Erneuerung in der DNA

Umfrage - Unsere firmeninterne Umfrage porträtiert den im Automatisierungs-Spezialisten Emerson aufgegangenen Hersteller von Pneumatikkomponenten und -systemen Aventics. Sie skizziert ein Unternehmen, dessen Mitarbeiter keiner Herausforderung aus dem Weg gehen – von digitaler Transformation bis MINT.

30. Oktober 2019
Erneuerung in der DNA
(Bild: Hero Images)

Frank Seehausen,

Vice President Engineering Machine Automation EMEA

Was treibt Sie an?

Im Engineering-Bereich ist die Zusammenarbeit im Team mit den Mitarbeitern in der Entwicklung, im Vertrieb und in den Herstellungsbereichen ausgesprochen wichtig. Mein besonderer Antrieb dabei sind der Kunde und der Kundennutzen, den wir bestmöglich erreichen müssen. Insbesondere der industrielle Wandel in der Digitalisierung und Industrie-4.0-Umgebung bieten enorme Herausforderungen in der Technik und auch im Geschäftsmodell – für mich persönlich eine ungemein spannende Aufgabe. Wir finden uns als Pneumatikhersteller in Themen wie Maschinensicherheit, vorausschauende Instandhaltung, Energiemanagement und auch in systemischen Ansätzen in der Auswertung von Anwendungsdaten wieder. Es ist schön zu erleben, dass die ersten Produkte in diesem Bereich eine große Begeisterung innerhalb unseres Hauses wie auch in der Zusammenarbeit mit den Kunden auslösen und neue Ansätze entstehen.

Was begeistert Sie an Emerson Automation Solutions als Unternehmen am meisten?

Emerson Automation Solutions ist aufgrund der Technologien in Prozessanwendungen und der Fabrikautomation ein breit aufgestelltes Unternehmen mit einem hohen Synergiepotenzial. Diese Fähigkeit führt zu umfassenden Kunden- und Automatisierungslösungen. Mit der bereits angesprochenen Digitalisierung können wir zusätzlichen Nutzen durch die übergreifende Zusammenführung der Datenanalysen und Serviceleistungen generieren. Meine Begeisterung basiert aber nicht nur auf der Technik und Anwendung unserer Produkte. Besonders hervorheben möchte ich die kulturelle Vielfalt des Unternehmens und die Offenheit aller Beteiligten, die besten Experten in Projekte einzubinden, unabhängig von der Bereichs- oder Standortzugehörigkeit. Diese exzellente internationale Zusammenarbeit ist eine wertvolle Basis für den nachhaltigen Markterfolg.

Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?

Aus meiner Sicht sind das Vertrauen in die Mitarbeiter sowie eine offene Kommunikation wichtige Bausteine für die Motivation. Dazu gehört natürlich auch, selbstständiges Handeln zu fördern und mehr Verantwortung zu übernehmen. Daneben ist die Wertschätzung der Mitarbeiter unabdingbar für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Das erreiche ich über Gespräche und Zuhören, Zulassen von Meinungen und Ideen sowie ehrliche Rückmeldung – das alles basiert auf den Werten unseres Unternehmens. Außerdem gehen wir auf die privaten Bedürfnisse unserer Mitarbeiter ein, damit beispielsweise Beruf und Familie in Einklang gebracht werden können. Entsprechend bieten wir Modelle für mobiles Arbeiten oder flexible Arbeitszeiten an. In diesem Gesamtpaket sehe ich eine sehr gute Motivation für unsere Mitarbeiter.

Dr. Frank Theilen,

Vice President Digital Transformation

Was macht man als Vice President Digital Transformation eigentlich?

Als Vice President Digital Transformation kümmere ich mich bei Emerson um die digitale Weiterentwicklung des Bereichs Discrete & Industrial. Das betrifft sechs Marken und etwa 8.000 Mitarbeiter. Neben inhaltlichen Schwerpunktthemen wie Industrial Internet of Things spielt vor allem die Digitalisierung von Sales und Marketing eine große Rolle.

Was sind aktuell die größten Herausforderungen für Ihre Kunden?

Zum einen möchten unsere Kunden auf effiziente Art und Weise Produkte online kaufen. Die Anforderungen an die Produkte sind an vielen Stellen aber spezifisch. In diesem Kontext hat unsere Konfiguratorplattform eine zentrale Bedeutung. Die Kunden können dort Produkte nach ihren Bedürfnissen konfigurieren und dann gleich erwerben. Zum anderen merken wir insbesondere im IIoT-Umfeld, dass ein Teil unserer Kunden dort etwas machen will, aber konkrete Vorstellungen häufig fehlen.

Wie haben Sie Ihre Arbeitsweisen im Team angepasst, um für diese Herausforderungen Lösungen anbieten zu können?

Wir haben außerhalb der IT agile Arbeitsweisen ausprobiert und in einzelnen Fachbereichen eingeführt. Diese werden dort ausgebaut, wo sie einen Mehrwert bringen. Im Hinblick auf den Vertrieb schulen wir die Mitarbeiter zu IIoT. Gerade in diesem Bereich merke ich, dass Kunden häufig kein spezifisches Produkt möchten, sondern nach einer Lösung für einen Use Case suchen. Die Vertriebsmitarbeiter lernen in diesem Umfeld, offener mit dem Kunden zu sprechen, um eine Lösung für ein Problem zu finden.

Wie motivieren Sie sich selbst?

Einen Nutzen aus neuen Technologien zu ziehen und damit Mehrwerte für das Unternehmen zu schaffen, treibt mich seit Jahren an. Der Mensch ist in den letzten Jahren immer mehr in den Mittelpunkt gerückt. Deshalb macht mir das Arbeiten an digitalen Themen in Verbindung mit der persönlichen Interaktion sehr viel Spaß. Am meisten motiviert mich, wenn es am Ende eines Projektes ein konkretes Ergebnis gibt.

Kathrin Rüschenschmidt,

Director Engineering Food & Beverage

Welche technischen Entwicklungen werden die Arbeit Ihrer Kunden in den nächsten Jahren am meisten beeinflussen?

Im Food-&-Beverage-Bereich sind die globalen Entwicklungen ähnlich wie in vielen anderen Branchen auch. Einem steigenden Bedarf an Lebensmitteln, etwa durch die wachsende Bevölkerungszahl, steht die Endlichkeit vieler Rohstoffe und der Flächen für Anbau und Pro- duktion gegenüber. Daher ist eine gesteigerte Effizienz wichtig: weniger Energie- und Wasserverbrauch, kürzere Produktions- und Lieferzeiten sowie Anlagenstillstände, weniger Materialverbrauch, Emission und Abfallerzeugung und das alles bei erhöhter Flexibilität und steigenden Anforderungen an die Lebensmittelhygiene und -qualität. Diese Treiber machen einen Fortschritt der technischen Entwicklung notwendig. IIoT und die digitale Transformation sind wichtige Puzzlestücke. Verbräuche können kontrolliert und verbessert, Abläufe besser aufeinander abgestimmt und die Anforderungen unserer Kunden über einen funktionsorientierten Ansatz – im Vergleich zu einem klassischen produktorientierten Ansatz – besser verstanden werden. Das ermöglicht eine zielgerichtetere Entwicklung von Lösungen und Produkten und somit eine Effizienzsteigerung.

Die »I Love STEM«-Initiative von Emerson inspiriert Millennials, die Fachrichtungen Wissenschaft, Technologie, Maschinenbau und Mathematik zu belegen. Was wäre Ihr Ratschlag für junge Frauen, die im STEM-Bereich, in Deutschland auch MINT genannt, durchstarten wollen?

Glaube an dich und entscheide dich für eine Richtung, die dir generell Spaß macht! Als Physikerin bin ich in einem Maschinenbauunternehmen »doppelt exotisch« – das ist nicht immer einfach. Aber das gegenseitige Ergänzen von Kompetenzen und Persönlichkeiten in diversen Teams bringt mich voran und macht Spaß. Solche Entwicklungen mitgestalten zu können, ist toll. Dazu müssen sich aber auch verschiedene Menschen für einen gemeinsamen Weg entscheiden. Also keine Angst: Trau dich!

Viktoria Harstick,

Studentin, Business Administration

Was gefällt Ihnen besonders gut an Ihrem dualen Studium?

Da wäre vor allem die große Praxisnähe. Das duale Studieren bietet mir die Möglichkeit, schon während der intensiven theoretischen Vorbereitung auf einen anspruchsvollen Beruf, den Einblick in die praktischen Erfordernisse eines international agierenden Unternehmens zu erhalten und mein Können zu überprüfen. Hier kann ich sofort das erlernte theoretische Wissen anwenden. So ergeben sich für mich ganz neue Aspekte bei der Betrachtung einer Problemstellung. Hierbei spielen die Beziehungen zu anderen Kollegen, von denen ich Feedback und auch Unterstützung erhalte, stets eine wichtige Rolle. Der dreimonatliche Wechsel zwischen Theorie und Praxis ermöglicht mir zudem, viele Bereiche des Unternehmens intensiv kennenzulernen.

Wo sehen Sie sich nach erfolgreicher Beendigung Ihres Studiums? Worin liegt Ihre Leidenschaft?

Die Einsatzgebiete Personalwesen und Marketing haben mir besonders gut gefallen. In beiden Bereichen möchte ich sehr gern noch tiefer in die Arbeitswelt eintauchen und mich intensiver mit aktuellen Aufgabenstellungen befassen. Im Personalwesen finde ich den Bewerbungsprozess besonders interessant, vor allem, dass ich den Prozess aus der Perspektive des Arbeitgebers begleiten durfte. Im Marketing haben mich die facettenreichen Aufgaben begeistert. Die Zusammenarbeit mit meinen Kollegen und generell der Austausch mit anderen Menschen faszinieren mich sehr – gemeinsam Problemstellungen zu klären, Lösungen zu finden und einfach kreativ zu sein. Das möchte ich auch in meinem Beruf zeigen.

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?

»Passagier 23« von Sebastian Fitzek. Es handelt sich hierbei um einen Psychothriller, der das Verschwinden von Passagieren auf Kreuzfahrtschiffen thematisiert – überaus spannend! Ich habe es innerhalb eines Tages komplett durchgelesen.

Annika Busch,

Assistant Sales Germany

Wie beginnt für Sie ein guter Arbeitstag?

Ein guter Arbeitstag beginnt mit einem Kaffee und guter Musik im Auto, am besten noch bei Sonnenschein. So starte ich entspannt in den Tag und komme schon gut gelaunt und hoch motiviert im Büro an.

Welches Produkt oder welche Lösung aus dem Aventics-Portfolio ist Ihr persönliches Highlight, und warum?

Mein persönliches Highlight ist unsere AV-Ventilserie, das modulare Aventics-Ventilinselkonzept. Wir haben hier mit sehr viel Innovationsgeist und Ingenieurskunst nicht weniger als das kleinste und leichteste Ventilträgersystem in dieser Durchflussklasse geschaffen. Mit den sehr umfangreichen Funktionsbausteinen in Sachen Safety, integrierter Proportionaltechnik oder der Anbindung eines pneumatischen Multipols für den Schaltschrankbau setzten wir mit diesem System darüber hinaus Benchmarks. Mit unserem optionalen IIoT-Baustein stoßen wir die Tür in Richtung Industrie 4.0 und Predictive Maintenance leicht verständlich und anwendungsbezogen richtig weit auf. Zudem schlagen wir mit diesem System Brücken zwischen den einzelnen Emerson-Unternehmensbereichen und verbinden Sensorik, Aktuatorik und Prozesstechnik zu einer effizienten Gesamtlösung.

Was wünschen Sie sich für Ihre Zukunft?

Ich wünsche mir, weiterhin in einem tollen und motivierten Team zu arbeiten. Die persönliche sowie auch berufliche Weiterentwicklung sollte nicht zu kurz kommen. Schließlich wächst man an seinen Aufgaben und Stillstand ist nie gut. Zudem möchte ich noch so einiges von der Welt sehen und weiterhin viele Reisen unternehmen.

www.aventics.com

productronica: Halle A5, Stand 247

FMB: Halle 20, Stand C23

Kim Heusinger,

Strategic Product Management

Was hat Sie bewegt, eine Karriere im STEM-Bereich anzustreben?

Technische Zusammenhänge haben mich schon immer hochgradig interessiert. Da lag es für mich ausgesprochen nahe, auch ein Studium in diesem Bereich zu wählen. Wirtschaftsingenieurwesen war für mich genau die richtige Wahl. Mein Berufseinstieg durch meine Stelle im Einkauf war eher kaufmännisch geprägt. Nach den ersten Jahren Berufserfahrung hat sich die Chance für mich ergeben, ins Produktmanagement zu wechseln. Diese Möglichkeit habe ich ohne zu zögern ergriffen.

Was gefällt Ihnen am besten an Ihrem Job?

Die Verknüpfung zwischen kaufmännischen und technischen Inhalten finde ich ungemein spannend. Außerdem habe ich durch meine Position eine Schnittstellenfunktion zu wichtigen und interessanten Aufgaben im ganzen Unternehmen. Das verschafft mir einen guten Überblick über die gesamte Organisation. Mir gefällt die Mischung des Aufgabenspektrums aus vertriebsseitigem Input und technischer Beurteilung respektive Umsetzbarkeit. Darüber hinaus gefällt mir, dass ich in einem Super-Team arbeiten darf und mein Arbeitsalltag sehr abwechslungsreich ist.

Wie entspannen Sie sich nach einem langen Arbeitstag?

Ich genieße es sehr, mich mit meinen Freunden zu treffen, etwa bei meinem Lieblingsitaliener oder gemeinsam zu kochen. Nach Feierabend lese ich auch gerne ein gutes Buch oder gucke eine spannende Crime-Serie. Darüber hinaus spiele ich gelegentlich Tennis, was für mich ein idealer Ausgleich nach einem langen Arbeitstag ist.

Infobox

Emerson wurde 1890 gegründet und ist ein globales Technologie- und Engineeringunternehmen mit Hauptsitz in St. Louis, Missouri, USA. Das Unternehmen bietet seinen Kunden innovative Lösungen für industrielle, gewerbliche und private Anwendungen und ist in zwei Business-Plattformen aufgeteilt: Automation Solutions und Commercial & Residential Solutions.

Innerhalb der Plattform Automation Solutions steht der Unternehmensbereich Fluid Control & Pneumatics mit seinen vier Produktmarken Aventics, Asco, Tescom und TopWorx für zukunftsweisende Technologien, die zur Weiterentwicklung von Fertigungssystemen beitragen.

Immer mehr Kundenanwendungen erfordern sowohl Fluid-Control- als auch Pneumatik-Produkte. Emerson erfüllt diese Anforderung durch die Bereitstellung von innovativen, zuverlässigen Lösungen, die dem Bedarf dieses Marktes gerecht werden.

Das Unternehmen unterstützt mit seiner umfassenden Expertise und seinen Marken Hersteller in der Prozess-, Hybrid- und Einzelfertigungsindustrie, bei der Produktionssteigerung, beim Schutz von Personal und Umwelt und der gleichzeitigen Optimierung der Energie- und Betriebskosten. Dafür verbindet Emerson Automation Solutions hochwertige Produkte und Technologien mit branchenspezifischen Dienstleistungen im Bereich Engineering, Consulting, Projektmanagement und Wartung – mit mehr als 58.000 Mitarbeitern weltweit.

Erschienen in Ausgabe: 07/2019