Die sind doch ganz dicht!

GREIFER - Automatisiertes Teilehandling unter extremen Umgebungsbedingungen stellt seit je her die Dichtheit von Greifkomponenten auf die Härteprobe. Die neue Generation der dichten Greifer von Schunk hält diesen Bedingungen nicht nur mühelos Stand, sondern setzt neue Maßstäbe bezüglich der Momentenaufnahme. Die altbekannte Formel, daß Dichtheit gleichbedeutend ist mit geringer Momentenaufnahme geht hierbei sprichwörtlich „baden“. Durch eine Kombination von Rund- und Vielzahnführungen werden hohe Momente, wie bei der bekannten PGN-plus Baureihe, erreicht - bei einer 100-prozentigen Dichtheit, in jeder Bearbeitungsaufgabe.

28. Juni 2004

Die Schunk GmbH & CO. KG in Lauffen am Neckar ist einer der weltweit führenden Hersteller in der Spann- und Greiftechnik. Das Unternehmen entwickelt und produziert seit mehr als 20 Jahren hochwertige Greifer, Roboterzubehör, Linearsysteme und Zubehörteile für die Automatisierungstechnik. Die Produktpalette umfaßt ein komplettes Modulprogramm an wartungsarmen Greifern, Schwenk- und Hubeinheiten - pneumatisch, hydraulisch oder elektrisch betätigt. Zur Automatica erweitert Schunk seinen Greifmodulbaukasten um die neueste Baureihe an dichten Greifern: DPG-plus.

Anwendungen im Naßbereich oder auch dort, wo mit Kühlemulsionen, Schmiermitteln oder sonstigen flüssigen Medien gearbeitet wird, erfordern leistungsfähige und abgedichtete Greifmodule, die keine Stoffe aus der Arbeitsumgebung ins Innere des Moduls eindringen lassen. Der ständige Kontakt mit Kühlwasser oder sonstigen Emulsionen stellt die Greifer bei der Maschinenbe- und Entladung von beispielsweise Naßzellen, Schleifmaschinen, Dreh- oder Fräsmaschinen auf eine hohe Belastungsprobe. Das Einsatzgebiet von dichten Greifern beschränkt sich aber nicht nur auf diese Handhabungsaufgaben. Auch in Lackieranlagen, bei der Pulververarbeitung oder im direktem Kontakt mit Wasser eignen sich diese Module durch ihre hochwertige Abdichtung für den Dauereinsatz.

Die Abdichtung begrenzte jedoch bisher die Leistungsfähigkeit des Greifers. Die Führungen der Grundbacken mußten rund gestaltet sein, wodurch die Momentenkapazität gegenüber normalen Greifern herabgesetzt wurde. Bei der Handhabung von schweren Teilen, bei hoher Zykluszahl oder starker Beanspruchung des Greifers innerhalb der Prozesse, wurden die Grenzen des Greifens deshalb früher erreicht.

Diese Erfahrungen aus der Praxis nahmen die Entwicklungsingenieure bei Schunk zum Anlaß für die Weiterentwicklung der bewährten Baureihe DPG. Der Fokus lag vor allem auf der Kombination von absoluter Dichtheit mit höchster Leistungsfähigkeit in einem Greifmodul.

Für die Leistungsfähigkeit standen die Erfahrungen der erfolgreichen 2-Finger-Parallelgreifer Baureihe PGN-plus zur Verfügung. Die neu entstandene Baureihe DPG-plus ist richtungsweisend. Die Momentenbelastungen auf die Grundbacken haben sich wesentlich erhöht und die Greifmodule erfüllen die hohen Anforderungen der IP 67: Staubdicht und sicher bei zeitweiligem Untertauchen. Auch der Betriebstemperaturbereich von -10°C bis +90 °C überzeugt.

Die hohen Momentenbelastungen werden vor allen durch die Kombination der Vielzahn-Gleitführung im Greifmodulgehäuse und der Rundführung der Grundbacken nach Außen hin erreicht. Die Vielzahnführung ist sehr spielarm und gibt durch das Zusammenwirken ihrer vielen zahnförmigen Flächen der robusten Grundbacke optimalen Halt. Diese ist analog zur Führung zweiteilig aufgebaut. Hierzu ist die innere Grundbacke mit der äußeren zylindrischen Dichtfläche sowohl kraft- als auch formschlüssig verbunden. Die stabile Fingerschnittstelle ist mit vier Gewinden und vier Zentrierhülsen je Grundbacke ausgestattet.

Mit dem bewährten Schunk-Zentrierhülsensystem wird so eine solide und feste Verbindung zwischen Grundbacke und Finger erreicht. Durch diesen Aufbau können problemlos längere Greiferfinger eingesetzt werden, wodurch sich weniger Störkonturen ergeben - ein großer Vorteil, vor allem bei der Be- und Entladung von Maschinen.

Die enorme Leistungssteigerung der DPG-plus Baureihe hat Schunk allerdings nicht nur durch die kräftige Grundbackenführung erreicht, auch der Antrieb wurde überarbeitet. So kommt anstelle eines runden Kolbens ein kräftigerer, pneumatisch angetriebener Ovalkolben zum Einsatz, der maximale Antriebskraft gewährleistet. Dieser treibt das, bei Schunk-Greifmodulen bewährte, Keilhakensystem an. Der Ovalkolben drückt durch die einströmende Luft den Keilhaken nach oben, wobei dieser gleichzeitig die Grundbacken in der Führung bewegt und nach außen schiebt.

Die neue DPG-plus Baureihe erreicht somit Momente - je nach Belastungsrichtung und Baugröße - zwischen 30 und 160 Nm, ähnlich dem Universalgreifer PGN-plus. Auch das Anschraubbild des PGN-plus und damit die Flexibilität und vielseitige Adaptierbarkeit wurde übernommen. Ein weiterer Vorteil der Baureihe dichter Greifer liegt in den universellen Anschlußmöglichkeiten für die Pneumatik. Schunk bietet sowohl herkömmliche Verschraubungen als auch einen schlauchlosen Direktanschluß. Weitere Auswahlmöglichkeiten ergeben sich durch die Optionen Sperrluft, Abfrage über Magnetschalter und alternativ über flexible Positionssensoren FPS.

Der DPG-plus ist nach Verkaufsfreigabe in verschiedenen, gleichmäßig abgestuften Baugrößen erhältlich. Die gesamte Baureihe umfaßt die Größen 50 bis 200. Es steht die volle Variantenvielfalt mit zwei Hüben je Baugröße und die Varianten Greifkraftsicherung Außengreifen (AS) und Greifkraftsicherung Innengreifen (IS) zur Verfügung.

Erschienen in Ausgabe: 03/2004