Die Corona-Pandemie ist im Maschinenbau inzwischen flächendeckend zu spüren, erklärt der Verband. „Zunehmende Sorgen bereitet den Maschinenbaufirmen dabei die Nachfrageseite“, sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers.

ANZEIGE

„Bereits Mitte April hatten gut drei Viertel der Befragten merkliche oder gravierende Auftragseinbußen beziehungsweise Stornierungen verbucht, Anfang Mai kletterte dieser Wert nochmals auf 85 Prozent nach oben.“

Kleiner Lichtschimmer

Etwas Hoffnung verspricht laut Umfrage der Blick auf die Lieferketten: Hier zeichnet sich eine leichte Entspannung ab. Mitte April gab noch fast die Hälfte der Unternehmen an, auf der Angebotsseite merklich oder gravierend beeinträchtigt zu sein. In der aktuellen Umfrage sind es nun knapp vier von zehn Unternehmen. 724 Unternehmen haben sich an dieser beteiligt.

ANZEIGE

„Viele Maschinenbauer melden, dass insbesondere die Schwierigkeiten bei Zulieferungen aus China nachlassen“, sagt Wiechers. Erfreulich ist außerdem, dass sich die Einschätzung über die Entwicklungen in den nächsten drei Monaten sowohl nachfrage- als auch angebotsseitig etwas aufgehellt hat, hebt der Verband hervor.

Mitte April erwartete die relative Mehrheit (43 Prozent) der Unternehmen noch eine Verschärfung der Auftragslage. Anfang Mai gingen nur noch gut 30 Prozent der Unternehmen von einer Zunahme der nachfrageseitigen Störungen aus. Knapp die Hälfte der Unternehmen erwartet inzwischen eine gleichbleibend angespannte Situation für die nächsten drei Monate.

Unter erschwerten Bedingungen

Vor große Probleme werden die Betriebe dagegen durch Reise- und Aufenthaltsbeschränkungen gestellt, wie der Verband berichtet. Mehr als 80 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass Aufenthaltsgenehmigungen nicht erteilt werden oder ihren Mitarbeitern kein Zutritt zum Werksgelände ihrer Kunden gewährt wird.

Außerdem verzögern oder verweigern 62 Prozent der Kunden die Abnahme gelieferter Maschinen, 43 Prozent der Maschinenbauer geben Liquiditätsengpässe an. Jeweils fast ein Drittel der Unternehmen sehen zudem die Transport- und Logistikabwicklung oder ihre Arbeit durch Gesundheits- und Hygieneauflagen erschwert.

Prognose nicht aufrecht zu halten

Die Umsatzerwartungen im Maschinenbau haben sich in den vergangenen sechs Wochen kaum verändert. Weiterhin erwarten knapp zwei Drittel der Unternehmen einen Umsatzrückgang von zehn bis 30 Prozent für das Jahr 2020. Die Mehrzahl der Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Euro ist sogar noch etwas skeptischer: Hier erwarten drei Viertel der Befragten Umsatzrückgänge in dieser Größenordnung.

„Angesichts des dynamischen Konjunkturumfelds können diese Umsatzerwartungen nur eine Momentaufnahme sein. Die Perspektiven für unsere Industrie ändern sich derzeit ständig. Das von uns Anfang März prognostizierte Produktionsminus von fünf Prozent für das laufende Jahr lässt sich daher nicht mehr aufrechterhalten“, resümiert der VDMA-Chefvolkswirt.