Fünf Fragen an Thomas Hoffmann

Mit dem Packaging Excellence Center (PEC) entstand in Waiblingen ein Verein zur Förderung der Verpackungsindustrie. Geschäftsführer Thomas Hoffmann über die Hintergründe:

19. November 2008

Fast ein Viertel des gesamten Weltbedarfs an Verpackungsmaschinen wird von deutschen Maschinenbauern bedient. Der Rems-Murr-Kreis weist bis weit über die Region Stuttgart hinaus eine besonders starke Konzentration an Verpackungsmaschinenbauern auf. Daher lag es nahe, für diese Zukunftsbranche eine Struktur zu etablieren, die das vorhandene Potenzial zusammenführt und eine moderierte Kooperationsplattform zur Verfügung stellt. Das in Waiblingen ansässige Packaging Excellence Center (PEC) stellt diese Plattform dar. Hierin sind vom Weltmarktführer im Bereich Verpackungsmaschinen über Familienunternehmen und Zulieferer bis hin zu Hochschulen und spezialisierten Dienstleistern Akteure aus allen Bereichen vereint. Diese bringen sich finanziell, aber vor allem durch ihre jeweiligen Stärken und das vorhandene Know-how ein.

2. Wie kann das PEC die Entwicklung der Verpackungsindustrie entscheidend vorantreiben?

Durch die Bündelung der innovativen Kräfte in der Verpackungs- und der damit verbunden Automatisierungstechnik und der Zusammenführung der relevanten Know-how-Träger aus Wirtschaft und Wissenschaft zu einem aktiven regionalen Netzwerk, lässt sich die Innovationsdynamik und Konkurrenzfähigkeit aktiv fördern und steigern. Dies ermöglicht zum Beispiel effektivere Beiträge zur schnelleren Umsetzung von Forschungsergebnissen in marktfähige Produkte.

3. Was prädestiniert den Raum Stuttgart als Keimzelle eines Vereins wie den PEC? Sind weitere Sektionen in Deutschland geplant?

Die Verpackungstechnik in der Region Stuttgart stellt ein Musterbeispiel eines organisch gewachsenen Clusters dar. Bundesweit findet sich keine so ausgeprägte Konglomeration von Unternehmen der Verpackungs- und Automatisierungstechnik wieder. Schon alleine darum wird das PEC einmalig bleiben. Vielmehr muss das PEC als eine Wirtschaftsförderungsmaßnahme zur Stärkung eines Wachstumskerns der Stadt Waiblingen, des Rems-Murr-Kreises und der Region Stuttgart mit internationaler Ausstrahlung gesehen werden.

4. Welche Punkte umfasst die Agenda derzeit?

Auf der Agenda des PEC stehen viele Nutzen stiftende Initiativen und synergieträchtige Aktivitäten. Sie umfasst folgende Punkte: Organisierte Plattform für den Erfahrungsaustausch und die Initiierung von Koopeartionsprojekten. Unterstützung bei der Umsetzung von Innovationen. Moderation der Schnittstelle von Wirtschaft und Wissenschaft. Praxisnahes Aufzeigen von Anwendungspotenzialen neuer Technologien. Schnittstelle zu anderen Kompetenzzentren aus angrenzenden Technologiebereichen. Information über Empfehlungen für in- und ausländische Fachmessen. Initiativen im Bereich Aus- und Weiterbildung und zur Verbesserung der Verfügbarkeit von Fachkräften. Erleichterung des Zugangs zu nationalen und europäischen Fördermitteln.

5. Was kann das PEC in Zukunft leisten, welche Projekte sind geplant?

Das PEC hat sich eine »Center-Funktion« für die Verpackungstechnik zugeschrieben. Wir planen exklusive Workshops, Seminare, Events und konkrete Projekte. Diese reichen von Forschungsprojekten über Maßnahmen zur Gewinnung von Fachkräften bis hin zu gemeinsamer Auslandsmarkterschließung. Am 20. November 2008 findet der erste Workshop zum Thema »Innovative Schweißverfahren für den Verpackungsmaschinenbau« statt. Hierbei werden neue Schweißverfahren für die Verpackungstechnik wie zum Beispiel das Ultraschallschweißen vorgestellt, das wesentliche Vorteile zu bisherigen thermischen Verfahren aufweist.

Erschienen in Ausgabe: 06/2008