Greifer der nächsten Generation

Schunk präsentiert mit dem PGN-plus weit mehr als ein Facelift. Das Innenleben des legendären Universalgeifers definiert an den entscheidenden Stellen eine nie dagewesene Leistungsklasse und läutet damit eine neue Ära ein.

29. September 2016
Aufgrund ihrer hohen Zuverlässigkeit haben sich die Universalgreifer Schunk PGN-plus unter anderem in der Automobilindustrie seit Jahren bewährt. Mit der neuen Generation baut Schunk die Stärken des Greifers noch weiter aus. Bild: Schunk GmbH & Co. KG
Bild 1: Greifer der nächsten Generation (Aufgrund ihrer hohen Zuverlässigkeit haben sich die Universalgreifer Schunk PGN-plus unter anderem in der Automobilindustrie seit Jahren bewährt. Mit der neuen Generation baut Schunk die Stärken des Greifers noch weiter aus. Bild: Schunk GmbH & Co. KG)

„Einbauen und vergessen“ – seit mehr als 15 Jahren haben sich die Schunk Greifer der Baureihe PGN-plus als Rundum-Sorglos-Komponenten der Greiftechnik einen Namen gemacht. Ihr charakteristisches Merkmal, die von Schunk entwickelte und patentierte Vielzahnführung, gilt als Schlüssel des Erfolgs. Im Gegensatz zur klassischen T-Nutenführung, bei der sämtliche Kräfte und Momente von nur zwei Führungsbahnen geschultert werden, verteilen sich die Belastungen bei der Vielzahnführung auf mehrere parallel angeordnete Prismenführungen. Belastungsspitzen werden auf diese Weise eliminiert. Der Verschleiß sinkt. Stabilität, Präzision, Prozessstabilität und Lebensdauer steigen. Bei gleicher Greifer-größe konnten seither höhere Greifkräfte realisiert und längere Finger eingesetzt werden. Das Führungsprinzip gewährleistet eine dauerhaft exzellente Wiederholgenauigkeit von 0,01 mm. Zudem sorgt ein Ovalkolbenantrieb für hohe Kräfte auf kleinem Bauraum. Verglichen mit konventionellen runden Kolben wird die Energie beim Ovalkolben wesentlich effizienter in Greifkraft umgewandelt, wodurch sich besonders kompakte, leistungsdichte Lösungen realisieren lassen. Die Schrägzugfläche des Keilhakenantriebs wiederum hatte man bewusst groß ausgelegt, um den Verschleiß zu minimieren. Innerhalb kürzester Zeit war der PGN-plus zum Megaseller und zum Maßstab der Greiftechnik geworden.

 

Mit dem Verkaufsstart des Nachfolgers zur Automatica 2016 läutete das Unternehmen eine neue Ära seiner Universalgreifer ein. Das Rad wird dabei nicht neu erfunden. Vielmehr geht es um ein hocheffektives Finetuning, das dem technologischen Fortschritt geschuldet ist und enorme Reserven freisetzt. So ermöglicht der neue PGN-plus bis zu 50 % längere Greiferfinger und eine bis zu 120 % höhere Fingerbelastung. Gerade wenn der Bauraum eingeschränkt ist oder die Finger seitlich weit auskragen, bietet er eine noch größere Flexibilität als sein Vorgänger. Den Hebel hierfür hat SCHUNK auch diesmal bei der Grundbackenführung angesetzt: Während die sechs Führungszähne beim Vorgängermodell eher zierlich wirkten, sind sie beim neuen PGN-plus sehr viel massiver ausgeführt. Das um bis zu 40 Prozent vergrößerte Stützmaß ermöglicht eine noch höhere Momentenaufnahme und damit den Einsatz noch längerer Finger. Die Grundbacken werden wie schon beim Vorgänger aufwändig manuell geschliffen und individuell an das jeweilige Gehäuse angepasst. Auch wer bei Fingerlänge und Belastung nicht an die Grenzen des Machbaren geht, profitiert von der Robustheit der neuen Führung – erst recht, wenn es einmal unvorhergesehen hart auf hart kommt. Im betrieblichen Alltag wird der neue PGN-plus künftig so manchen Fehler verzeihen, wo andere Greifer längst einknicken.

 

Die robuste Vielzahnführung hat Schunk bei der neuen Greifergeneration zusätzlich mit komplett umlaufenden Schmierstofftaschen veredelt. Deren Schmierstoffvorrat gewährleistet, dass auch bei kurzen Hüben sämtliche Zähne nach dem Prinzip der Minimalmengenschmierung kontinuierlich mit einem Gleitfilm benetzt werden. Abgesehen von Anwendungen bei hohen Umgebungstemperaturen oder extremer Verschmutzung sind die Greifer damit lebenslang wartungsfrei.

 

Zwei entscheidende Merkmale werden gerade Konstrukteure und Anlagenplaner hellhörig machen: Bei voller Kompatibilität zum Vorgängermodel ist es SCHUNK bei der neuen Generation gelungen, die Fläche des seit jeher überlegenen Ovalkolbenantriebs nochmals um 15 Prozent zu vergrößern und den Modulen damit noch mehr Greifkraft zu verleihen. Zudem war es aufgrund des konstruktiven Vorteils der Vielzahnführung möglich, den für den Backenantrieb verantwortlichen Keilhaken noch größer auszuführen und damit die Schrägzugfläche der Keilhakenmechanik, also den neuralgischen Punkt moderner Greifer, noch weiter zu verbreitern. Damit erzielt die neue Greifergeneration in allen Hublagen eine Flächen-überdenkung, die erheblich über den Werten vergleichbarer Greifer am Markt liegt. Entsprechend gering ist der Verschleiß. Der neue Schunk PGN-plus kombiniert also eine hohe Leistungsdichte mit einer größtmöglichen Schonung der Antriebsmechanik. Davon profitieren die Lebensdauer des Greifers und die Prozesssicherheit der gesamten Anlage. In Dauerlaufversuchen bei Schunk konnte der neue PGN-plus seine außerordentliche Zuverlässigkeit eindrucksvoll unter Beweis stellen und die Benchmarkposition des Vorgängers weiter ausbauen. Selbstbewusst unterstreicht SCHUNK dieses Qualitätsmerkmal innerhalb Deutschlands mit einer einzigartigen 30-Jahre-Funktionsgarantie, die eine zuverlässige Planung der Gesamtkosten über die gesamte Lebensdauer des Greifers ermöglicht. So vorteilhaft dies auch sein mag: Unterm Strich wiegt die herausragende Prozesssicherheit des neuen PGN-plus noch deutlich schwerer als dessen Funktionsgarantie, denn der Mehrwert eines einzigen verhinderten Anlagenausfalls kann schnell das Vielfache des Greifmodulpreises betragen.