Die Menge macht's

RUNDTAKTMASCHINEN - Die Frage nach dem geeigneten Montageverfahren beantwortet sich in der Regel von selbst: Unschlagbar für die Massenmontage sind Rundtaktmaschinen oder kurvengesteuerte Automaten, was Ausstoß und reproduzierbare Qualität anbelangt. Für eine nutzungs- und variantenflexible Chargenproduktion eignen sich dagegen teilautomatisierte Montagesysteme besser. Gerade in der Montage gilt die Devise: Es kommt darauf an, was man zu machen hat.

13. August 2002
Ein komplexes System: Der Rundschalttisch mit den 16 sechsfachen Aufnahmenesternen und den jeweils für die sechsfache Teilezuführung ausgelegten Zuführungs- und Handlingssystemen
Bild 1: Die Menge macht's (Ein komplexes System: Der Rundschalttisch mit den 16 sechsfachen Aufnahmenesternen und den jeweils für die sechsfache Teilezuführung ausgelegten Zuführungs- und Handlingssystemen)

Die automatisierte Montagetechnik erobert sich immer weitere Gebiete - etwa die Produktion medizintechnischer Teile: Permanent werden Einweg-Produkte wie Spritzen, Lanzetten, Pipetten und dergleichen gebraucht und müssen folglich auch vor Ort immer in ausreichenden Mengen verfügbar sein. Um diese Versorgung zu sichern, hat das schwedische Medizintechnik-Unternehmen ArtaPlast in Tyresö eine Einweg-Lanzette entwickelt, die speziell bei Bluttests und Blutspenden zum Einsatz kommt. Damit die Lanzetten auch tatsächlich nur einmal verwendet werden können, sorgt eine besondere Federmechanik dafür, daß sich die Nadel nach dem erstmaligen Einstich sofort wieder zurückzieht und fortan auch in der Rückzugs-Position verbleibt. Für die Massen-Montage der Einweg-Lanzetten wollte ArtaPlast auf einen Spezialisten setzen. Die Wahl fiel auf die Insys Industriesysteme AG im schweizerischen Worblaufen. Die Forderung, pro Minute mindestens 130 Einweg-Lanzetten komplett zu montieren, erfüllte ein Rundtakt-Schalttischsystem mit 16-er Teilung für je sechs Werkstück-Aufnahmenester. Die Einweg-Komfort- Lanzetten bestehen aus fünf in den Dimensionen und im Material verschiedenen Bauteilen sowie einer Baugruppe.

Der gesamte Montageprozeß, inklusive Endkontrolle und Verpackung läuft vollautomatisch ab. Pro Zyklus und Station realisiert das System jeweils sechs Montagevorgänge. Die Teile-Bereitstellungs-Kapazitäten sind auf einen autonomen Betrieb von 60 Minuten ausgelegt, was im Normalfall und mit der zugesagten technischen Verfügbarkeit von 85 Prozent rund 6.600 Stück Einweg-Lanzetten entspricht. Nach Versuchen von Insys ist jedoch ein Ausstoß von rund 160 Lanzetten pro Minute möglich, entsprechend einem Gesamtausstoß von mehr als 8.000 Lanzetten. Damit ist für den Kunden eine sehr hohe Leistungs- und weitergehend eine hohe Betriebssicherheit gegeben. Bei Insys ist man sicher, daß „noch mehr drin“ wäre, theoretisch bis 180 Lanzetten pro Minute - sollte dies aus Kapazitäts-Gründen später doch einmal erforderlich sein.

Erschienen in Ausgabe: 03/2002