Herr Tontsch, Yaskawa hat am 8. April dieses Jahres eine neue Roboterfabrik im slowenischen Koč̌evje eröffnet. 80 Prozent des europäischen Roboterbedarfs sollten künftig aus der dortigen Produktion kommen. Haben sich die Prognosen erfüllt, wird Yaskawa europäischer?

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Mit dem Produktionsstart sind wir im Plan und transferieren sukzessive die Robotermodelle in die europäische Produktion. Yaskawa ist da- durch bereits jetzt schon europäischer, weil wir nun viel besser auf Kundenanforderungen re- agieren und antworten können. Wir sind auch nachhaltiger geworden, weil wir die Logistik aus Übersee abbauen konnten und sich der CO2-Footprint nachhaltig reduziert hat.

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Können Sie schon absehen, wie viele Robotic Units Yaskawa in diesem Jahr verkaufen wird? Inwiefern hat Yaskawa das etwas abgekühlte Investitionsklima gespürt?

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Sicherlich hat sich das Investitionsklima abgekühlt. Allerdings befindet sich dieses immer noch auf einem akzeptablen Niveau. Nach einem Rekordjahr, wie es das Jahr 2018 für die gesamte Robotik-Branche eines war, ist eine Normalisierung zu erwarten gewesen.

Hat die wirtschaftliche Abkühlung zu einem Preisverfall bei Robotern geführt?

Von einem Preisverfall wollen wir nicht sprechen. Vielleicht wurde die Preisgestaltung angepasst. Viele werben mit Einstiegspreisen oder bieten eine abgespeckte Version günstig an. Wir sind aber schon lange genug im Robotermarkt aktiv, um zu wissen: Qualität und Funktion, die beim Endkunden zu Optimierungen führt, dürfen auch einen realistischen Preis haben.

»Sie können mit Motologix auch ohne Roboter- Programmierkenntnisse den Roboter direkt in einer SPS programmieren.«

— Richard Tontsch, Manager Marketing Robotics Division, Yaskawa Europe GmbH

Im letzten Interview mit automation in Ausgabe 04/2019 hat Ihr General Manager, Herr Dr. Klos, der Hoffnung Ausdruck gegeben, mehr kleine, günstige Standardschweißroboter zu verkaufen, vor allem an jene Firmen, die bislang noch gar nicht automatisieren. Hat sich der Wunsch erfüllt?

Wir haben gerade neue Schweißroboter, die AR-Serie, mit sechs neuen Modellen eingeführt. Hier sind auch zwei kleine Modelle dabei, die zusätzlich in unseren Standardzellen ›ArcWorld Mini‹ und ›ArcWorld Micro‹ Verwendung finden. Damit wird es für kleine Unternehmen noch einfacher, in die Automatisierung von Schweißprozessen zu investieren.

Ein Trend in der Robotik ist die Bedienerfreundlichkeit der Programmiersoftware für die Roboterarme, Sensoren, Greifer, Bildverarbeitung zu verbessern. Quasi jeder Hersteller schreibt es sich auf die Fahnen, auch Yaskawa. Wo sehen Sie Yaskawa in dieser Hinsicht?

Wir wissen aus Kundenrückmeldungen, dass Yaskawa-Roboter im Vergleich schon immer einfach zu programmieren waren. Einfach Jobs zu programmieren geht bereits nach einer kurzen Einführung. Trotzdem ist es möglich, in unserer Inform-Programmiersprache sehr tief ins Detail zu gehen. Mit anderen Worten: Ein- steiger haben schnelle Erfolgserlebnisse und Experten können sehr spezielle Situationen bewerkstelligen. Mit unserem neuen SmartPendant und einer noch einfacheren Bedienerführung geht das jetzt auch visuell ansprechender. Allerdings haben wir für unterschiedliche Bedürfnisse passende Lösungen. Sie können mit Motologix auch ohne Roboter-Programmierkenntnisse den Roboter direkt in einer SPS programmieren.