Die Masse machts

Fertigungsautomation

Durchflussmesser: ABB zeigt auf der diesjährigen Hannover Messe erstmals den SensyMaster, die neue Generation des thermischen Masse-Durchflussmessers zur Messung von Gasen.

29. März 2018
Die neuen Geräte zeichnen sich durch kurze Ansprechzeiten und einen sehr großen Messbereich bei einfachem Aufbau aus.
Bild 1: Die Masse machts (Die neuen Geräte zeichnen sich durch kurze Ansprechzeiten und einen sehr großen Messbereich bei einfachem Aufbau aus.)

Die neuen Geräte basieren auf dem Prinzip des Heißfilm-Anemometers und zeichnen sich laut Angaben des Herstellers durch eine kurze Ansprechzeit, einen sehr großen Messbereich bei gleichzeitig einfachem und robustem Aufbau aus.

Ein elektrisch beheizter Widerstand wird von dem Messmedium umströmt und abgekühlt. Der zur Wiedererlangung der Übertemperatur notwendige Strom ist direkt proportional zur Masse des vorbeiströmenden Gases.

Diese direkte Massemessung erfordert keine zusätzliche Druck- oder Temperaturkompensation in der Messung und bietet einen großen Arbeitsbereich von 1 : 150, der bei nahezu Null beginnt. Durch die sehr kleinen, in den Gasstrom hineinragenden Messelemente entsteht nur ein minimaler Druckverlust und die Ansprechzeit von 0,5Sekunden erlaubt eine dynamische Messung und damit eine exakte Prozesssteuerung.

Volldigitale Plattform

Der SensyMaster ist nach den Coriolis-Durchflussmessern die zweite ABB-Gerätefamilie, die auf der neuen volldigitalen Elektronik-Plattform von ABB basiert. Sie vereinheitlicht das Erscheinungsbild, die Bedienung und letztlich auch die Wartung unterschiedlicher Messinstrumente von ABB. Das »Sensor ApplicationMemory« erlaubt eine redundante Datenspeicherung zur Erhöhung der Datensicherheit. Die »EasySetup«-Funktion verkürzt die Inbetriebnahmezeit auf wenige Minuten.

Über den »ApplicationSelector« stehen bis zu acht unterschiedliche Applikationen für den flexiblen Messgeräteeinsatz zur Verfügung. Eine integrierte Datenbank ermöglicht es, eine Anzahl unterschiedlicher Prozessgase frei auszuwählen. Schließlich gewährleistet die integrierte Verifikations- und Diagnosefunktion hohe Verfügbarkeit bei gleichzeitig minimalem Wartungsaufwand. Die »SensorCheck«-Funktion dient zur Überprüfung der thermischen Messelemente. Die verwendeten Dünnschicht-Widerstände aus Platin sind auf einem keramischen Trägermaterial aufgebracht und sorgen so für eine hervorragende Langzeitstabilität der Messungen.

Gleichzeitig ist die extrem kleine Masse der Sensoren verantwortlich für schnellste Reaktionszeiten und eine Einsatztemperatur von bis zu 300 Grad Celsius. Die volldigitale Elektronik sorgt für geringes Signalrauschen und damit für höhere Genauigkeit. Kabelverbindungen über Entfernungen von 200Metern sind möglich.

Tausch ohne Neueingabe

Bei einem Plug-and-play-Tausch der kompletten Elektronik bleibt durch das SensorApplicationMemory die Konfiguration vollständig erhalten. Parameter müssen nicht mehr händisch ein-gegeben werden und eine Neu-kalibrierung des Messgeräts ist überflüssig. Neu ist auch ein modulares I/O-Konzept mit bis zu fünf Signalausgängen.

Zusätzlich zu den drei Standardausgängen können Einsteckkarten installiert werden, die die Kommunikationsmöglichkeiten und die Funktionalität der Messgeräte weiter erhöhen und die automatisch von der Gerätesoftware erkannt werden. Zwei Erweiterungskarten können direkt vor Ort gesteckt werden. Sie können Stromausgänge, Digitalein- oder -ausgänge oder eine 24-V-Stromversorgung enthalten.

Hannover Messe: Halle 11, Stand A35

Erschienen in Ausgabe: 02/2018