Doppelte Schweißleistung mit zwei Drähten

Schienenfahrzeugbauer erhöht Produktivität beim Fügen von Drehgestellen um mehr als 100%

08. Oktober 2010

Maschinenbauer haben ständig steigenden Anforderungen an Produktivität und Effizienz bei hoher Produktqualität zu genügen. Häufig sind geschmiedete oder gegossene Stahlteile zu fügen. Experten von Stadler Rail nutzen zum Schweißen von Drehgestellträgern des Standardwerkstoffes S 355 mit Blechdicken größer 80 mm eine Roboter-Schweißanlage von Fronius. Während zuvor ein Langträger acht Stunden Schweißzeit erforderte, fügen sie mit dem Doppeldrahtsystem „TimeTwin Digital“ jetzt statt einem Langträger zwei – und dies in nur siebeneinhalb Stunden.

Stadler Winterthur beschloss im Jahr 2006 in höhere Produktivität der schweißtechnischen Systeme zu investieren. Dies betraf vor allem die Fügeprozesse an den Drehgestellen, die tragende Basis der Schienenfahrzeuge. Sie prüften die Alternativen des Laser- beziehungsweise Laserhybrid-Verfahrens und des Doppeldraht-MAG-Schweißens. „Die Laser-Varianten schieden aus wirtschaftlicher und technischer Sicht aus – die geringeren Nahttoleranzen hätten teure Vorarbeiten an den langen Fügestellen der Träger verlangt“, so Roland Mayer, Leiter Drehgestellzentrum. Der relativ breite Laser-Hybrid-Brenner beeinträchtigt zudem die Zugänglichkeit an bestimmten Fügestellen. Folglich fiel die Wahl auf das Doppeldraht-Schweißen.

Für das System Transpuls Synergic 5000 von Fronius entschieden die Winterthurer Fachleute aufgrund ihrer bisherigen guten Erfahrungen mit Systemen dieses Herstellers. Inzwischen hat sich die Lösung in der Praxis des Zweieinhalb-Schicht-Betriebes bewährt. Die Roboter-Schweißanlage erreicht mehr als den doppelten Ausstoß. Ursächlich für den gravierenden Produktivitätszuwachs sind die gestiegene Schweißleistung und die höhere Geschwindigkeit des Roboters. Qualitätsverbessernd wirkt sich die jetzt lichtbogenbasierte Nahtführung aus.