Drei Fragen an ...

Herr Wächter

Die transpondercodierten Euchner-Sicherheitsschalter können ab sofort in ATEX-Bereichen eingesetzt werden, weswegen wir mit dem Spezialisten für diese Systeme gesprochen haben.

08. November 2017
Bild 1 von 1: Erich Wächter Produktmanager Berührungslose Sicherheitsschalter bei der Euchner GmbH + Co. KG. Bild: Euchner GmbH + Co. KG
Bild 1: Drei Fragen an ... (Bild 1 von 1: Erich Wächter Produktmanager Berührungslose Sicherheitsschalter bei der Euchner GmbH + Co. KG. Bild: Euchner GmbH + Co. KG)

Herr Wächter, der Trend geht allgemein von mechanischen zu berührungslosen Sicherheitsschaltern. Welche Vorteile bringt diese Entwicklung?

Mechanische Schalter werden beim Öffnen und Schließen der überwachten Schutzeinrichtung einem gewissen Verschleiß ausgesetzt und müssen insbesondere bei taktmäßigem Betrieb regelmäßig ausgetauscht werden. Berührungslose transpondercodierte Sicherheitsschalter funktionieren verschleißfrei und können ohne Wartung über viele Jahre hinweg betrieben werden. Transpondercodierte Sicherheitsschalter bieten zudem einen hohen Manipulationsschutz; der Betrieb der Anlage bei offener Schutzeinrichtung wird verhindert.

Ist dieser Trend auch bei ATEX-Produkten zu verfolgen?

All die aufgeführten Vorteile von berührungslosen Sicherheitsschaltern sind auch bei explosionsgefährdeten Anlagen gefragt. Wir haben auf diese Marktanforderungen reagiert und eine Vielzahl von transpondercodierten Sicherheitsschaltern für den Explosionsschutz auf den Markt gebracht. Diese Sicherheitsschalter enthalten eine integrierte Auswerteelektronik, um die Transpondersignale der codierten Betätiger auszuwerten. Je nach Steuerungs- beziehungsweise Verdrahtungskonzept bieten wir Schalter an, die zur Querschlusserkennung externe Taktungen einer Steuerung durchschalten können. Zusätzlich gibt es Schalter in kleiner, kompakter Ausführung, die durch eigene Taktimpulse einen gefährlichen Querschluss in der Zuleitung selbst erkennen. Die letztgenannten Sicherheitsschalter, die sogenannten CES-C04, erfüllen bei Verwendung eines speziell entwickelten Gehäuseschutzes aus Kunststoff die entsprechenden Normen für den Explosionsschutz nach ATEX. Das Gehäuse dient zum Schutz des Schalters oder des angeschlossenen Steckverbinders vor möglichen Schlageinwirkungen. Ein Vorteil ist, dass bei Auswahl eines Standard-CES-C04-Produktes der Schalter nachträglich zu einem ATEX-Produkt aufgerüstet werden kann.

Bitte erklären Sie kurz die Funktionsweise einer berührungslosen transpondercodierten Zuhaltung.

Generell hält eine Zuhaltung eine bewegliche Schutzeinrichtung solange in geschlossener Position, bis kein Verletzungsrisiko mehr von der Maschine ausgehen kann. Bei transpondercodierten Zuhaltungen besitzt der Betätiger eine elektronische Codierung. Der unikatcodierte Transponder wird vom Schalter bei geschlossener und zugehaltener Position dynamisch ausgelesen. Eine zweikanalige Auswertung der Transpondersignale ermöglicht ein Höchstmaß an Sicherheit für die Überwachung der Schutzeinrichtung. Der Sicherheitsschalter CTP, mit interner Auswerteelektronik, bietet das höchste Sicherheitsniveau Kategorie 4 / PL e bereits bei der Verwendung von lediglich einem Schalter. Selbst der Bruch des Betätigers wird sofort sicher erkannt. Eine Manipulation des Betätigers ist praktisch ausgeschlossen.

Spezielle Ausführungen der CTP-Sicherheitsschalter sind für den Explosionsschutz

Zone 2 / Zone 22 geeignet. Bei Verwendung von einem M12-Steckverbinder lässt sich der Schalter bei geringem Verdrahtungsaufwand mit der Steuerung verbinden. Es ist zu beobachten, dass Maschinenbauer auch in ATEX-Bereichen transpondercodierte Sicherheitsschalter einsetzen möchten.

SPS IPC Drives: Halle 7, Stand 314

Erschienen in Ausgabe: 08/2017