Mechatronik-Systeme GmbH
(Bild: LQ Mechatronik-Systeme GmbH)

Seit über 50 Jahren steht das Unternehmen TBT Tiefbohrtechnik für Kompetenz in der Fertigungstechnologie Tiefbohren. Heute beschäftigt es rund 210 Mitarbeiter. Neben den hochpräzisen Werkzeugmaschinen stellt der Tiefbohrtechnik-Spezialist auch entsprechende Bohrwerkzeuge zur Verfügung und empfiehlt sich als Dienstleister für schwierige Zerspanungsfälle. Zum Produktportfolio zählen sowohl horizontale Maschinen zum Tieflochbohren als auch Fräszentren oder Sonderlösungen.

Für einen sicheren Bohrprozess

Kunden aus der Automobilzulieferindustrie, der Medizintechnik, der Luft- und Raumfahrt sowie dem Maschinen- und Anlagenbau setzen auf den Hersteller, der ein breites Spektrum mit Bohrtiefen von 0,5 Millimetern bis elf Metern abdeckt. »Die Herausforderungen im Zerspanungsprozess haben sich allerdings verändert, insbesondere hinsichtlich der Werkstoffe, die bearbeitet werden müssen«, so Werner Baumann, Leiter der Elektroabteilung bei TBT Tiefbohrtechnik in Dettingen/Erms. Sonderlegierungen, die widrigsten Bedingungen wie Hitze, Kälte, hohem Druck oder aggressiven Medien standhalten müssen, gelten als problematisch im Zerspanungsverhalten.

Dazu zählt etwa Titan in der Medizintechnik, aber auch spezielle Metalle, etwa für die Landesysteme in der Luft- und Raumfahrt. Kurbelwellen oder Einspritzventile für die Autoindustrie bestehen auch aus widerstandsfähigen Sonderlegierungen, die der Maschine im Bohrprozess einiges abverlangen.

»Ohne reichlich Kühl- und Schmiermittel wäre in kürzester Zeit der Bohrer kaputt und das Werkstück unbrauchbar. Das Metall verhält sich wie eine zähe Masse bei der Zerspanung«, erklärt Baumann. Um den komplexen Bohrvorgang sicher zu unterstützen und optimale Bearbeitungsergebnisse zu erhalten, sorgen deshalb verschiedenste Aggregate für Prozesssicherheit. Neben Kühl- und Schmiermittelpumpen sind dies auch Hydraulikaggregate, Filter oder Ölnebelabscheider. 

Kosteneinsparung im Blick

Für die Installationstechnik liegt genau hier das Problem: Bei jedem Aggregat sind die Anschlüsse woanders, und »wir mussten immer neu überlegen, wo wir die Anbauten für die Elektroinstallation platzieren«, so der Leiter der Elektroabteilung. Wie vielfach üblich bestehen diese Anschlüsse aus blechernen Sockel- und Tüllengehäusen, die an die Maschinenverkleidung geschraubt werden. Dann stieß TBT auf den M15-Power-Steckverbinder der LQ Group.

»Die Installationstechnik mit M15 Power macht diese aufwendige Blechbearbeitung überflüssig. Es reicht, den Steckverbinder auf das Einschraubgewinde am Aggregat aufzustecken«, so Baumann. »Der LQ-Slogan ›Wir machen es einfach‹ hat bei uns tatsächlich den Durchbruch gebracht«, berichtet er. Nach rund 40 Jahren Erfahrung in seinem Metier freut es ihn, den immer höheren Kosten bei der Installation der zahlreichen Standard- und Sondermaschinen ein Schnippchen schlagen zu können. 

»Im Zuge des KVP-Prozesses standen Einsparungen in diesem Bereich ganz oben auf der Agenda«, erinnert sich Baumann. Eine Musterbox mit einem W-Tec-15-Energiekabel plus X-Tec-Rundsteckverbinder von LQ Mechatronik-Systeme markierte den ersten Schritt. Doch es bedurfte weiterer Überzeugungsarbeit, die gesamte Beschaffungskette auf die neuen Stecker umzustellen. »Wie immer bei einschneidenden Veränderungen war die Skepsis anfangs groß«, verdeutlicht Baumann.

Vor allem hinsichtlich der Robustheit der Kunststoffstecker sah man gegenüber den Blechanbauten Nachteile. »Die konnten wir allerdings schnell zerstreuen.« Bislang sei noch nicht ein Fall aufgetreten, bei dem sich der Stecker gelockert hätte. Sogar die raue Umgebung innerhalb eines Maschinengehäuses hält der M15 Power aus. »Dank der PUR-Ummantelung ist er resistent gegen aggressive Medien, wie Kühlschmierstoffe oder Ölnebel, und kommt mit den rund 55 Grad Celsius in der Maschine gut zurecht«, bestätigt Baumann.

Weniger arbeitsintensiv

Für die TBT Tiefbohrtechnik GmbH + Co. hat die Umstellung auf M15 Power in mehrfacher Hinsicht etwas gebracht: »Es fallen sehr viele Arbeiten weg, die wir bislang noch vor dem eigentlichen Verbindungsprozess leisten mussten: Bohren, Gewindeschneiden, Bleche für die Sockel- und Tüllengehäuse fertigen und damit verbunden natürlich die ganzen sicherheitstechnischen Bedenken, die man immer hat, wenn an der Maschinenverkleidung etwas verändert wird«, erklärt Baumann.

Angefangen von Kabeln, die als Stolperfallen auf dem Boden liegen, bis hin zu Metallspänen, die Verletzungen hervorrufen könnten. Außerdem birgt jede Beschädigung der sorgsam durchdachten Maschinenverkleidung die Gefahr, dass Fremdstoffe wie Öl, Staub oder winzige Späne in die Maschine gelangen. »Selbst wenn die Öffnung noch so gut bedeckt ist, gelangen diese Medien mit der Zeit hinein«, verdeutlicht Baumann.

Zudem müssen moderne Werkzeugmaschinen heute nicht nur in funktionaler Hinsicht den Kunden überzeugen, sondern auch optischen Gesichtspunkten genügen. »Da können eine Vielzahl von Blechanbaudosen, die irgendwo am Gehäuse oder Aggregat angebracht sind, schon mal negativ auffallen. Schließlich sind sie ja in aller Regel nicht Bestandteil des Maschinendesigns, sondern notwendige Übel«, hebt Baumann hervor. Durch die UL- und die CSA-Zulassung ist der Stecker auch in Anlagen einsetzbar, die weltweit ihren Dienst tun.

Tiefbohrmaschinen von TBT sind neben Europa auch in den USA, in China, Brasilien oder Mexiko im Einsatz. »Letztlich hat uns neben dem günstigen Preis vor allem das einfache Handling des M15 Power überzeugt. Einstecken, verriegeln, fertig das ist auch ein Argument für unsere Monteure auf der Baustelle, wenn sie schnell ein Aggregat tauschen müssen. Da haben wir gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen«, fasst Baumann zusammen.

SPS IPC Drives: Halle 8, Stand 202

Erschienen in Ausgabe: 07/2018