Griff mit dem 3D-Sensor in die Kiste

Halle 3

Bildverarbeitung - Mit dem neuen 3D Shapescan ermöglicht Isra Vision eine hochflexible und kostengünstige Lösung für den sogenannten Griff in die Kiste.

31. August 2010

Unsortierte Teile lassen sich auf diese Weise direkt mit dem Roboter aus dem Transportbehälter entnehmen und direkt und ohne aufwendige mechanische Konstruktionen dem Fertigungsprozess zuführen.

Bewerkstelligt wird das mit zwei Standardkameras und einer speziellen Laserbeleuchtung, die die genaue Lagebestimmung der einzelnen Teile in der Kiste übernehmen. Der Sensor wird dazu stationär über der Kiste befestigt und hat diese komplett im Blick. Eine aufwendige Kinematik zum Verfahren des Sensors ist nicht notwendig. Trotzdem beträgt die Scanzeit für die Abtastung einer Gitterbox von 1.200 x 1.000 x 800 Millimetern über das komplette Volumen weniger als zwei Sekunden. Shapescan liefert dabei eine Genauigkeit von wenigen Millimetern.

Dazu Holger Wirth von isra: »Wir brauchen keine Kinematik, wir lassen das Licht laufen und nicht die Kameras.«

Wenn andere Kistengrößen zum Einsatz kommen, kann der Anwender den Abstand zwischen den beiden Kameraeinheiten des Sensors flexibel anpassen. Auch lässt sich der Sensor mobil am Roboter befestigen. In diesem Fall sieht der Roboter nicht mehr die gesamte Kiste auf einmal, sondern nur noch Einzelausschnitte. Aus mehreren Ausschnitten kann der Sensor aber ein genaues Gesamtbild zusammenfügen. Zudem gibt es eine Sensorvariante mit vier Kameras, die für schnelle Anwendungen ausgelegt ist.

Die Intelligenz der Sensorlösung steckt in der Software: Die 3D-Kameras scannen die Kisten und es entsteht eine sogenannte 3D-Punktewolke, die die zu erfassenden Objekte in der Transportverpackung repräsentiert. Eine robuste Erkennung der Teilegeometrie auch unsortierter Objekte wird so sichergestellt. Zur Bestimmung der Lage der Objektteile in der Tiefe dient die Laserlinienprojektion. Sie ermöglicht dem Sensor das Sehen in der dritten Dimension. Der Zugriff bleibt nicht mehr nur auf eine bestimmte Ebene begrenzt. Außerdem ist dieses Verfahren unempfindlich gegenüber Verschmutzungen.

Produktions- und Montagebetriebe sollen mit der Sensorlösung Kosten und Fertigungszeit sparen und ihre Flexibilität in der Fertigung erhöhen, bei geringen Lärmemissionen, einfacher Installation und nahezu ohne zusätzlichen Platzbedarf.

Halle 3, Stand 3115

Erschienen in Ausgabe: Sonderheft Motek Spezial/2010