Die mögen`s heiß

DATENRÄGER - Bis zu 250 °C halten die neuen induktiven Datenträger des Identsystems OIS-L von Baumer aus. Doch sie leisten noch viel mehr.

17. April 2001

Robuste und schlagfeste Gehäuse, komplett vergossene Elektronik, besonders aber die hohe Temperaturfestigkeit von bis zu 250 °C zeichnen die neuen, induktiven Datenträger des Identifikationssystems OIS-L von Baumer Ident, Weinheim, aus. Je nach Aufgabenstellung stehen festcodierte oder mehr als 100.000 mal wiederbeschreibbare Datenträger zur Verfügung. Die jeweils an einem Identifikationspunkt erforderlichen Reichweiten können durch den Einsatz geeigneter Antennen und Zentraleinheiten flexibel realisiert werden. Eingesetzt werden die OIS-L-Transponder in Applikationen mit hohen Kurzzeit- oder Dauertemperaturen, zum Beispiel in Lackierereien, Trocknungs- und Aushärteöfen oder in Autoklaven.

Mechanisch und thermisch robuste Transponder

Das induktive Objekt-Identifikationssystem OIS-L wird zur Kennzeichnung von Objekten und deren Verfolgung innerhalb von Materialflußsystemen eingesetzt. Die wärmefesten Datenträger 76 LD 060 (Fixcode) und 77 LD 060 (programmierbar) sind passiv aufgebaut und kommen speicher- wie kommunikationsseitig ohne Batterie aus. Dies führt im industriellen Einsatz ebenso zu einer nahezu unbegrenzten Lebensdauer wie die hohe mechanische und thermische Robustheit der Transponder. Das Innenleben - bestehend aus Speicherchip und Spule - ist komplett vergossen. Das schlagfeste Polyester- Glasfaser-Gehäuse ist vollkommen dicht und zeigt eine erhöhte Beständigkeit gegen Reinigungschemikalien, Waschlaugen und mechanischen Abrieb. Die Temperaturfestigkeit ist besonders hoch: Im Dauerbetrieb halten die Datenträger bis zu 140 °C aus. Prozeßbedingte, bis zu fünf Minuten andauernde Temperaturspitzen von bis zu 250 °C beeinträchtigen die zuverlässige Funktion der Datenträger nicht. Die 5,5-Millimeter-Mittelbohrung erlaubt ein einfaches Anbringen der Transponder zum Beispiel an Paletten, Gitterboxen, Mehrweggebinden und anderen Objekten.

Einmaliger Code im Speicher hinterlegt

Ob Fixcode- oder Schreib-/Lese-Transponder zum Einsatz kommen, hängt wesentlich von der datentechnischen Gesamtorganisation im jeweiligen Einsatzfall ab. Ist die Datenverwaltung zentral organisiert, werden in der Regel festcodierte Datenträger, zum Beispiel der Baureihe OIS-L Serie 76, eingesetzt. In ihrem 64-bit-Speicher ist ein unveränderbarer, einmaliger Code hinterlegt. An Identifikationspunkten wird er von einer Antenne ausgelesen und diese Information der Steuerungsebene übergeben. Basiert das Materialflußkonzept auf dezentraler Datenhaltung, bieten schreib- /lesbare Datenträger wie die Baureihe OIS-L Serie 77 die Möglichkeit, bis zu 48 Seiten an Informationen - jeweils mit 32 bit - am Objekt mitzuführen und prozeßgerecht zu modifizieren. Dadurch sind die jeweils aktuellen Informationen direkt am Objekt, das dadurch überall - auch außerhalb des eigentlichen Materialflusses - identifizierbar bleibt. Zudem reduziert der Einsatz programmierbarer Datenspeicher deutlich die Kommunikationslast im Netzwerk.

Erschienen in Ausgabe: 05/2000