Dürr baut Lackierereien für FAW-VW in China

Die Lackierprozesstechnik für beide Anlagen liefert der Anlagenbauer Dürr, angefangen bei der Vorbehandlung über die Spritzkabinen bis zu den Trocknern. Mitte 2017 werden in Changchun und Qingdao die ersten Fahrzeuge vom Band laufen.

03. September 2015

Dürr koordiniert beide Projekte im Stil eines Generalunternehmers. Bereits im Grundlackbereich wird großer Wert auf Nachhaltigkeit gelegt. Sowohl in der Vorbehandlung als auch in der kathodischen Tauchlackierung kommt das Rotationstauchverfahren Ecopaint RoDip zum Einsatz. Durch die komplette Drehung der Karosse im Becken benötigt RoDip keine Ein- und Auslaufschrägen. Dadurch verkürzen sich die Becken um bis zu 6 Meter. Dieses kleinere Volumen der Tauchbecken reduziert den Bedarf an Wasser und Chemikalien und folglich auch den Energieverbrauch zur Badkonditionierung. RoDip senkt aber nicht nur die Stückkosten, sondern bietet gleichzeitig hervorragenden Korrosionsschutz durch einen optimierten Prozess des Eintauchens, Flutens und Abtropfens.

In den Spritzkabinen vom Füller bis zum Decklack wird der Overspray mit dem EcoDryScrubber gebunden. Diese Trockenabscheidung des Lacknebels verzichtet komplett auf Wasser und Chemikalien. Dadurch kann die Lackierkabine mit bis zu 95% Umluft gefahren werden. Durch den reduzierten Aufwand für die Luftkonditionierung spart der EcoDryScrubber bis zu 60% der Energie in der Lackierkabine. 75 Lackierlinien weltweit arbeiten bereits mit der Trockenabscheidung von Dürr bzw. werden derzeit damit ausgerüstet.

In Changchun kommt erstmals ein speziell auf den EcoDryScrubber zugeschnittener Wirbelschichtofen zum Einsatz. Damit kann das gesättigte Steinmehl direkt in der Lackiererei vom Overspray getrennt und somit für den erneuten Einsatz genutzt werden – und diese Aufbereitung kann mehrfach erfolgen.

Weiterhin gehören die Trockner inklusive Fördertechnik zum Lieferumfang von Dürr. Gesteuert wird die Lackiererei mit der Dürr-Leittechnik EcoEMOS. Dieses modulare MES-System, das bereits in vielen anderen Werken bei diesem Kunden im Einsatz ist, gibt zu jedem Zeitpunkt einen detaillierten Einblick in die Produktionsabläufe und die Verbrauchsdaten. Damit leistet es einen wesentlichen Beitrag zu mehr Effizienz.

Der Auftrag für den Bau der beiden Lackierereien wurde im dritten Quartal 2015 erteilt. In Changchun sollen 34 Fahrzeuge des Modells X89 pro Stunde produziert werden. Die Anlage in Qingdao wird auf einen Durchsatz von 62 Fahrzeugen in der Stunde ausgelegt. Dort werden Volkswagen-Modelle der Mittelklasse vom Band laufen.