Budget und Umwelt zuliebe

Schaltschränke – Auch wenn ein Schaltschrank von außen meist nicht sehr aufregend ist, tut sich im Inneren eine ganze Menge. Stichworte wie Umwelt und Kosten spiegeln sich direkt wider und regen Hersteller zu neuen Ideen an.

20. August 2008
Basis der »Cool Efficiency«- Kühlgeräte in der 1.000 Watt-Klasse sind die Rittal Toptherm Plus- Wandanbaugeräte SK 3304. Sie verbrauchen 30 Prozent weniger Energie.
Bild 1: Budget und Umwelt zuliebe (Basis der »Cool Efficiency«- Kühlgeräte in der 1.000 Watt-Klasse sind die Rittal Toptherm Plus- Wandanbaugeräte SK 3304. Sie verbrauchen 30 Prozent weniger Energie.)

Die Technik in Produktionsprozessen legt zunehmend an Leistung zu. Damit einher gehen rasant steigende Verlustleistungen, denen die Hersteller nur mit hocheffizienten Kühlsystemen begegnen können. Aufgrund der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Situation und dem Wandel im Bewusstsein der Menschen stehen Klimaschutz und Energiekostenersparnis dabei immer mehr im Mittelpunkt. Um beides gleichermaßen zu erreichen, widmet sich der Schaltschrankhersteller Rittal seit Jahren der kontinuierlichen Steigerung des Wirkungsgrades der Kühltechnologie. Nach Ansicht des Unternehmens aus Herborn genügt es zukünftig nicht mehr, nur ausreichend Kühlleistung mit einem niedrigpreisigen Klimagerät zur Verfügung zu stellen. Vielmehr verweist Rittal auf die Tatsache, dass jedes Kühlgerät während seines Produktlebens ein Mehrfaches seines Beschaffungspreises an Energie- und Betriebskosten verbraucht.

Kälteleistung entscheidet über Betriebskosten

Immer größere Bedeutung gewinnt deshalb die Effizienz, mit der die Kühlleistung mittels elektrischer Primärenergie erzeugt wird. Je höher die auf Dauer eingehaltene Kälteleistungszahl ist, desto geringer fallen die Betriebskosten aus. Intelligente Kühltechnik kann hierzu einen wichtigen Beitrag leisten. Unter dem Namen »Rittal Thermoelectric Cooler« präsentierte das Unternehmen auf der Hannover Messe 2008 völlig neue Produkte im Bereich der Systemklimatisierung. Die neuen auf Peltiertechnik basierten Kühlgeräte in Leichtbauweise mit 100 Watt Kühlleistung spielen ihre Stärken insbesondere im Bereich der Kühlung von Bedien- und Kleingehäusen aus und stellen derzeit die effizienteste Art der Klimatisierung in diesen Bereich dar.

Leistungsstark, klein und sehr leicht

Die Weltneuheit verfügt über einen Coefficient of Performance (COP) von größer eins, ein sehr geringes Bauvolumen von nur 125 x 155 x 400 Millimetern und ein Gewicht von unter drei Kilogramm. Die Neuheit bietet bei gleicher Kühlleistung eine Effizienz, die über 100 Prozent größer ist als bei herkömmlichen Geräten der Branche. Neben den niedrigeren Anschaffungskosten lassen sich mit Rittal Thermoelectric Cooler zudem über 60 Prozent Energiekosten einsparen.

Eine energieeffiziente Regelung mit Pulsweitenmodulation und fortschrittlicher Softstartfunktion sichert eine konstante Gehäusetemperatur und sorgt für Langlebigkeit der Peltierelemente. Das Gerät erfasst und signalisiert Übertemperaturen sicher. Ein neues Luftführungssystem gewährleistet dabei die optimale Anströmung der Peltierelemente. Durch die modulare Bauweise lässt sich die Kühlleistung je nach Bedarf skalieren und erweitern. Die Peltiertechnik ermöglicht eine horizontale und vertikale Montage und den problemlosen Betrieb an Bediengehäusen. Die flexible Montage gewährleistet je nach Platzverhältnissen den Anbau oder auch den kompletten Einbau des Geräts in ein Bediengehäuse. Der Geräteaufbau ist wartungsfrei, eine PC-Schnittstelle dient zur Temperatureinstellung und -abfrage sowie Systemmeldung. Die Rittal Thermoelectric Cooler sind als komplett anschlussfertige Einheiten in zwei Versionen erhältlich: Die 24VDCVariante wiegt ohne Netzteil weniger als drei Kilogramm, die mit 94 bis 264 Volt und integriertem Netzteil rund 3,5 Kilogramm. Da diese Technologie ohne Kompressoren auskommt, sind die Geräte vibrationsarm und eigenen sich besonders für Anwendungen, bei denen Präzision entscheidend ist.

Umweltfreundlich

Eine weitere Neuheit bietet Rittal mit seinen »Cool Efficiency«- Kühlgeräten. Die Energy-Saver- Kühlgeräteserie soll Standards bei umweltfreundlichen und kosteneffizienten Klimalösungen setzen. Basis der Cool Efficiency-Kühlgeräte in der 1.000 Watt-Klasse sind die Rittal Toptherm Plus-Wandanbaugeräte der Baureihe SK 3304. Rittal setzt in den Geräten bei Kältekompressor- und Lüftertechnologie nur den aktuellen Stand der Technik ein und ordnet die Wärmetauscherkomponenten und Kältemittelfüllmengen optimiert an. So lassen sich deutliche Energieeinsparungen erzielen. Die Energy-Saver-Serie reduziert den Energieverbrauch bei gleicher Kühlleistung um bis zu 30 Prozent gegenüber den Vorgängern.

Kostengünstig

Im Vergleich zu Standard-Kühlgeräten mit einer Kälteleistungszahl von 1,4 und einem jährlichem Stromverbrauch von 231 Euro bei einem Strompreis 0,1148 Euro pro Kilowattstunde liegen die Energiekosten bei den Cool Efficiency-Kühlgeräten mit einer Kälteleistungszahl von 1,9 bei nur 162 Euro. Auch bei der CO2-Emission spielen die neuen Klimageräte laut Hersteller ihre Vorteile voll aus. Gegenüber 405 Kilogramm CO2-Emission pro Jahr bei einem Standardgerät, liegt diese bei den Cool Efficiency- Lösungen bei nur 121 Kilogramm. Die Berechnungen stützen sich auf eine Laufzeit unter 70 Prozent Volllast und 30 Prozent Leerlauf sowie einer Laufzeit der Geräte von 16 Stunden pro Tag und 240 Tagen pro Jahr. Die Neuentwicklungen verfügen serienmäßig über nanobeschichtete Verflüssiger und integrierte elektrische Kondensatverdunstungen. Dies hält die Wirkungsgrade konstant und die Wartungskosten minimal.

Hans-Robert Koch, Rittal/mk

Fakten

- Der »Rittal Thermoelectric Cooler« ist ein auf der Peltiertechnik basierendes Kühlgerät in Leichtbauweise mit 100 Watt Kühlleistung.

- Die Energy-Saver-Kühlgeräteserie »Cool Efficiency« soll Standards bei umweltfreundlichen und kosteneffizienten Klimalösungen setzen.

Erschienen in Ausgabe: DIGEST/2008