Einstecken und loslegen

Lenze hat in einem Showcase präsentiert, wie sich betriebswirtschaftlich messbarer Gewinn von Industrie 4.0 und Digitalisierung heben lässt. Im Kern geht es darum, wie sich eine Produktionsstraße einfach an wechselnde Anforderungen anpassen lässt.

15. April 2019
Einstecken und loslegen
Lenze hat auf der Hannover Messe demonstriert, wie mit Plug & Produce aus Industrie 4.0-Konzepten und der digitalen Transformation ein konkreter, betriebswirtschaftlich messbarer Gewinn entsteht. (Bild: Lenze)

Mehr Individualisierung, geringere Losgrößen, häufigere Konfigurationswechsel, doch die Fertigungslinien sollen kosteneffizient und wettbewerbsfähig sein – eine Herausforderung. Mit dem Konzept Plug & Produce von Lenze könnte laut dem Unternehmen bald sichergestellt werden, dass die Produktionslinie schnell wieder einsatzfähig ist.

Der Showcase simuliert die Verpackung verschiedener Consumerprodukte – beispielsweise Waschmittel und Cremes – mit unterschiedlichen Modulen in einer Fertigungslinie. Die Umrüstung erfolgt nach dem Motto: einfach einstecken und loslegen.

Basis ist eine Modularisierung der Produktionslinie. Die einzelnen Module – im Showcase beispielsweise Infeed, Pick & Place, Packaging, Paletizer und Outfeed – stehen für die benötigten Skills, die der Produktion zur Verfügung gestellt werden.

Werden die entsprechenden Module der Fertigungslinie ausgetauscht, muss die Steuerung bisher neu programmiert werden. Mit dem Plug-&-Produce-Ansatz geht es deutlich einfacher und schneller, so das Unternehmen.

In einer Moderationsphase wird die Linie neu konfiguriert. Dies geschieht über das Hochladen von Rezepten, die nun nicht allein den Fertigungsprozess an sich steuern, sondern auch Informationen darüber enthalten, welche Aufgaben in welcher Reihenfolge zu erledigen sind, sodass passende Module ausgewählt und verknüpft werden können.

Die Module selbst steuern die nötigen Informationen bei. Hat der Plausibilitäts-Check ergeben, dass alle benötigten Skills vorhanden sind, am richtigen Platz und mit den passenden physikalischen Schnittstellen, kann die Produktionsphase gestartet werden.

Offene, herstellerübergreifende Standards ermöglichen es den beteiligten Modulen und der SPS, automatisiert untereinander Daten der Administration Shell auszutauschen, bis hin zur vollständigen Interaktion im Zuge des Produktionsauftrages. Dazu braucht es ein einheitliches Daten- und Informationsmodell sowie eine standardisierte Semantik. Den ersten Teil dieser Voraussetzungen erfüllt die Verwaltungsschale. Beim zweiten Teil setzt Lenze auf die Erweiterung von OPC UA.

Damit dieses Konzept nicht nur im eigenen Showcase, sondern auch in gemischten Umgebungen im Feld funktioniert, sind noch einige Hausaufgaben zu erledigen. Die wichtigste Grundlage ist, dass alle aktuellen Komponenten für Maschinenbau und -automatisierung vom Hersteller mit einer Verwaltungsschale ausgestattet werden.